Unternehmenskommunikation

In der Unternehmenskommunikation werden Kommunikationskonzepte entwickelt und umgesetzt. Ein gutes Kommunikationskonzept gibt vor, wie sich ein Unternehmen nach außen und innen hin präsentiert, welche Leitbilder, Ziele und Werte es sich als Marke oder Arbeitgeber*in setzt, wie es auf bestimmte Situationen reagiert und in Krisen handelt. Kommunikationskonzepte sind dafür da, eine Unternehmenspersönlichkeit oder -story zu erzeugen und so das Image bzw. die Reputation eines Unternehmens positiv zu beeinflussen. Das hat Auswirkungen auf die Marketingstrategie, aber auch auf die Personalentwicklung eines Unternehmens und betrifft im Grunde alle Kommunikationsprozesse eines Unternehmens.

Die Unternehmenskommunikation lässt sich zielgruppenspezifisch in zwei Bereiche unterteilen: interne und externe Kommunikation. In der externen Kommunikation werden Kund*innen, Handels- bzw. Geschäftspartner*innen adressiert, aber auch Lieferant*innen, Aktionär*innen, Finanzmarktanalyst*innen, Medien und Politik. Bei der internen Kommunikation geht es um die eigenen Mitarbeiter*innen, (potentielle) Investor*innen und (Mit)Eigentümer*innen eines Unternehmens. All diese Zielgruppen sind sogenannte Stakeholder*innen für das Unternehmen. Das heißt, sie sind direkt oder indirekt daran beteiligt, dass ein Unternehmen erfolgreich ist. In größeren Unternehmen wird die Unternehmenskommunikation häufig auf verschiedene Bereiche verteilt, beispielsweise auf eine PR-/ Öffentlichkeitsabteilung, eine Pressestelle und eine Abteilung für die interne Kommunikation oder es gibt eine Abteilung, in der alle kommunikativen Prozesse zusammenlaufen. Die Organisationsstrukturen können zwischen den Unternehmen variieren und sind abhängig zum Beispiel von der Branche, der Unternehmensgröße, den Zielen und Kommunikationskonzepten des Unternehmens.

Unternehmenskommunikation ist keine eigene Berufsbezeichnung. Arbeitgeber*innen suchen Communication Manager*innen, PR-Manager*innen, Marketing- und Kommunikationsmanager*innen, Pressesprecher*innen oder Referent*innen für interne bzw. externe Kommunikation. Nicht selten arbeitet man in der Unternehmenskommunikation mit Kolleg*innen aus den Marketing-, Vertriebs-, Human Ressource-, PR- oder IT-Abteilungen in Teams oder Arbeitskreisen zusammen. Zudem kann eine Stelle in der Unternehmenskommunikation auch inhaltliche Überschneidungen mit Marketing- oder PR-Tätigkeiten haben.
Die Tätigkeitsfelder in der Unternehmenskommunikation können sehr vielfältig sein und von Stelle zu Stelle variieren. In der externen Unternehmenskommunikation gehören z. B. dazu Kund*innenmagazine und Imagebroschüren gestalten und herausgeben, Sponsoring/ Spenden-Aktionen planen und umsetzen, Events veranstalten, Social-Media-Kampagnen konzipieren, Reden schreiben, die Unternehmenshomepage pflegen, Pressekonferenzen halten, die Finanzkommunikation gestalten, Community-Management betreiben, Marken promoten oder Krisen managen. Zum Tätigkeitsbereich der internen Kommunikation zählen beispielsweise den Dialog zwischen Geschäftsleitung und Mitarbeiter*innen gestalten, Mitarbeiter*innen-Newsletter herausgeben, interne Umfragen konzipieren und durchführen, interne Handbüchern und Anleitungen erstellen, (Video-)Konferenzen/-Meetings organisieren oder Events für den Vorstand eines Unternehmens konzipieren und durchführen.

Gesucht werden je nach Branche sowohl Fachspezialist*innen als auch Generalist*innen, weshalb fast jedes Studienfach für das Berufsfeld qualifizieren kann. Vor allem Sozial-, Geistes- und Kommunikationswissenschaftler*innen bringen Fähigkeiten und Kenntnisse mit, die im Bereich der Unternehmenskommunikation gefragt sind, denn ausschlaggebend sind in erster Linie gute Kommunikationsfähigkeiten, Diplomatie sowie die Fähigkeit sich in komplexe Themen einzuarbeiten und sie zielgruppenspezifisch aufzubereiten. Wer in der Unternehmenskommunikation arbeitet, repräsentiert das Unternehmen nach außen bzw. nach innen und muss mit den wichtigsten Konzepten und Terminologien des Unternehmens verhandlungssicher umgehen können. Je nach Branche kann daher auch ein anderes Fachstudium von Vorteil sein.
Wesentlich für den Einstieg sind vor allem Praxiserfahrungen in Form von Praktika, Nebenjobs, Volontariate o. Ä. Gern gesehen sind Kompetenzen im Bereich journalistisches Schreiben, praktische Erfahrungen im Kommunikations-, Medien- bzw. PR-Bereich und Auslandserfahrungen. Auch Knowhow im Umgang mit Social Media wird zunehmend wichtiger. Wer sich für eine bestimmte Branche oder für ein konkretes Unternehmen interessiert, sollte sich mit den Zielen und Werten des Unternehmens identifizieren können. Zudem ist für die Unternehmenskommunikation ein gewisses Maß an Offenheit für neue Kommunikationsinstrumente wichtig, da sich Kommunikationsprozesse im Zuge von Digitalisierung und Transnationalisierung auch im Bereich der Unternehmenskommunikation wandeln und viel Neues möglich werden lassen.

Foto Ibrahim Ghubbar

Ibrahim Ghubbar

Head of Strategy & Communication bei der Perseus Technologies GmbH

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