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„Forschung und Lehre auf modernstem Niveau möglich machen“ – Ein Arbeitstag mit dem Leiter des Zentrums für IT und Medienmanagement (ZIM) Alexander Schulz

Wer an der Uni Potsdam arbeitet, kommt am ZIM nicht vorbei – im positiven Sinne. Das Zentrum für IT und Medienmanagement betreut die gesamte IT-Infrastruktur und zahlreiche digitale Dienste, die alle Uni-Angehörigen täglich nutzen. Dazu kommen etliche Mediendienste: Foto-, Audio- und Videoaufnahmen, Layout, Druck und vieles mehr. Wie behält man dabei den Überblick und steuert einen „Tanker“ wie das ZIM? Wir wollten es wissen und haben den ZIM-Leiter Alexander Schulz einen Tag lang begleitet.

Ab 7:15 Uhr

Alexander Schulz ist ein „früher Vogel“: „Ich komme, wenn es geht, kurz nach sieben ins Büro“, sagt der Leiter des Zentrums für IT und Medienmanagement (ZIM). „Bei schönem Wetter ist es noch sehr ruhig auf dem Campus und meist ein toller Anblick.“ Die Zeit vor den ersten Terminen sind reserviert für Mails, Vorbereitungen und Liegengebliebenes. Oder unvorhergesehene Besprechungen, wenn mehr oder weniger große Herausforderungen ins Haus stehen. Mal ist es die technische Planung für eine geplante Liveübertragung einer öffentlichen Veranstaltung aus einem Hörsaal, mal ein kurzfristiges Update eines wichtigen Dienstes, der uniweit genutzt wird. Anlässe gibt es genug. Manches lässt sich in einer kurzen Zoom-Schalte lösen, für anderes biegt Alexander Schulz auf dem Weg zum Campus Am Neuen Palais auch schon mal vorher ab und macht einen Zwischenstopp in Griebnitzsee. „Wenn wir eine Veranstaltung mit mehreren Hundert Gästen via YouTube-Stream übertragen wollen, müssen Multimediatechnik und IT vor Ort funktionieren und alles sauber ineinandergreifen. Da schauen wir mit allen beteiligten Teams vor Ort einmal genauer drauf“, sagt er. Flexibilität ist in seinem Job essenziell.

 

9 Uhr

Auch wenn er oft schon viel geschafft hat: Jetzt beginnt der Tag des ZIM-Leiters ganz offiziell. Zum Start kommt seine Stellvertreterin Nadin Weiß, die auch das Team Organisation und Projekte leitet. Die beiden gehen die Themen für die Runde der Teamleitungen des ZIM durch, die wenig später ansteht, damit die Tagesordnung zügig abgearbeitet werden. Sie rauschen routiniert durch die Liste, stecken das Feld ab. Dann bleiben Alexander Schulz noch ein paar Minuten, um kurz durchzuschnaufen. „Meist bin ich mit Meetings und Besprechungen mehr oder weniger durchgetaktet. Pausen brauche ich, um die nächsten Termine vorzubereiten.“ 

 

10 Uhr 

Die Teamleiter kommen zusammen, eine wöchentliche Abstimmung ist unerlässlich. Immerhin gehören zum ZIM sieben verschiedene Arbeitsgruppen, die gemeinsam das digitale Rückgrat der Universität bilden und so ziemlich alle zentralen IT-, Kommunikations- und Medienservices (ITKM) bereitstellen: angefangen bei den ITKM-Basisdiensten wie IT-Infrastruktur, Telefonie, Netzwerk, Support und Beratung - über zahlreiche ITKM-Dienste für Forschung, Lehre, Studium und Verwaltung – von Mail.UP über Zoom und Box.UP bis Moodle und BI.UP – bis hin zu Medien-, Design- und Printservices. Wenn ein Zahnrad hakt, kommen schnell auch andere ins Stocken. Folglich gehen die Fragen und Diskussionen in alle Richtungen: Bestellungen, Ressourcenplanung, Software-Abos, Eigenentwicklung, Beschaffung, Künstliche Intelligenz in Lehre und Forschung, langfristige Projekte rund um Digitalisierung der Hochschule – viele zum Teil „dicke Bretter“. Dazu kommen regelmäßige Jour Fixes mit jedem einzelnen Team. „Gemeinsam stimmen wir die groben Zielrichtungen ab“, sagt Alexander Schulz. „Die Teamleiter tragen das dann in ihre Teams.“ Nur dank dieses regelmäßigen Austauschs funktioniert eine große Einrichtung wie das ZIM, im Einzelnen wie im Ganzen. „Ich sehe mich als ‚Möglich-Macher‘, der dafür sorgt, dass die anderen gut arbeiten können“, erklärt er. „Ich verbringe viel Zeit damit, unsere Arbeitsprozesse zu analysieren. Mir geht es darum, unsere Kapazitäten so zu verteilen, dass wir die Aufgaben, die vom Präsidium an uns gestellt werden, erfüllen können.“ 

 

12 Uhr

Kurze Pause, Zeit, mit dem Team in die Mensa zu gehen. Manches, das noch nicht fertig diskutiert war, wird über den Mittagstisch besprochen. Aber auch für andere Themen ist hier Zeit, ehe der nächste Termin ansteht. 

 

13 Uhr

Als Leiter des ZIM stehen im Terminplan von Alexander Schulz aber vor allem Besprechungen mit anderen Abteilungen der Hochschule, den Dezernaten der Zentralen Universitätsverwaltung, dem Vizepräsident für Digitalisierung und Informationsmanagement und Chief Information Officer (CIO) der Hochschule, Dr. Peter Kostädt, oder Kollegen anderer Hochschulen. „Zusammen mit den brandenburgischen Hochschulen haben wir das Zentrum ‚Brandenburgische IT-Services für Hochschulen‘ (BITS) gegründet, das Standorte in Wildau und Potsdam hat“, erklärt er. „Gemeinsam kümmern wir uns um landesweite IT-Dienste, aber auch so wichtige Themen wie Cybersicherheit und digitale Souveränität.“ Jetzt aber steht ein Meeting mit dem CIO, Uni-Kanzler Hendrik Woithe und dem Leiter des Dezernats 5: Bau- und Facilitymanagement, Uwe Heuer, auf dem Plan. Seit der Ankündigung, dass die Universität Potsdam auf dem Brauhausberg einen vierten Campus erhalten wird, haben alle ZUV-Abteilungen alle Hände voll zu tun: Immerhin gilt es den neuen Standort quasi von Grund auf zu planen. Das betrifft auch sämtliche ITKM-Services – vom ersten Telefonkabel bis zum Hightech-Vorlesungssaal. „Auf dem Brauhausberg sind mehrere ZIM-Teams mittendrin bei der Planung“, sagt Alexander Schulz. „Wir müssen dafür sorgen, dass Forschung und Lehre dort auf modernstem Niveau möglich sein werden. Eine reizvolle, aber auch sehr herausfordernde Aufgabe. Immerhin verändert sich das, was technisch möglich ist, quasi täglich.“ 

 

15 Uhr

Ein Ortswechsel nach Griebnitzsee steht an. Auch wenn Alexander Schulz den Großteil seiner Arbeitszeit auf dem Campus Am Neuen Palais verbringt, ist er gern und öfter an den anderen Uni-Standorten unterwegs. „Wann immer ich Termine in Griebnitzsee oder Golm habe, versuche ich auch bei den Teams dort vorbeizuschauen.“ Heute ist dafür keine Zeit. In einem der Computerpools auf dem Campus findet heute ein spannender Modellversuch statt, den der ZIM-Leiter nicht verpassen will: die erste digitale Prüfung mit KI-Unterstützung an der Juristischen Fakultät der Universität Potsdam. Für Alexander Schulz eine Herzensangelegenheit, weil er schon an der Freien Universität Berlin, wo er früher tätig war, an der Realisierung digitaler Prüfungsformen gearbeitet hat. In Potsdam hat er das Vorhaben mit der Professorin für Bürgerliches Recht und Rechtsgeschichte Prof. Dr. Susanne Hähnchen weiter vorangetrieben. Jetzt schreiben knapp 30 Studierende des ersten Semesters mit der Prüfungssoftware EDUTIEK (Einfache DUrchführung Text-Intensiver E-Klausuren) Übungsklausuren und können dabei ein kostenloses Online-Gesetzbuch (lexmea.de) verwenden. Neben der herkömmlichen menschlichen Korrektur wird dabei erstmals eine KI-unterstützte erprobt, die von dem bundesweiten Forschungsnetzwerk „DigitalProjekt“ entwickelt wird. Ziel ist es, Bewertungen von juristischen Prüfungen mithilfe unterstützender KI-Systeme objektiver und damit fairer zu machen. „Der Mehrwert digitaler Prüfungen für Hochschulen ist bereits eingehend analysiert worden“, sagt Schulz. „Und schon jetzt ist absehbar, dass sich für IT-Einrichtungen der Hochschulen die Frage nach der fachdisziplinübergreifenden Skalierbarkeit und den damit verbundenen Aufwendungen digitaler und auch KI-gestützter Prüfungsformate zeitnah stellen wird.“ An neuen Herausforderungen mangelt es nicht.

 

17:30 Uhr

Nach dem letzten Termin ist Schluss. Meistens. Alexander Schulz bemüht sich darum, den Tag spätestens 17.30 Uhr zu beschließen. Die knapp bemessene Zeit mit seiner Familie ist ihm wichtig. Trotzdem rutscht so manche Aufgabe in die Randzeiten, vor allem die strategische Arbeit ist im durchgeplanten Alltag nur schwer unterzubringen. Und gerade diesbezüglich ist viel zu tun: „Unser Arbeitsfeld ist hochdynamisch, die Entwicklungssprünge sind enorm. Gleichzeitig ist unsere organisatorische Struktur 15 bis 20 Jahre alt. Es ist also unerlässlich, regelmäßig zu schauen, wo unsere Strukturen noch zeitgemäß sind und wo sie angepasst werden müssen, damit wir den Bedarfen in Lehre und Forschung, aber auch den Anforderungen in Sachen IT-Sicherheit gerecht werden können.“


Das ZIM- Zentrum für Informationstechnologie und Medienmanagement - versorgt die Universität Potsdam mit IT-Infrastrukturen, technischem Equipment sowie Medien- und IT-Dienstleistungen. Zum Angebot des ZIM gehören Dienste in den Bereichen Datennetze, Kommunikation, Internet und Multimediaproduktion.

https://www.uni-potsdam.de/de/zim