Nadine Fricke

Sozialpädagogin

im Bereich des Integrationsmanagements einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung beim Träger Fliedners LAFIM-Dienste für Menschen gAG

 

Was haben Sie studiert?

Erziehungswissenschaften und Germanistische Linguistik

Wie sind Sie zu Ihrem Beruf gekommen?

In meiner Bewerbungsphase habe ich von einer Freundin erfahren, dass Fliedners engagierte Leute sucht. Nach 2 Vorstellungsgesprächen begann ich zunächst als soziale Fachkraft im ambulanten Bereich an zu arbeiten. Dort betreute ich Menschen mit einer geistigen Behinderung und/oder psychischen Erkrankung in ihrem Alltag. Durch Motivation, Beratung und Begleitung werden die Menschen individuell gefördert und in allen Lebenssituationen unterstützt. Dokumentationen und die Erstellung eines Hilfeplans gehörten dabei ebenso zu meinem Tätigkeitsfeld. Nach einem Jahr wechselte ich den Fachbereich. Seit September 2016 vertrete ich eine Kollegin, die in Elternzeit ist.

Welche drei Sachen haben Sie auf der Arbeit zuletzt erledigt?

Im Moment vertrete ich meine Kollegin aus dem sozialen Fachdienst. Das heißt ich bin für die Beschäftigten und Gruppenleiter aus der Werkstatt in allen täglichen Belangen zuständig. Heute Morgen musste ich zwei Beschäftigte, die aneinander geraten sind, beruhigen und anschließende Reflexionsgespräche mit ihnen führen. Die Situation musste darauf hin dokumentiert werden.
Eine meiner letzten Tätigkeiten war es außerdem Verträge und andere Formulare für ein Praktikum zusammenzustellen und vorzubereiten. Dazu gehört es, eine Art Personenakte anzulegen, in der der Weg zum, im und nach dem Praktikum aufgeführt und schriftlich begleitet wird. Der ausgefüllte personifizierte Praktikumsvertrag wurde heute im jeweiligen Unternehmen mit der Personalabteilung besprochen. Danach besuchte ich den Praktikanten, um zu schauen ob an seinem ersten Tag alles gut geklappt hat.

Für welchen Fachbereich sind Sie Pädagogin?

Sozialpädagogin - Rehabilitation von Menschen mit Behinderung

Mit welchen Altersklassen bzw. Zielgruppen arbeiten Sie?

Als Integrationsbegleitung arbeite ich mit Menschen zusammen, die eine geistige sowie psychische Erkrankung haben. Die Altersstufen sind dabei sehr unterschiedlich. Menschen zwischen 20 Jahre bis 64 Jahren werden von mir betreut.

Was zeichnet für Sie eine*n gute*n Pädagog*in aus?

Eine „gute“ Pädagogin sollte unvoreingenommen, offen und ehrlich auf Menschen zugehen können. Sicher sollte sie über pädagogisches Wissen verfügen, dabei aber stets die Lust und Freude haben mit Menschen zu arbeiten. Empathie ist ebenso eine der wichtigsten Eigenschaften, die ein Pädagoge haben sollte.

Wie sehen Sie Ihr Potential, die Welt zu verändern?

Meine Arbeit gibt den Menschen mit Behinderung, die bisher nur innerhalb der Werkstatt gearbeitet haben, die Möglichkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt Erfahrungen zu sammeln und gegebenenfalls dort einen festen Arbeitsplatz zu bekommen. Ich betreue all diejenigen Menschen mit Handikap die einen ausgelagerten Arbeitsplatz haben. Dabei gehört es auch zu meinen Aufgaben, neue Unternehmen für eine Kooperation mit der Werkstatt zu gewinnen. Es bereitet mir sehr viel Freude zu sehen, dass beide Seiten, die Menschen mit Behinderung und die Firmen, von diesem Austausch profitieren. Zum einen sieht man deutlich die Entwicklungssteigerung und die Freude an der Teilhabe bei den Beschäftigten und zum anderen verlieren die Unternehmen die Scheu vor der Person mit Behinderung.

Was fordert Sie an Ihrem Beruf heraus?

Jeder Beschäftigte ist etwas Besonderes. Jeder hat seine individuellen Wünsche und Bedürfnisse. Meine Herausforderung ist es auf diese Wünsche und Bedürfnisse adäquat einzugehen. Es ist immer wieder toll mit Menschen zusammenzuarbeiten und Teil dieser meist erfolgreichen Integration zu sein.

Ihre Tipps für Berufseinsteiger*innen?

Versucht so viele Praktika im Berufsfeld zu machen wie nur möglich. Gebt niemals auf, glaubt an euch. Und habt den Mut etwas Neues auszuprobieren.