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Zielsetzungsphase

Wie setze und formuliere ich Ziele?

Entsprechend der Vorgaben der schulinternen Curiccula und des Rahmenlehrplans sind die groben Ziele bereits durch externe Beschlüsse vorgegeben. Jedoch müssen diese Vorgaben noch auf die Individualität der eigenen Klasse angepasst und ggf. abgeändert werden. Die unterrichtsinterne Zielsetzung dient somit einerseits der Erfüllung der Kompetenzerreichung nach der Standardformulierung zur besseren Vergleichbarkeit der Schulleistungen und andererseits zur Planung für die gemeinsame Aufbereitung dieser Standards. Zusätzlich dienen Zielfindungs- und Zielfestlegungsphasen der Orientierung und Gestaltung des eigenen Unterrichts für Lernende und Lehrende.

Ein sehr bedeutender Punkt in der Zielfestlegung und -formulierung ist dabei die gemeinsane Arbeit zwischen Schüler/ innen und Lehrer/ innen. Entsprechend der Fähigkeiten, Fertigkeiten und Interessen der Lernenden, sowie der Kompetenzen der Lehrenden ist es notwendig Ziele zu formulieren,

  • die von jedem akzeptiert werden und
  • die von jedem entsprechend seiner Konstitution umgesetzt werden können.

So ist eine erfolgreiche Zielerreichung nur gewährleistet, wenn Schüler/ innen und Lehrer/ innen hinter ihren Zielen stehen und diese gemeinsam vertreten.

Zur Umsetzung dieser Aspekte müsse im ersten Schritt der Rahmen der Ziele festgelegt werden. Handelt es sich um Rahmenziele, die in einer längeren Zeitspanne als übergeordnete Ziele dienen? Sind es Teilziele, die bestimmte Sequenzen einer Gesamtplanung markieren und der Verdeutlichung des Arbeitsprozesses dienen oder sind es konkrete Handlungsziele die kurzfristig und unmittelbar festgelegt und erreicht werden und somit als konkrete Umsetzungsstrategien angesehen werden könne? Ist man sich der Dimensionierung der Ziele bewusst können entsprechend der folgenden Punkte die Ziele gemeinsam formuliert und festgelegt werden:

  • Ist mein Ziel kompetenzorientiert?
  • Ist mein Ziel nachvollziehbar?
  • Ist mein Ziel überprüfbar?
  • Ist mein Ziel realisierbar?
  • Ist mein Ziel relevant?

Abschließend ist noch anzumerken, dass Ziele in einem stetigen Reflexionsprozess immer wieder herangezogen werden, um ggf. Veränderungen vorzunehmen oder zu entscheiden, wie der weitere Handlungsverlauf aussehen könnte. Der Umgang mit Zielen sollte daher nicht statisch, sondern flexibel und veränderbar angesehen werden.

Wie setzte ich Zielfindungsphasen in einer prozessorientierten Didaktik ein?

Die Phasen in denen die Ziele besprochen, geändert und festgelegt werden sind in einer prozessorientierten Didaktik entscheidend. Sie markieren Ausgangs-und Endpunkte eines Arbeitsprozesses, dienen der Reflexion des eigenen Arbeitsprozesses und dokumentieren den eigenen Lern- und Entwicklungsweg.

Umgang mit Fehlern

Wie bereits in der Definition festgelegt wird in einer prozessorientierten Didaktik ein konstruktiver und positiver Umgang mit Fehlern gefordert. Fehler sind dazu da, gemacht zu werden und um lernen überhaupt stattfinden zu lassen. Dementsprechend sollten Fehler in Bezug auf die eigenen Ziele gemeinsam und demokratisch bewertet und ggf. behoben werden. So ist es wichtig, dass nicht vordergründig die Lehrenden die Fehler aufdecken, sondern die Lernenden hauptsächlich entscheiden, wo ein Fehler vorliegt und entscheiden, ob der Fehler in der Zielformulierung oder in der Herangehensweise des Ziels verortet werden kann.

Lernwiderstände aufdecken/ analysieren

Ähnlich wie im Umgang mit Fehlern, können Ziele auch bei der Bewertung von Lernwiderständen hilfreich sein. So können beispielsweise unrealistische Ziele dazu führen, dass nicht effektiv gearbeitet wird oder Unlust an der eigenen Arbeit entsteht. Auch das extrinsische Festlegen und Delegieren von Zielen, die den Lernenden als „unnütz“ oder nicht nachvollziehbar erscheinen, können zu Lernwiderständen führen. Auch für die Lehrenden kann es häufig zu Missverständnissen kommen, wenn die Ziele nicht eindeutig formuliert sind und auch schlecht überprüft werden kann, wann ein Ziel erreicht ist und wann nicht. So ist es nun, zusammenfassend gesagt, empfehlenswert die festgelegten Ziele immer im Blick zu behalten und stets in die Reflexion mit einzubeziehen.

Kompetenzen überprüfen

Da seit bereits mehreren Jahren das Unterrichten an der Orientierung an Kompetenzen ausgerichtet ist, ist es auch sinnvoll Ziele entsprechend einem Kompetenzmuster zu formulieren. Die Schüler/ innen entscheiden daher in der Zielformulierung nicht mehr den Ausgangspunkt als Ziel, sondern formulieren, was sie nach dem Arbeitsprozess erreicht haben wollen: z.B. „Mein Ziel ist es, nachhaltige Kaufentscheidungen treffen zu können.“ Festgelegte kompetenzorientierte Ziele müssen daher so formuliert werden, dass das Endergebnis auch erkennbar und überprüfbar ist. Bei dem hier angegebenen Beispiel wäre die Überprüfung z.B. ein gemeinsamer Einkauf für das Frühstück am letzten Schultag und die Schüler/ innen dann Nahrungsmittel kaufen, die nachhaltig angebaut und transportiert wurden, aus der Region kommen und weitere Aspekte berücksichtigen.