Verfügbare Abschlussarbeiten

1. Anpassungen von Laufkäfern an Lichtverschmutzung in Urbanen Lebensräumen - Berlin! (Sommer)

Bodenlebende Insekten sind ein wichtiger Teil des ökologischen Nahrungsnetzes, ihre Anpassung oder Verwundbarkeit durch Lichtverschmutzung wurde bislang wenig untersucht, weil sie weniger sichtbar sind als die sprichwörtliche Motte, die ins Licht fliegt. Bei Motten kann man bereits Anpassungen an Lichtverschmutzung beobachten: die „Flight-to-light“ response ist häufiger bei Motten aus ländlichen Gebieten als bei Motten aus der Stadt (Altermatt & Ebert 2016, Biol. Lett.). Ob es schon ähnliche Anpassungen bei Stadtkäfern gibt, würden wir gerne an Tieren untersuchen, die auf verschieden lichtbelasteten Flächen im Berliner Stadtgebiet („Cityscapelab“) gefangen werden sollen und deren Verhalten (walk-to-light, Aktivität unter verschiedenen Lichtbedingungen) unter standardisierten Bedingungen getestet werden soll (zB wie in Eccard et al. 2018, Insect Biodiversity and Conservation).

Ansprechpartner: Jana Eccard (eccard@uni-potsdam.de)

 

2. Experimentelle Feld- und Verhaltensuntersuchungen an der Tierökologischen Aussenstation Potsdam

Ein Auto erleichtert die Anfahrt (geht auch mit Fahrrad / Öffis)

2a Verhaltensanpassungen an extreme Populationsdichten

Viele Nagetierpopulation durchleben extreme annuelle und multiannuelle Dichtefluktuationen. Passen sich die kurzlebigen Tiere mit ihren Tierpersönlichkeiten phänotypisch daran an? Wir haben Feldmäuse, die in hohen oder niedrigen Dichten geboren worden sind auf klassische Persönlichkeitsmerkmale getestet. In der ausgeschriebene Arbeit sollten nun verschiedene Parameter des Sozialverhaltens experimentell getestet und zwischen hohen und niedrigen Dichten verglichen werden.

Ansprechpartnerin: Karin Schneeberger (schneebergeruni-potsdam)

2b Sexueller Konflikt und Sexuelle Selektion: Reproduktionsverhalten von Wühlmäusen (Sommer)

Infantizid durch Männchen ist eine extreme Form des Geschlechterkonflikts, und Säugetierweibchen haben viele Gegenstrategien entwickelt (Eccard et al. 2017 Oecologia, Klemme et al. 2012 Behav Ecol). Wir untersuchen in kurzen Verhaltensversuchen diese Strategien im Gehegepopulationen und beobachten die Tiere mit Telemetrie.

Ansprechpartnerin: Jana  Eccard (eccard@uni-potsdam.de)

 

3. Ökosystemdienstleistungen von Wühlmäusen  - BioGeo

Biologische Station Gülpe (JWD)

Sind Wühlmäuse eigentlich zu irgendetwas nütze? Vor dem Hintergrund sich verändernder Niederschlagsmuster (Starkregen, Überschwemmungen) wollen wir in diesem Projekt die Wirkung von Wühlmausbauten auf Niederschlagsabfluss, Wasserretention, Nährstoffausschwemmung etc… untersuchen. Hierzu sollen Langzeitdaten ausgewertet werden, die in einem  Versuch an der Ökologischen Station Gülpe bereits gesammelt wurden (Lysimeterversuch) bzw in kurzen eigenen Beregnungsversuchen gesammelt werden können.

Ansprechpartnerin: Jana  Eccard (eccard@uni-potsdam.de)

 

4.Interaktionen zwischen einheimischen und invasiven Nagetierarten - Aktivitätsmuster und Tierpersönlichkeit

Seit 100 Jahren breitet sich die mitteleuropäische Rötelmaus über Irland aus und reduziert dabei die Populationen der irischen Waldmaus. In einem Irisch-Deutschen Forscherteam haben wir das Verhalten der beiden Arten in ihren natürlichen Lebensräumen untersucht. Die Tiere wurden auf 6 Flächen mit Lebendfallen gefangen, einem Persönlichkeitstests unterzogen und individuell am Fell markiert. Dann wurden pro Fläche zehn „Small mammal spy boxes“ aufgestellt, die knapp 7000 kurze Filme von Tieren jeweils mit Zeitstempel gemacht haben. Mit diesen Aufnahmen können im Rahmen einer Masterarbeit Aktivitätsmuster der Arten in Koexistenz oder Alleinvorkommen untersucht werden, sowie das natürliche Verhalten der verschiedenen Individuen (Latenz bis zum Besuch der Spy Box, Dauer des Aufenthalts, Persistenz und Besuchshäufigkeit, Interaktion mit Artgenossen und Fremdarten …) im Zusammenhang mit ihren Tierpersönlichkeitswerten ausgewertet werden.

Ansprechpartnerin: Jana  Eccard (eccarduni-potsdamde)