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Forschung


Ästhetische Bildung im Lehramtsstudium für die Primarstufe an der Universität Potsdam (ÄBiPrim) 

Erhebung zum Praxistransfer der Modulinhalte bei an der UP ausgebildeten Lehrkräften in brandenburgischen Grundschulen

Wer an der Universität Potsdam ein Lehramtsstudium für die Primarstufe aufnimmt entscheidet sich bereits bei der Bewerbung für eine Kombination aus zwei Fächern. Gewählt werden kann dabei aus Deutsch, Mathematik, Englisch, Sachunterricht, Musik, Kunst und Sport, wobei es für einzelne Fächer (z.B. für Musik, Kunst und Sport) eingeschränkte Kombinationsmöglichkeiten (nur mit Deutsch, Mathematik oder Englisch) gibt. In beiden Fächern müssen gleich viele Leistungspunkte absolviert werden, es wird also nicht zwischen kleinen und großen Fächern unterschieden.

Die Inhaltsfelder außerhalb der beiden gewählten Fächer studiert man an der Universität Potsdam in sogenannten Teilbereichen im Kontext der Grundschulbildung, zu denen u.a. auch die „Ästhetische Bildung: Musik, Kunst und Bewegung“ gehört.

Die drei zu diesem Teilbereich gehörenden Module heißen

  • Grundlagen musikalischer Bildung
  • Grundlagen Ästhetischer Bildung in der Kunstpädagogik
  • Bewegung, Spiel und Sport im Anfangsunterricht

Das sogenannte „ästhetische Band“ gehört seit Inkrafttreten der Ordnung im Wintersemester 20xy zum Studienangebot für alle Studierenden der Primarstufe, die keinen inklusiven Schwerpunkt gewählt haben. Im Kontext aktueller Überlegungen zu Stichworten wie z.B. Studienplanrevision, duales Studium, Eignungsprüfungen u.a. erachten die zuständigen Fachvertreter*innen der primarstufenspezifischen Fachdidaktiken für Musik, Kunst und Bewegung/Sport die Durchführung einer Evaluation zu den ursprünglich intendierten Zielsetzungen sowie über die Erfahrungen der Absolvent*innen im Schul- und Berufsalltag als notwendig und aufschlussreich.

Im Modulkatalog wird beschrieben, dass das Lehrangebot im Bereich der Ästhetischen Bildung den Studierenden die Bedeutung ästhetischer und körperlicher Erfahrungen für die kindliche Entwicklung aufzeigen und sie in die Lage versetzen soll, Bewegung und ästhetische Ausdrucksformen als Strukturierungs- und Rhythmisierungshilfe für einzelne Unterrichtsstunden oder -tage zu nutzen. Es geht demnach explizit NICHT um eine Ausbildung zum/zur „Fachlehrer*in light“, sondern anhand eigener ästhetisch-künstlerischer Praxis- und Wahrnehmungserfahrungen, um die Vermittlung von Strategien und Grundkompetenzen zur Initiierung ästhetischer Bildungsprozesse bei Grundschulkindern. Hierbei werden auch Prinzipien des fächerübergreifenden und fächerverbindenden Unterrichts berücksichtigt.  Neben der Wissensvermittlung muss es dabei bei den Studierenden um eine Wahrnehmungsdifferenzierung und ästhetische Erfahrungen mit allen Sinnen gehen, damit später dem Grundschulkind die aktive Aneignung und Verarbeitung seiner Umwelt erleichtert werden kann.

Zusammenfassend kann ästhetische Bildung als pädagogische Praxis in diversen künstlerischen, ästhetischen und medialen Feldern wie der Musik, der Bildenden Kunst, dem Tanz u.a. verstanden werden. Sabine Grosser spricht dabei vom Bildungskonzept einer sinnlich-reflexiven und performativ-handlungsbezogenen Praxis, das rezeptive und produktive ästhetische Erfahrungen auch als „Methode“ von Bildung versteht, bei dem es nicht zuletzt um Fragen der Persönlichkeitsbildung durch ästhetische Prozesse geht (vgl. Grosser 2020).

Das Department Musik und Kunst (in Kooperation mit dem Department „Sport- und Gesundheitswissenschaft“) an der Humanwissenschaftlichen Fakultät möchte mit dem hier skizzierten Forschungsprojekt evaluieren, inwieweit die formulierten Zielsetzungen bislang erreicht werden und welche Kompetenzen und Erfahrungen bei Lehrkräften an brandenburgischen Grundschulen in welcher Form zur Umsetzung bzw. Anwendung kommen. Methodisch wählen wir eine Evaluationsstudie zu mittelfristigen Wirkungen, die vorrangig auf den Praxistransfer der ersten 5 – 10 Berufsjahre abzielen. Die Erhebung erfolgt über Fragebögen mit qualitativen und quantitativen Antwortmöglichkeiten. Ob vertiefende, leitfadengestützte Interviews mit ausgewählten Befragten die großflächige Umfrage flankieren können ist noch zu entscheiden.

Federführend übernimmt die Professur für Elementare Musikpädagogik die Abstimmung der Fragestellungen mit den Fachdidaktiken Kunst und Sport und nach dem Rücklauf die Auswertung und Darstellung der Ergebnisse. Folgende Inhaltsbereiche sollen im Fragebogen thematisiert werden:

  • Definitionen und Theoriebildung zum Begriff der Ästhetik, fachrelevante Implikationen, Impulse für die Reflexionsebene
  • Wirkung und Nachhaltigkeit von Aufgaben aus dem Bereich der persönlichen Erfahrungserweiterung / von ästhetischen Prozessen
  • Bedeutung von in Werkstätten und seminaristischen Übungen erfahrenen Praxismaterialien
  • Persönliche Rückmeldungen und Anregungen an das „Ä-Bi-Team“

Im Wintersemester 24/25 sollen die Fragebögen über das MWFK an die Grundschullehrkräfte versandt werden. Mit der Auswertung soll und kann im vorlesungsfreien Zeitraum zwischen WiSe 24/25 und SoSe 2025 begonnen werden.

Stellvertretend für alle beteiligten Bereiche erhofft sich die Projektleitung eine Unterstützung durch das MWFK bei der zielgerichteten Adressierung der Fragebögen an die angesprochene Absolvent*innengruppe und steht bei Rückfragen und Abstimmungsbedarfen jederzeit zur Verfügung.