„Unsere guten akademischen Kontakte nach Lettland sind ein wunderbares Beispiel für eine aktive Wissenschaftsaußenpolitik“, sagt Uni-Präsident Prof. Oliver Günther. „Gerade in politisch schwierigen Zeiten ist es wichtig, Kontakte zu Regionen zu pflegen, die bedroht werden oder in denen die Rede-, Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit in Gefahr scheinen. Mit unserer Zusammenarbeit zeigen wir deutlich, wie die baltischen Staaten als Mitglieder der EU Teil der freien und demokratisch verfassten Wissenschaft sind, für die die EU von jeher steht.“
Prof. Dr. Iwan-Michelangelo D’Aprile ergänzt: „In Europas nordöstlicher Metropole Riga wächst mit dem neuen Campus und der Lettischen Nationalbibliothek am Ufer der Düna ein beeindruckendes europäisches Wissenschafts- und Innovationszentrum. Bedenkt man, dass die ökonomischen und politischen Herausforderungen in Lettland noch einmal ganz andere Dimensionen als bei uns haben, kann man nur staunen.“
Das Interdisziplinäre Zentrum für Deutschland-Studien wurde am 26. Juni 2025 feierlich an der Universität Riga eröffnet und widmet sich der gemeinsamen Forschung und Lehre zu den Kulturbeziehungen zwischen Lettland und Deutschland in Vergangenheit und Gegenwart. Die Universität Potsdam, ein bedeutender Partner des Zentrums, pflegt seit über einem Jahrzehnt enge Kontakte zur Universität Lettlands. Das Zentrum dient nicht nur der Ausbildung dringend benötigter Deutschlehrkräfte, sondern trägt auch zum Wissensaustausch und zur Pflege der deutsch-lettischen Beziehungen bei. Es wird vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), der deutschen Botschaft in Lettland und dem Goethe-Institut unterstützt.
Das Zentrum basiert auf einer seit 2015 bestehenden Kooperation zwischen dem Potsdamer Institut für Germanistik und der Geisteswissenschaftlichen Fakultät der Universität Riga, die durch Hochschulpartnerschaften im Erasmus-Programm und mit DAAD-Unterstützung ins Leben gerufen wurde. Im Januar 2025 haben die Universitäten Potsdam, Riga und Tartu eine Germanistische Institutspartnerschaft gegründet, die vom DAAD als Dreierpartnerschaft gefördert wird. Mit dem neuen Zentrum, strukturell der Geisteswissenschaftlichen Fakultät der Universität Riga angehörend, wird diese Kooperation nun vertieft und auf ein neues Niveau gehoben.
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