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Forschung

Unsere Forschung beschäftigt sich mit den affektiven Grundlagen von Motivation im Kontext von Bewegung und Sport. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Menschen Bewegung und Sport erleben, wie sich solche Erfahrungen über die Zeit zu motivational bedeutsamen Orientierungen entwickeln und wie sie dazu beitragen, dass Menschen sich körperlicher Aktivität zuwenden oder sie eher vermeiden.

Besonders interessieren uns dabei angenehme und unangenehme Gefühle während körperlicher Aktivität sowie die Bedingungen, unter denen solche affektiven Erfahrungen entstehen. Wir untersuchen diese Prozesse sowohl im Kindes- und Jugendalter, insbesondere im Schul- und Vereinssport, als auch bei Erwachsenen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie frühere Erfahrungen mit Bewegung und Sport erinnert werden und wie sie die gegenwärtige Motivation und das spätere Bewegungs- und Sportverhalten prägen können.

Theoretisch knüpft unsere Forschung insbesondere an die Affective-Reflective Theory of Physical Inactivity and Exercise (ART) sowie an aktuelle Ansätze zur Beschreibung affektiver Erfahrungen und affektiver Motivation an. Methodisch verbinden wir Befragungsverfahren mit experimentellen und verhaltensbezogenen Ansätzen sowie sensorgestützten Messungen von Bewegungsintensität und körperlicher Beanspruchung. Ein besonderes Anliegen unserer Forschung ist es, affektive Prozesse möglichst nah an ihrem tatsächlichen Auftreten zu untersuchen, beispielsweise während des Sportunterrichts oder anderer Bewegungs- und Sportaktivitäten.


Ausgewählte Forschungsschwerpunkte und -projekte

Affektives Erleben im Sportunterricht

Wie erleben Kinder und Jugendliche den Sportunterricht und wodurch wird dieses Erleben geprägt? Wir untersuchen Sportunterricht als komplexes Zusammenspiel von Unterrichtsangebot und dessen individueller Nutzung. Dazu verbinden wir detaillierte Unterrichtsbeobachtungen mit sensorgestützten Messungen körperlicher Aktivität und Beanspruchung sowie mit der Erfassung affektiver Reaktionen während des Unterrichts. Uns interessiert, wie Unterrichtsgestaltung, tatsächliche Bewegungsaktivität und individuelles Erleben zusammenwirken und welche Bedeutung diese Erfahrungen für die Motivation und das Sporttreiben von Kindern und Jugendlichen haben.

Affektive Sport- und Bewegungsbiografien

Wie prägen frühere Erfahrungen mit Bewegung und Sport unsere heutige Motivation? Wir untersuchen, welche affektiven Spuren Erfahrungen im Sportunterricht, im Vereinssport und in anderen Bewegungskontexten über die Lebensspanne hinterlassen. Im Mittelpunkt stehen Erinnerungen an positive und negative Erfahrungen sowie die Frage, welche Lebensphasen und Erlebnisse für die individuelle Sport- und Bewegungsbiografie besonders prägend sind. Dabei interessiert uns besonders, wie sich solche Erfahrungen über die Zeit zu relativ stabilen affektiv-motivationalen Orientierungen verdichten und dazu beitragen können, ob Menschen Bewegung und Sport später mit Anziehung oder Abneigung begegnen und dauerhaft körperlich aktiv bleiben.

Freude an Bewegung und affektive Motivation im Kindesalter

Wie können Bewegungsangebote dazu beitragen, dass Kinder (im Alter von 8-12 Jahren) Freude an Bewegung und Sport entwickeln? Im Rahmen des Projekts „Joy of Moving“ untersuchen wir, wie Kinder spielerisch gestaltete Bewegungsangebote erleben und welche Erfahrungen dabei für die Entwicklung ihrer affektiven Motivation besonders bedeutsam sind. Im Mittelpunkt steht die Frage, unter welchen Bedingungen Bewegung nicht nur stattfindet, sondern sich auch gut anfühlt, und wie solche positiven Erfahrungen dazu beitragen können, dass Kinder eine nachhaltige Anziehung zu Bewegung und Sport entwickeln.