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Haskala in wenigen Worten

von Christoph Schulte

Ölgemälde von drei Männern: Zwei sitzen an einem runden Tisch und unterhalten sich. Zwischen ihnen liegt ein Buch, auf das der eine deutet. Hinter ihnen steht ein dritter Mann, der etwas zurückzuweichen scheint. Im Hintergrund bringt eine Frau ein Tablett mit Tassen in den Raum.
Photo: The Magnes Collection of Jewish Art and Life
M. D. Oppenheim: Lavater und Lessing bei Moses Mendelssohn [Ausschnitt], 1856

Haskala ist der hebräische Begriff für jüdische Aufklärung. Die Haskala oder jüdische Aufklärung entstand und entwickelte sich als Aufklärungsbewegung von Juden für Juden am Ende des 18. Jahrhunderts in Berlin und Preußen. Dort gründeten die Anhänger der Haskala, hebräisch: Maskilim, Aufklärungsgesellschaften und Vereine, Schulen und Verlage, und von dort verbreitete die jüdische Aufklärungsbewegung ihre Weltanschauung, ihre Diskurse, ihre Bücher und Zeitschriften in kurzer Zeit überall in Europa.

Die Ehefrauen und Töchter der Maskilim schufen mit den Salons in ihren Privathäusern ein halböffentliches Forum des aufgeklärten kulturellen und musischen Austauschs zwischen Juden und Christen, Männer und Frauen, Adel, Bürgerlichen und Juden. Einige der jüdischen Salonièren gehörten zu den ersten jüdischen Frauen überhaupt, die Texte unter ihrem eigenen Namen publizierten.

Ziel der Haskala als Aufklärungsbewegung war die Bildung und Aufklärung aller Jüdinnen und Juden, die gleichberechtigte Teilhabe von Juden an der deutschen und europäischen Aufklärung und die Beschäftigung mit deren Literatur, Wissen, Bildung und Künsten. Politisch strebte die Haskala nach dem Ende aller Diskriminierungen gegen Juden, nach Religions- und Gewissensfreiheit im Staat, aber auch innerhalb von Kirche und Synagoge. Die Maskilim wollten die bürgerliche Gleichstellung und Verbesserung der Lebensumstände der benachteiligten jüdischen Minderheit in Staat und Gesellschaft sowie die gleichberechtigte Mitwirkung und Anerkennung von Juden in der nichtjüdischen Mehrheitsgesellschaft, ferner Zugang zu deren Institutionen und Bildungseinrichtungen, zu Bibliotheken, Schulen und Universitäten.

Ölgemälde von drei Männern: Zwei sitzen an einem runden Tisch und unterhalten sich. Zwischen ihnen liegt ein Buch, auf das der eine deutet. Hinter ihnen steht ein dritter Mann, der etwas zurückzuweichen scheint. Im Hintergrund bringt eine Frau ein Tablett mit Tassen in den Raum.
Photo: The Magnes Collection of Jewish Art and Life
M. D. Oppenheim: Lavater und Lessing bei Moses Mendelssohn [Ausschnitt], 1856

Zitierhinweis: Christoph Schulte: Haskala in wenigen Worten (Version I, 2018), in: haskala.net. Das online-Lexikon zur jüdischen Aufklärung / hg. von Christoph Schulte, URL<>, letzter Zugriff [Datum, Uhrzeit].