Aktuelle Projekte
Phonefree Bodies – Körper, Bewegung und Digitalität im Schulalltag: Multidimensionale Erfassung möglicher Effekte eines Handyverbots auf Schüler:innen
Schulische Handyverbote werden bildungspolitisch zunehmend diskutiert, die empirische Befundlage dazu ist jedoch schmal und heterogen. Vorliegende Studien untersuchen vor allem akademisches Engagement, Konzentration und vereinzelt das psychosoziale Wohlbefinden; Bewegungsverhalten, körperliche Aktivität sowie Körperbild und körperbezogene Selbstwahrnehmung wurden im Zusammenhang mit schulischen Handyverboten bislang kaum untersucht. Zudem fehlt es an längsschnittlichen Mixed-Methods-Studien mit Kontrollgruppendesign, die neben quantitativen Verläufen auch die Perspektive der Schüler:innen selbst systematisch einbeziehen – im deutschsprachigen Bildungsraum liegt bislang keine vergleichbare Untersuchung vor.
Das Forschungsprojekt „Phonefree Bodies" begleitet vor diesem Hintergrund die Einführung eines schulweiten Handyverbots an zwei Stadtteilschulen in Hamburg wissenschaftlich. Da beide Schulen das Verbot zu unterschiedlichen Zeitpunkten einführen, ergibt sich ein natürliches Experiment im Warte-Kontrollgruppen-Design, das Vorher-Nachher-Vergleiche sowie Vergleiche zwischen den Schulen ermöglicht. Im Zentrum stehen fünf Fragestellungen: Wie verändern sich Bewegungsverhalten und körperliche Aktivität, Körperbild und körperbezogene Selbstwahrnehmung, Unaufmerksamkeit, Peer-Probleme, Verhaltensauffälligkeiten und akademisches Engagement sowie das psychosoziale Wohlbefinden der Schüler:innen nach Einführung des Handyverbots – und welche Faktoren (u. a. Alter, Geschlecht, Mediennutzung, FoMO) moderieren diese Effekte? Das Studiendesign kombiniert an drei Messzeitpunkten über rund ein Jahr quantitative Fragebogenerhebungen mit qualitativen Fokusgruppen, episodischen Schüler:innen-Interviews und Lehrkräfteinterviews, um Verläufe und subjektives Erleben in einer Mixed-Methods-Triangulation aufeinander zu beziehen.
Laufzeit: 08/2026 – 06/2028
Projektteam: Prof. Dr. Esther Pürgstaller (Leitung), Prof. Dr. Dennis Dreiskämper, Dr. Lorena Barkemeyer, Annalena Veltmaat
Mittelgeber: Durchführung aus Eigenmitteln
Digitale Medien im Sportunterricht – Einstellungen, Kompetenzen und Fortbildungsbedarfe von Sportlehrkräften (Digi-SpU)
Medienbildung wird als fächerübergreifender Bildungsauftrag verstanden und betrifft alle Fächer – auch den Sportunterricht. Im Sportunterricht spielt Medienbildung oftmals (noch) eine untergeordnete Rolle. Aktuelle Studien zeigen, dass insbesondere intraindividuelle Faktoren den Einsatz digitaler Medien im Sportunterricht beeinflussen. So wird Einstellungen und Kompetenzen von Sportlehrkräften zu digitalen Medien eine relevante Rolle zugeschrieben. Zudem wird in Studien darauf verwiesen, dass es Sportlehrkräften an Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen fehlt.
Die internationale und nationale Forschungslage zur Frage, welche Einstellungen und Kompetenzen Sportlehrkräfte und Sportlehramtsstudierende zu digitalen Medien haben, ist schwer zu überblicken und wurde bislang nicht systematisch aufgearbeitet. Dies erschwert es, Bedarfe für weitere Forschung in diesem Bereich zu identifizieren und Evidenz zu generieren, auf deren Grundlage Maßnahmen für die Lehramtsausbildung oder auch mögliche Fortbildungsangebote für Sportlehrkräfte abgeleitet werden können. Daher wird im Forschungsprojekt „Digi-SpU“ im ersten Schritt eine systematische Literaturrecherche zu Einstellungen und Kompetenzen von Sportlehrkräften im Kontext von Digitalisierung durchgeführt. Darauf aufbauend werden im zweiten Schritt Einstellungen, Kompetenzen und Fortbildungsbedarfe von Sportlehrkräften im Kontext von Digitalisierung mittels eines eigens entwickelten Fragebogens sowie Interviews durchgeführt. Auf Basis der Ergebnisse gilt es Barrieren zu identifizieren und zielgruppenspezifische Fortbildungsangebote zu generieren.
Laufzeit: 07/2023 – 07/2026
Projektteam: Prof. Dr. Esther Pürgstaller (Leitung), Dr. Jessica Schmeling, Dr. Lorena Barkemeyer, Kilian Koal, Maurice Ullmann
Mittelgeber: Durchführung aus Eigenmitteln