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Blattvariantenhaus

Im Blattvariantenhaus wird eine Vielfalt von unterschiedlich geformten Blättern tropischer Pflanzen gezeigt. Besonders zu nennen sind hierbei die Begonien, die aufgrund ihrer asymmetrischen Blätter auch Schiefblattgewächse genannt weden. Drei Seitenhäuser sind bestimmten Schwerpunkten hierin gewidmet.

Gesneriengewächse

Die Gesneriengewächse (Gesneriaceae) wurden nach dem 1565 an der Pest verstorbenen Schweizer Arzt, Linguisten und Naturforscher Konrad Gesner benannt, einem herausragenden Pionier der neuzeitlichen Botanik.

Die weltweit vor allem in den Tropen verbreitete Familie umfasst 2900 Arten. Der bei uns bekannteste Vertreter der Familie ist das nach seiner veilchenähnlichen Blüte und nach seiner Heimat, dem Usambaragebirge in Ostafrika, benannte Usambaraveilchen (Saintpaulia ionantha). Wie die anderen als Zimmerpflanzen kultivierten Arten der Gesneriengewächse, mögen Usambaraveilchen weder kalkhaltiges Wasser noch direkte Sonne, da sie an schattige Standorte subtropischer und tropischer Regengebiete angepasst sind.

Viele tropische Gesneriengewächse haben leuchtend rote Blüten mit langer Röhre. In der Natur werden diese Arten oft von langschnäbligen Vögeln bestäubt, zum Beispiel von Kolibris. Für Vögel ist Rot – ähnlich wie für uns Menschen – eine besonders auffällige Signalfarbe. Insekten reagieren oft auf andere Spektralbereiche des Lichts besonders sensibel, teilweise sogar auf ultraviolette Strahlung, die für uns unsichtbar ist.

Begoniensammlung

Die Begoniengewächse (Begoniaceae) sind in den Tropen und Subtropen der ganzen Welt verbreitet. Die Familie verdankt ihren deutschen Namen Schiefblattgewächse den stark asymmetrischen Blättern. Die hier gezeigte Sammlung von etwa 100 Arten veranschaulicht die große Vielfalt der Arten aus der Gattung Begonia, die sich durch verschiedene Farben und Formen von Blättern, verschiedenfarbige Blüten, durch unter­schiedlich gestaltete Blattoberflächen und verschie­dene Typen der Behaarung äußert. Sie repräsentiert etwa 10 % aller Begonien der Welt.

Begonien haben eingeschlechtige Blüten. Die meisten Arten kommen in schattigen, feuchten Wäldern vor, Arten mit Knollen an etwas trockeneren und kühleren Standorten. Nach Wuchsform und gärtnerischer Verwendung unterscheidet man Strauch-, Blatt-, Hänge- und Knollenbegonien.

Karnivorenhaus

Karnivore oder fleischfressende Pflanzen sind für Menschen und größere Tiere ungefährlich. Es sind meist kleine Pflanzen feuchter Habitate, die ihren Nährstoffhaushalt durch das Verdauen kleiner Tiere, vor allem Insekten, aufbessern können. Dies ist für die Pflanzen attraktiv, da ihre natürlichen Standorte sehr arm an mineralischen Nährstoffen sind.

Die Beutetiere bleiben bei vielen karnivoren Pflanzenarten an klebrigen Blatthaaren und Blattoberflächen hängen. Bei einigen Arten sind die Fangorgane, meist umgebildete Blätter oder Teile davon, fallenförmig ausgebildet, wie etwa bei den Krugpflanzen (Sarracenia). Bei anderen können sie sich sogar aktiv bewegen: die Venusfliegenfalle (Dionaea) klappt ihr Fangblatt innerhalb weniger Sekunden zusammen. Das Zusammenrollen bei Fettkraut (Pinguicula) und Sonnentau (Drosera) dauert länger, so dass hier mit dem unbewaffneten Auge kaum eine Bewegung erkennbar ist.

Afrikanische Trockensavanne

Die Grasländer der Savannen in den wechselfeuchten Tropen sind häufig durch Brände anstelle von Wäldern entstanden. Beweidung durch Wildtierherden oder Haustiere sowie Feuer in der Trockenzeit kann den neu aufkeimenden Baumwuchs lange Zeit unterdrücken. Bei zu starker Beweidung kann sich aus dem Grasland ein Dorngebüsch und daraus unter Umständen wieder ein Wald entwickeln, und der Zyklus beginnt von vorn.

Typisch für Savannen sind natürlich vor allem Gräser, die wir hier aber nicht zeigen. Dazu kommen einzeln stehende Bäume wie Akazien und Balsambäume. Vor allem in den Dorngebüsch-Stadien von Trockensavannen können auch Sukkulenten (Wasser speichernde Pflanzen) auftreten, von denen hier zum Beispiel zahlreiche Vertreter aus der Gattung Sansevieria (Bogenhanf) zu sehen sind.

Die langen Blätter mancher Arten enthalten dauerhafte Fasern, aus denen in Afrika Bogensehnen hergestellt wurden. Daher stammt der deutsche Name. Die Blüten öffnen sich vor allem abends und duften dann. Zu ihren langen Blütenröhren passt der lange Rüssel der sie bestäubenden Nachtfalter.

Die Sansevieria-Sammlung des Botanischen Gartens der Universität Potsdam ist vermutlich die größte dieser Gattung in Deutschland. Wir besitzen etwa 60 Arten in über 300 Akzessionen. Nur ein kleiner Teil dieser Sammlung ist im Schauhaus zu sehen.