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Musikhören und Musiksehen. Historische Wechselwirkungen vom 17. bis zum 21. Jahrhundert

In Kooperation mit dem MPI Wissenschaftsgeschichte Berlin und der Philipps-Universität Marburg


Projektlaufzeit: 2025-2028

Finanzierung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Projektbeschreibung

Kircher, A., "Musurgia universalis", 1650, speaking-trumpet

Die Rolle des Sehens beim Musikhören hat Menschen, die Musik machen, komponieren, hören, reflektieren und vermitteln, über Jahrhunderte hinweg beschäftigt. Sie bestimmt mit darüber, was „Musik“ bedeutete und welcher Status ihr zuerkannt wurde. In dem historischen Prozess der Herausbildung des musikalischen Hörens als einer Kulturtechnik erwies sich die Separierung des Hörsinns gegenüber anderen Sinneswahrnehmungen wie dem Sehen als ein wirkungsvoller Mechanismus. Die Wechselwirkungen zwischen Hören und Sehen, intendiert oder nicht-intendiert, in spezifischen historischen Konstellationen besser zu verstehen, ist das Anliegen dieses Kooperationsprojekts. Ziel ist ein neues, multisensorisches Verständnis einer Geschichte des Musikhörens. Den Kern des Projektes bilden drei exemplarische historische Konstellationen in der frühen Neuzeit, der Moderne und der Gegenwart und ihre Visualisierungs- bzw. Entvisualisierungsstrategien: (1) musikalische Räume und aristokratische Theaterbauten im 17. und 18. Jahrhundert, (2) die Konzertreformbewegung um 1900 mit ihren Bezügen zu den sozial- und humanwissenschaftlichen Wahrnehmungstheorien und (3) audiovisuelle Formate für Musikhörende im 20. und frühen 21. Jahrhundert. Eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe (4) wird die Teilprojekte integrieren und den Ansatz des Gesamtprojektes durch Einbeziehung weiterer Wissenschaftler:innen kulturvergleichend und epochenübergreifend vertiefen. Mit einem dreiteiligen Erarbeitungsprozess in jährlichen Workshops der interdisziplinären Arbeitsgruppe soll am Ende des Projekts 2028 ein englischsprachiger Sammelband herausgegeben werden.

Teilprojekt Potsdam: „Hören, Sehen, Lesen – Audiovisuelle Formate für Musikhörende am Beginn des 21. Jahrhunderts"

Team  

Prof. Dr. Christian Thorau (Leitung)
Raum 2.06.1.12
thorauuni-potsdamde

Julia Barreiro (Akademische Mitarbeiterin, Doktorandin)
Raum 2.06.2.03
julia.barreirouni-potsdamde
Screenshot TouchPress, App "Beethoven 9"

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Einblicke, Vorträge und Termine

  • 19.05.2025 Pint of Science Potsdam: Vortrag „Hören/Sehen/Lesen – Digitale Tools eines fokussierten Musikhörens“, Prof. Dr. Christian Thorau & Julia Barreiro M.A.
  • 18.06.2025 Lange Nacht der Digitalen Musik: Präsentation des Forschungsprojekts, Prof. Dr. Christian Thorau & Julia Barreiro M.A.
  • 26./27.06.2025, Workshop I – Interdisziplinäre Arbeitsgruppe: Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte Berlin
  • 18.-21.03.2026, Konferenz "The Historical Ear - What is Auditory History", Vortrag: "The Reading Ear: Guided Listening from a Diachronic Perspective", Prof. Dr. Christian Thorau & Julia Barreiro M.A., Paris
  • 09.05.2026, Potsdamer Tag der Wissenschaften - Golm, Workshop: "Interaktives Musikhören: Von der CD-Rom bis zur App", Julia Barreiro M.A.
  • 26./27.06.2026, Workshop II – Interdisziplinäre Arbeitsgruppe: Universität Potsdam

Einführende Literatur

  • Holzmüller, Anne (2022): „Schönberg in den Gassen. Ansätze zu einer Geschichte des musikalischen Hörens“,in: Raoul Mörchen, Carsten Seiffarth (Hg.): Listening / Hearing, Mainz: Schott, S. 38­–67.
  • Holzmüller, Anne/ Fuhrmann, Wolfgang (Hg.) (2020): Zwischen Absorption und Überwältigung. Musikalische Immersion in der Diskussion(= Musiktheorie 35,1), Laaber: Laaber.
  • Mitchell, W.J.T. (2005): „There Are No Visual Media“, in: Journal of Visual Culture 4, Nr. 2, S. 257–66.
  • Thompson, John B. (2021): Book Wars: The Digital Revolution in Publishing. Cambridge, Madford, MA: Polity Press.
  • Thorau, Christian/ Ziemer, Hansjakob (Hg.) (2019): The Oxford Handbook of Music Listening in the 19th and 20th Century, Oxford, New York: OUP.   http://www.oxfordhandbooks.com/view/10.1093/oxfordhb/9780190466961.001.0001/oxfordhb-9780190466961
  • Thorau, Christian (2022): „Interactive Scores as Public Music Analysis”, in: J. Daniel Jenkins (Hg.): The Oxford Handbook of Public Music Theory, Oxford, New York: OUP.  doi.org/10.1093/oxfordhb/­9780197551554.­001.0001    
  • Ziemer, Hansjakob (2008): Die Moderne hören. Das Konzert als urbanes Forum, 1890-1940, Frankfurt: Campus.