Neuerscheinungen

Cover "Die französische Kreolistik im 19. Jahrhundert"

Philipp Krämer (2014):

Die französische Kreolistik im 19. Jahrhundert. Rassismus und Determinismus in der kolonialen Philologie. (Kreolische Bibliothek, Band 25.) Hamburg: Buske.

 

Kreolistik und Kolonialismus waren jahrhundertelang eng miteinander verflochten. Ohne die koloniale Expansion wären Kreolsprachen und kreolische Kulturen nicht entstanden, ohne koloniale Strukturen war ihre wissenschaftliche Erforschung lange Zeit undenkbar.
Dieser Band erschließt erstmals umfassend die grundlegenden Texte der französischen Kreolistik des späten 19. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt stehen dabei die Verbindungen zwischen Sprachbetrachtung und Rassedenken: Wie wurde Kreolisierung im Rahmen der Ideologie vermeintlicher Rassenhierarchien erfasst? Wie gelang es zu dieser Zeit, sich vom festgefügten Bild der "Schwarzen" in der Sprachbeschreibung zu lösen?
Als Philologie umfasst die damalige Kreolistik neben der Grammatikschreibung auch das Studium der Oralliteratur sowie Fragen der Verschriftlichung. Sie verwebt dabei Sprache und Text mit historisch-genealogischer Herkunftssuche zur Trennung des Eigenen vom Fremden. Für aktuelle linguistische und kulturwissenschaftliche Debatten um Eingrenzung von Konzepten wie Kreolisierung oder Hybridität liefert diese Arbeit ausgehend von der Disziplingeschichte fruchtbare Erkenntnisse.

Verlagsankündigung bei Buske

Cover "Die französische Kreolistik im 19. Jahrhundert"
Cover "Genie und Blut"

Markus Lenz (2014):

Genie und Blut. Rassedenken in der italienischen Philologie des neunzehnten Jahrhunderts. München: Fink.

 

Die italienische Philologie und ihr erkenntnistheoretischer Beitrag zu Rassedenken und Ethnozentrismus.
Die Entstehung rassistischen Denkens in den philologischen Wissenschaften des 19. Jahrhunderts wurde durch die Forschung in Ansätzen aufgezeigt. Die meisten Arbeiten betrachten Entwicklungen in England, Frankreich und Deutschland. Diese Fokussierung erschien gerechtfertigt aufgrund der Geschichte des Kolonialismus in den ersten beiden Ländern und der deutschen Vorreiterrolle bei der Systematisierung der historisch-vergleichenden Sprach- und Textwissenschaften. Es ist jedoch verkürzt, Dynamiken epistemologischen Wandels zu ignorieren, die das wissenschaftliche Italien im 19. Jahrhundert prägten. Auch in der soziokulturellen Komplexität des Risorgimento bildeten sich Strukturen rassistischen Denkens und Räume differenzierter Reflexion über die anthropologische Aussagekraft der Philologie. 

 Verlagsankündigung bei Fink

Cover "Genie und Blut"
Cover "Ausgewählte Arbeiten der Kreolistik des 19. Jahrhunderts"

Philipp Krämer (Hg.) (2014):

Ausgewählte Arbeiten der Kreolistik des 19. Jahrhunderts / Selected Works from 19th Century Creolistics. Emilio Teza, Thomas Russell, Erik Pontoppidan, Adolpho Coelho(Kreolische Bibliothek, Band 24.) Hamburg: Buske.

Die Disziplingeschichte der Kreolistik ist noch lange nicht vollständig aufgearbeitet. Gerade im 19. Jahrhundert entfaltete sich ein neues Interesse für Kreolsprachen.
Dieser Band zeigt die ganze Vielfalt der Vorläufer des Faches: Vier bisher weniger beachtete Texte aus verschiedenen Ländern von ganz unterschiedlichen Autoren mit ihren eigenen Schwerpunkten können im Original und in deutscher Übersetzung neu entdeckt werden. Neben den Editionen beleuchten zu jeder historischen Arbeit jeweils zwei Kommentare von ausgewiesenen Fachleuten die Facetten der Quellen. Vom epistemologischen Erbe der Disziplin zur biographischen Vorstellung der Autoren, von der historischen Grammatik zur philologischen Bedeutung der Oralliteratur reichen die Fragestellungen, welche die heutige Kreolistik anhand älterer Texte angehen kann.

Verlagsankündigung bei Buske

Cover "Ausgewählte Arbeiten der Kreolistik des 19. Jahrhunderts"
Cover "Wort, Macht, Stamm"

Markus Messling / Ottmar Ette (Hg.) (2013):

Wort Macht Stamm. Rassismus und Determinismus in der Philologie (18./19. Jh.). München: Fink.

http://www.uni-potsdam.de/philologie+rassismus/images/WortMachtStamm-Neu.jpg

Trotz weitreichender Erkenntnisse über die (pseudo-)wissenschaftliche Gestalt des europäischen Rassismus ist die Relevanz der Philologie in dieser Frage bisher nicht systematisch erforscht worden – und dies, obwohl sie in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts aufgrund ihrer methodischen Kraft und ihres kulturhermeneutischen Anspruchs eine Art »Leitwissenschaft« war. Wenn die »Ursünde« der modernen Anthropologie nach Claude Lévi-Strauss die Vermengung biologischer Konzepte mit den sozialen und psychologischen Produktionen der verschiedenen Kulturen war, so besteht sie im Fall der Philologie spezifischer in der Vermengung von sprachlichen, schriftsystemischen und textkulturellen Kategorien mit den kognitiven Potentialen der Sprecher/Schreiber verschiedener Kulturen.

Anliegen des Bandes ist es, theoretische und historische Perspektiven auf Funktion und Resistenz der europäischen Philologie(n) in der Herausbildung und Entwicklung des rassenlogischen Diskurses im langen 19. Jahrhundert zu eröffnen, der weit über Europa hinaus bis heute höchst virulent bleibt.

Verlagsankündigung bei Fink

Cover "Wort, Macht, Stamm"
Cover "Champollions Hieroglyphen"

Markus Messling (2012):

Champollions Hieroglyphen. Philologie und Weltaneignung. Berlin: Kulturverlag Kadmos.

Jean-François Champollion ist eine der schillerndsten Figuren der europäischen Wissenschaftsgeschichte.

Seine Entzifferung der ägyptischen Hieroglyphen steht für die triumphalen Erfolge der Philologie im 19. Jahrhundert. Die oft wiederholte Erzählung des „Geniestreichs“ vergisst aber gern die erkenntnistheoretischen Bedingungen und die ideologischen Kämpfe, in denen dieser sich in Zeiten der Restauration bewährt und durchsetzt. Das Buch erzählt daher Einiges von dem, was die ‚große Geschichte’ der Entzifferung erst ermöglicht – erkenntnistheoretisch, politisch und materiell.

Champollions neues Verständnis des ägyptischen Altertums gehört dabei zum Anspruch der europäischen Moderne, Welt und Humanität im Sinne einer großen Fortschrittsgeschichte zu erfassen und in den europäische Metropolen zu zentrieren, und legt dabei gerade aufgrund seines Erfolges den Blick auf den Preis dieses Anspruchs frei: Die beschädigte Welt selbst stellt sich darin quer.

Auch wenn er jetzt seinen fatalen Siegeszug erst richtig antritt, ist der imperiale Universalismus Europas doch von Anfang an auch in der Selbstwahrnehmung – jedenfalls seiner klugen Köpfe – vergiftet. Champollions Brief an den ägyptischen Vizekönig Mehmet Ali Pascha aus dem Jahr 1829, in dem er eine Reglementierung der Ausgrabungen fordert, ist in dieser Hinsicht aufschlussreich und hat in seiner historischen Komplexität wenig an Aktualität verloren. 

Buchvorstellung am 19. September 2012 im Literaturhaus Berlin

Veranstaltungsankündigung (pdf, ca. 22 KB)

Cover "Champollions Hieroglyphen"
Cover "Stadt und Urbanität"

Markus Messling, Dieter Läpple, Jügen Trabant (Hg.) (2011):

Stadt und Urbanität. Transdiziplinäre Perspektiven. the new metropolis – die neue metropole, Vol. 1/2011. Berlin: Kulturverlag Kadmos. 

Mit Beiträgen von Niklas Bender, Konrad Ehlich, Ottmar Ette, Kerstin Evert, Susanne Frank, Bartholomäus Grill, Hartmut Häußermann, Uli Hellweg, Franck Hofmann, Christopher Hutton, Mara Kurotschka, Dieter Läpple, Markus Messling, Franz Oswald, A.J.M. Roobeek, Jürgen Trabant, Jörn Walter, Sigrid Weigel und Heike Wiese. 

Städte sind die vielleicht vielschichtigsten Gebilde, die die Menschen geschaffen haben. In ihren vielfältigen materiellen und ästhetischen Formen verkörpert sich das kollektive Gedächtnis, zugleich verdichten sich in ihnen die ökonomischen,sozialen, technologischen, ökologischen und kulturellen Kämpfe und Wandlungsprozesse der globalen Gesellschaft. Welche Entwicklungstendenzen und Probleme zeichnen sich in dem gegenwärtigen weltumspannenden Verstädterungsprozess ab, nach welchen Kriterien werden Städte heute betrachtet und gestaltet, wie werden sie umgebaut?

Welchen wechselseitigen Konstitutionszusammenhang gibt es zwischen Stadtentwicklung und Geschlechterbeziehungen, zwischen Körper, Sprache und Stadtraum?

Welches urbane Bewusstsein archivieren Kunst und Literatur, welche Lebensformen erproben sie prospektiv?

Vor diesem Hintergrund versammelt der Band Stellungnahmen verschiedener Disziplinen, die sich mit den Bereichen Stadtentwicklung, Stadtplanung, Architektur, Geschlechterforschung,Stadt und Sprache, Literatur, Kultur und Urbanität auseinandersetzen, um sie in einen gemeinsamen Diskussionskontext zu rufen und so neue Verständnisperspektiven zu eröffnen.

Verlagsinformation  (pdf, ca. 220 KB)

 

Cover "Stadt und Urbanität"
Cover "Der innere Konflikt in Belgien"

Philipp Krämer (2010) :

Der innere Konflikt in Belgien: Sprache und Politik. Geschichte und Gegenwart der mehrsprachigen Gesellschaft

Von der Unabhängigkeit des Landes im frühen 19. Jahrhundert bis zur heutigen Zeit beschreibt und analysiert dieses Buch den sogenannten „Sprachenstreit“ in Belgien.

Dabei wird erläutert, wie der Sprachkonflikt entstanden ist, wie er sich im Laufe der Zeit verändert hat und welche Rolle die Sprache überhaupt im Verhältnis der beiden Landesteile, Flandern und Wallonien, spielt.

Nicht nur die Sprachpolitik im engeren Sinne ist Gegenstand der Betrachtung, sondern auch das Parteiensystem, die Kirchen, Gewerkschaften und Medien werden beleuchtet.

Ob die Mehrsprachigkeit überhaupt das Kernproblem ist, und wie sie sich in den Schulen, in der Wirtschaft oder in der Migrantengemeinschaft auswirkt, auf diese Fragen findet das Buch eine Antwort.

Cover "Der innere Konflikt in Belgien"