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H2C2 - How to Communicate Chemistry?

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Image: Nastja Riemer

Wissenschaftskommunikation hat seit der Corona-Pandemie an Bedeutung und Relevanz gewonnen. Die adressatengerechte Kommunikation wissenschaftlicher Arbeit und Erkenntnisse ist jedoch nicht nur für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler relevant. Neben der breiten Öffentlichkeit sind es insbesondere Schülerinnen und Schüler, welche (natur-)wissenschaftliche Inhalte in den MINT-Fächern präsentiert und kommuniziert bekommen. Daher ist es erforderlich, dass angehende Lehrkräfte befähigt werden wissenschaftliche Erkenntnisse einerseits adressatengerecht und zugleich auch fachlich korrekt wiederzugeben und erläutern zu können. Der korrekte Transfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen ist aufgrund von Fake News, den zahlreichen (sozialen) Kanälen, über die Personen ohne wissenschaftlichen Hintergrund vermeintlich wissenschaftliche Inhalte präsentieren, und auch aufgrund von allen mit Künstlicher Intelligenz verbundenen Besonderheiten, bedeutender denn je. Es ist zwingend erforderlich die nachfolgenden Generationen für wissenschaftlich fundierte Berichterstattung zu sensibilisieren.
Daher soll künftig im Rahmen der fachwissenschaftlichen Anteile der Lehrkräftebildung Chemie sowohl ein Fokus auf die verbale als auch auf die schriftliche Kommunikation chemischer Inhalte gelegt werden. Zur Wissenschaftskommunikation gehört es zudem dazu, dass wissenschaftliche Daten korrekt visualisiert werden.
Im Lehramtsstudium Chemie haben die Studierenden jedoch nur wenige obligatorische Gelegenheiten sich in der Kommunikation von chemischen Fachinhalten zu üben, denn in Seminaren, Übungen und Vorlesungen besteht keine Anwesenheitspflicht. Zudem finden Modulprüfungen als Klausur und nur äußerst selten als mündliche Prüfung statt. In Klausuren müssen oft nur einzelne Schlagworte, Summenformeln, Reaktionsgleichungen etc. angegeben und nur vereinzelt ausführlichere Begründungen und Erläuterungen formuliert werden. Ein Feedback erhalten die Studierenden dabei oft lediglich in Form einer Klausurnote, was den Studierenden in Bezug auf ihre Wissenschaftskommunikations-Kompetenz nicht weiterhilft.
In den verschiedenen fachwissenschaftlichen Laborpraktika im Lehramtsstudium Chemie besteht aufgrund der durchzuführenden Versuche Anwesenheitspflicht. Zudem sind zu allen Experimenten digitale bzw. mündliche Antestate zu bestehen und die durchgeführten Experimente wissenschaftlich korrekt zu dokumentieren und entsprechend schriftliche Protokolle anzufertigen. Daher sollen für die Laborpraktika Allgemeine Chemie für Lehramt, Anorganische Chemie für Lehramt und Physikalische Chemie für Lehramt, aber auch für die zu den entsprechenden Modulen zugehörigen Seminare und Übungen, verschiedene Maßnahmen entwickelt werden um die Lehramtsstudierenden dabei zu unterstützen die verschiedenen sprachlichen Ebenen gezielt und gewinnbringend zu verwenden. Zusätzlich sollen für diejenigen Studierenden, die an den Seminaren und Übungen aus verschiedenen Gründen nicht teilnehmen können, online-Angebote im Moodle-Kurs entwickelt werden, denn alle (angehenden) Lehrkräfte der Chemie sollten neben der Alltagssprache auch die Bildungs- und die Fachsprache beherrschen. Dadurch kann es ihnen schließlich gelingen, fachlich komplexe Inhalte für jüngere und ältere Schülerinnen und Schüler gleichermaßen anschaulich und verständlich zu kommunizieren.