Brandenburg 1717. Topografie eines Landes in Wort und Bild im frühen 18. Jahrhundert

Daniel Petzold, "Die Stadt und Vestung Cüstrin in der Neumarck", um 1710. Aus: Meisner 1913, Taf. 36
Photo: Meisner 1913, Taf. 36
Daniel Petzold, "Die Stadt und Vestung Cüstrin in der Neumarck", um 1710. Aus: Meisner, Heinrich (Hrsg.): Ansichten Märkischer und Pommerscher Städte aus den Jahren 1710-1715. Nach den Originalzeichnungen Daniel Petzolds. 1913, Taf. 36

Geplant ist die Edition einer Landesbeschreibung Brandenburgs von Johann Christoph Bekmann (GStA PK, VI. HA, Nl Bekmann Nr. 35) und der ursprünglich zugehörigen Stadtansichten von Christian Gottlieb Hertel und Daniel Petzold (SBB PK, Kartenabteilung Y 12469). Der Text von rund 1.100 Seiten behandelt die zentralen, südlichen und östlichen Landesteile. Bedingt durch den Tod des Autors 1717 ist er nicht zum Druck gelangt. Die 1751-1753 erfolgte Ausgabe der Historischen Beschreibung der Chur und Mark Brandenburg blieb bekanntlich Fragment und stellt das Land nur allgemein und lediglich im Westen detailliert dar. Die projektierte Edition schließt daran ohne räumliche Überschneidungen an. Sie vereint zudem die Beschreibung und die davon getrennten Stadtansichten wieder und präsentiert damit erstmalig eine Topografie Brandenburgs bis 1717 in Wort und Bild. Neben erläuternden Stellenkommentaren ist als Überblickskommentar die Entstehungs- und Überlieferungsgeschichte des Manuskriptes und der Veduten mit einer ereignis-, sozial-, kultur-, kunst- und wissenschaftsgeschichtlichen Einordnung des Werkes und dessen Wort-Bild-Relation vorgesehen. Die Edition wird durch Personen- und Ortsregister erschlossen. Dem Druck folgt eine digitale Ausgabe, die in größere Korpora eingebunden wird. Zudem ist eine Website geplant, die alle Informationen auf einer Karte Brandenburgs räumlich verteilt präsentiert.

Thomas Fischbacher erweckt eine 300 Jahre alte Landesbeschreibung zu neuem Leben

Thomas Fischbacher kommt derzeit viel herum. Er fährt mit Zug und Fahrrad quer durch Brandenburg – in die vielen kleinen Städte der Mark, von Ziesar bis Falkenburg und von Strasburg bis Peitz. Nicht selten steht er auf Erhöhungen außerhalb der Ortschaft und schaut, eine alte Ansicht von ihr in der Hand, auf die Stadtsilhouette. „Manchmal klingle ich auch bei Leuten und frage, ob ich mal einen Blick aus ihrem Dachfenster werfen darf“, sagt er lachend. „Die meisten sind sehr freundlich und hilfsbereit.“ All das im Dienste der Wissenschaft. Thomas Fischbacher ist Historiker an der Universität Potsdam und arbeitet an der Edition einer der frühesten umfassenden und illustrierten Beschreibungen Brandenburgs – vom Wetter bis zur Stadtgeschichte – aus dem Jahr 1717.

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