uni-potsdam.de

Sie verwenden einen veralteten Browser mit Sicherheitsschwachstellen und können die Funktionen dieser Webseite nicht nutzen.

Hier erfahren Sie, wie einfach Sie Ihren Browser aktualisieren können.

Nutzpflanzen

In Nutzpflanzengarten zeigen wir Pflanzen, die von Menschen genutzt werden. Neben Nahrungspflanzen zeigen wir Pflanzen, die man für Fasern, zum Färben, als Heil- oder als Gewürzpflanzen verwendet.

Färbepflanzen

Farbstoffe von Pflanzen werden schon seit über 4.400 Jahren zum Färben von Textilien benutzt. Sie können aus unterschiedlichen Pflanzenteilen gewonnen werden. Seit der Erfindung der Synthese und großtechnischen Herstellung künstlicher Farben gegen Ende des 19. Jahrhunderts haben Pflanzenfarbstoffe allerdings stark an Bedeutung verloren. Heute werden sie vor allem in speziellen Fällen wie der Kunstmalerei, dem kunstgewerblichen Handdruck, der Restaurierung historischer Textilien und der Herstellung von Markenkleidung mit Öko-Siegeln verwendet.

Wissenschaftl. NameDeutscher NamePflanzenteilFarbe
Phytolacca americanaKermesbeereFrüchteRot
Rubia tinctoriaFärber-Röte, KrappwurzelWurzelRot
Asperula tinctoriaFärber-MeisterWurzelRot
Carthamus tinctoriusSaflor, FärberdistelBlütenRot
Alcea roseaStockroseBlütenRot
Lawsonia inermisHennastrauchBlätterOrange
Coreopsis tinctoriaMädchenaugeBlütenOrange
Anthemis tinctoriaFärberkamilleBlütenGoldgelb
Reseda luteolaFärber-WauGanze PflanzeGelb
Serratula tinctoriaFärber-ScharteGanze PflanzeGelb
Genista tinctoriaFärber-GinsterSpross mit BlütenGelb
Indigofera tinctoriaIndigostrauchBlätterBlau
Isatis tinctoriaFärberwaidBlätter

Blau


 

Faserpflanzen

Schon in der frühesten Menschheitsgeschichte wurden Pflanzenfasern zur Herstellung von Kleidung und Haushaltsgegenständen genutzt. Die ersten Nachweise des Leinanbaus (in Syrien und Mesopotamien) stammen vom Ende des 7. Jahrtausends vor unserer Zeitrechnung, noch aus vorkeramischer Zeit. Die ältesten Funde von Leinen als Stoff wurden in Ägypten gemacht und sind etwa 6.000 Jahre alt.

Von den fast 2.000 Pflanzenarten, die nachweislich zur Faserherstellung genutzt wurden, haben nur wenige eine größere weltwirtschaftliche Bedeutung erlangt. Heute spielen neben Baumwolle nur noch Jute, Hanf, Sisal und Lein eine wesentliche Rolle.

Fasern können aus Stängeln, Blättern oder Früchten gewonnen werden. Von den hier zu sehenden Pflanzen gewinnt man aus folgenden Stängelfasern: Lein (Linum usitatissimum), Hanf (Cannabis sativa), Große Brennnessel und Hanf-Nessel (Urtica dioicaU. cannabina), Kenaf (Hibiscus cannabinus), Rosella (Hibiscus sabdariffa), Kashi (Abutilon indicum) und Chinesische Jute (Abutilon theophrasti). Blattfasern liefern Neuseeländischer Flachs (Phormium tenax), Bogenhanf (Sansevieria trifasciata) und Hanfpalme (Trachycarpus fortunei). Von der Baumwolle (Gossypium herbaceum), heute die weltweit mit Abstand wichtigste Faserpflanze, nutzt man die Samenhaare.