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Die Hochschule des Ministeriums für Staatssicherheit 1955 bis 1965

Die „Hochschule des Ministeriums für Staatssicherheit“ ging am 17. Oktober 1955 aus der seit 1951 bestehenden „Schule des Ministeriums für Staatssicherheit“ in Eiche bei Potsdam hervor. Obwohl ihr kein offizieller Hochschulstatus zuerkannt wurde, drückte die neue Namensgebung den Anspruch zur Niveausteigerung aus. Der Fokus verlagerte sich hin zu einer Ausbildung der mittleren Leitungsebene des MfS. Studienanwärter mussten nun, anders als in den Jahren zuvor, eine Aufnahmeprüfung bestehen und durften nicht älter als 35 Jahre sein. Die nun zweijährige Ausbildung im Direktstudium trug einen schulischen Charakter und basierte auf der Unterweisung in acht Lehrfächern:

  • Dialektischer und historischer Materialismus
  • Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung
  • Geschichte der KPdSU
  • Staats- und Rechtslehre
  • Politische Ökonomie - Spezialdisziplin (Grundfragen der operativen Arbeit, Zersetzungstätigkeit, Abwehr, Untersuchungsarbeit und Strafprozessrecht)
  • Militärische Ausbildung
  • Sport

Das Studium schloss mit der erfolgreichen Prüfungsabnahme in allen acht Lehrfächern. Nach Beendigung der Ausbildung erfolgte zudem die Ernennung zum Unterleutnant.

1956 erfuhr die „Hochschule des MfS“ eine Statuserhöhung, indem sie dem Minister für Staatssicherheit direkt unterstellt wurde. Die Zahl der sogenannten „Kursanten“ stieg um nahezu fünfzig Prozent an. Zugleich wurden ab 1957 unter dem neuen Minister für Staatssicherheit, Erich Mielke, Anstrengungen unternommen, die ministeriumseigene Bildungseinrichtung schrittweise an das Hochschulsystem der DDR anzupassen. Neben zahlreichen Umstrukturierungen und Erweiterungen des Lehrbetriebes erfolgte 1960 eine Anhebung der Studiendauer des Direktstudiums von zwei auf drei Jahre sowie die Einrichtung eines fünfjährigen Fernstudiums. Da es hauptsächlich in den eigens dafür geschaffenen Außenstellen durchgeführt wurde, ermöglichte es die Vereinbarkeit von Studium und aktivem Dienst. Daher entwickelte es sich rasch zu der am häufigsten gewählten Studienart.

Durch den Ausbau ihrer Lehrinhalte und -angebote erfuhr die „Hochschule des MfS“ somit eine sukzessive Weiterentwicklung hin zu einer Schmiede für leitende MfS-Kader.