Forschung
Das Forschungsinteresse des Arbeitsbereichs Fachdidaktik Sport unter Berücksichtigung der Primarstufe liegt in der empirischen sport- und tanzpädagogischen Unterrichts- und Professionalisierungsforschung. Im Zentrum steht die Frage, wie körperbezogene Bildungsprozesse entstehen, sich in ihrer Vielfalt zeigen – sei es in kreativen Bewegungspraktiken, in der Anerkennung diverser Körper und Bewegungsformen oder im reflektierten Umgang mit medial vermittelten Körperbildern – und wie diese Prozesse im Schulsport pädagogisch adressiert sowie empirisch erfasst werden können.
Das Forschungsprofil des Arbeitsbereichs gliedert sich in drei miteinander verschränkte Schwerpunkte:
- Ästhetisch-kulturelle Bildungsprozesse und kreative Bewegungspraxis Ein zentraler Schwerpunkt gilt der Untersuchung von Lehr-Lernprozessen in ästhetisch-kulturellen Kontexten, insbesondere im Bereich Tanz und kreative Bewegung. Im Fokus stehen die Bedeutung kreativer Bewegungspraktiken für Bildungsprozesse von Kindern und Jugendlichen sowie deren empirische Erfassung. Die Arbeiten verbinden theoretische Perspektiven auf Kreativität und ästhetische Bildung mit empirischer Unterrichtsforschung.
- Körper, Digitalität und mediatisierte Bewegungspraktiken Ein zweiter Schwerpunkt analysiert Körperverständnisse und Bewegungspraktiken von Kindern und Jugendlichen im Kontext von Digitalität, mit besonderem Blick auf soziale Medien. Untersucht wird, wie soziale Medien körperbezogene Wahrnehmungen, Praktiken und Normvorstellungen prägen und welche Konsequenzen sich daraus für die Entwicklung von Kindern und für den Sportunterricht ergeben. Die Forschung ist vorwiegend empirisch ausgerichtet und bezieht die Perspektiven von Schüler:innen und Lehrkräften gleichermaßen ein.
- Professionalisierung von Sportlehrkräften Eng mit beiden Schwerpunkten verknüpft ist die Forschung zur Professionalisierung von Sportlehrkräften. Im Fokus stehen die Entwicklung professioneller Handlungskompetenzen sowie die Gestaltung evidenzbasierter Aus- und Fortbildungsformate unter den Bedingungen digitaler Transformation. In mehreren Projekten (u. a. DigiProSMK, Digi-SPU) wurden empirische Befunde zu Einstellungen, Kompetenzen und Bedarfen von Sportlehrkräften erhoben und in konkrete Professionalisierungs- und Transferformate überführt.
Methodisch ist die Forschung des Arbeitsbereichs theoriegeleitet und durch die Verbindung qualitativer und quantitativer Ansätze geprägt. Die Bearbeitung der Fragestellungen erfordert zumeist eine interdisziplinäre Perspektive, die sportpädagogische, tanzwissenschaftliche sowie bildungs-, sozial- und kulturwissenschaftliche Zugänge integriert. Charakteristisch ist zudem die enge Verschränkung von empirischer Grundlagenforschung, anwendungsorientierter Unterrichtsforschung und Transfer: Forschungsergebnisse werden gezielt in die universitäre Lehre integriert und in Fort- und Weiterbildungsformate für Sport- und Tanzlehrkräfte überführt.