Marketing und kulturelles Gedächtnis

Mittwoch, 05.02.2020 | Bildungsforum
Raum: Volmer / Süring 4-24a/b

 


9.00 -10.30 Offenes Diskussionsforum:

Die kulturelle Alchemie der Werbung

Werbung hat heute einen wichtigen Stellenwert errungen. Sie hat sich das in Wort, Bild und Ton verdichtete kulturelle Gedächtnis angeeignet, um seine Bestandteile in spielerischer Modifikation für die Inszenierung von Produkten zu nutzen. Dabei werden Bedürfnisse geweckt und befriedigt und die Selbstbilder der Kaufenden aufgewertet. Im offenen Diskussionsforum diskutieren Semiotiker*innen, Marketinexpert*innen und Studierende über die Techniken und die Ambivalenz der spielerischen Modifikationen kulturell verankerter Motive und Topoi.

Keynote: Was vermag eine Semiotik der Werbung? Einblicke in das textanalytische Laboratorium
Hartmut Stöckl, Salzburg

Abstract zur Keynote

Moderation: Eva Kimminich (Universität Potsdam)

Praxisexpert*innen: Nadja Hilse und Sabrina Gabl (Nürnberg, Werbeagentur Kantar), Samuel Höller (Berlin, atiptap)

 

11.00-13.00 Barcamp (Raum: Gundling 4-25)

Überzeugen statt Verführen

Eingeladen sind alle Werbefachleute und Werbemacher.

Werbefachfrauen und Fachmänner stellen ihre Werbestrategien vor und diskutieren in zwei Barcamps mit Studierenden und Semiotiker*innen über die Perspektiven und Strategien einer „sauberen“ Werbung. Eine zentrale Frage konzentriert sich auf die Möglichkeiten die subtilen Strategien der Produktinszenierung auch dazu einzusetzen, um Anstöße für eine Änderung der Lebensweise zu geben.

Semiotiker*innen: Eva Kimminich (Universität Potsdam) und Hartmut Stöckl (Universität Salzburg)

Praxisexpert*innen: Nadja Hilse, Sabrina Gabl (Werbeagentur Kantar, Nürnberg), Samuel Höller (atiptap, Berlin)

Studierende: Janina Däuwel

Überlegungen zur gesellschaftliche Tragweite einer Marke (Nadja Hilse / Dr. Sabrina Gabl)

#machseinfach - Trink Leitungswasser (Samuel Höller)

 

13.00 - 14.00 Brain Food (Raum: Volmer / Süring 4-24a/b)

„Du bist, was Du isst“
Marie Schröer, Koblenz-Landau

„Sag mir, was Du isst und ich sage Dir, wer du bist“: Essen ist Alltag und somit etwas Selbstverständliches, scheinbar nur Grundlage der physischen Existenz. Essen ist, im wörtlichen und im übertragenen Sinne, in aller Munde. Obwohl es sich bei dem Themenkomplex Nahrung um ein „soziales Totalphänomen“ (Marcel Mauss) handelt, wird es vergleichsweise selten kulturwissenschaftlich seziert. Die Allgegenwärtigkeit des Themas täuscht leicht darüber hinweg, dass mit der schlichten Praxis derNahrungsaufnahme vielfältige Diskurse und komplexe Zeichengefüge verknüpft sind: Was wo gegessen wird und wie gegessen wird, verweist auf Geschichte, Kultur und Selbstverständnis einer Region. Für Individuen wie Gruppen ist Essen Identitätsmarker und Distinktionsmittel – Symbolik,  Ritualcharakter, Motive und Mythen des Speisens und der Speisen können als Zeichen gelesen und analysiert werden.

 

15.00 - 15.30: Wirtschaft, Gesellschaft und Semiotik: Was ist Semiotik? Was bieten Semiotiker*innen? (Raum: Volmer / Süring 2-25a/b)

Studierende stellen im Pecha Kucha-Format semiotische Konzepte und ihre Anwendungsmöglichkeit vor. Diese moderne, kurzweilige und prägnante Form der Präsentation mit rigiden Zeitvorgaben sorgt dafür, dass es unterhaltsam wird. 

 

Einstieg 
Cagla Yorulmaz

Storytelling und Kulturmarketing
Lars Lennerz

Staatskörper und Co.
Josefina Trittel

Nachhaltige Filmproduktion 
Tessa Frank

(No) Signs of Fashion 
Gerolf Mosemann

Was haben Sophie Scholl und Coca Cola gemeinsam? 
Cagla Yorulmaz

Körperzeichen – Zeichenkörper
Marie Kathrin Elbel

 

15.30 - 16.00: Partnerfirmen stellen sich vor

Vertreter unterschiedlicher Firmen und Organisationen sprechen über ihre Tätigkeiten und die alltäglichen Herausforderungen. 

 

Awin AG
Sabrina Brink

Hüffermann Transport GmbH
Jennifer Neuer

Kulturprojekte Berlin
Tim Hurlin

Mittelbrandenburgische Sparkasse
Daniela Toppel

Teach First
Michael Klabunder

Allianz AG
Anika Weifenbach

Land Brandenburg Lotto GmbH
Josefina Leppi

SAP Innovation Center
Stephan Wilhelm

 

ab 16.00 Matching & Networking

Studierende und Vertreter*innen der Partnerfirmen laden dazu ein, ins Gespräch zu kommen.

Partnerfirmen: Allianz Beratungs- und Vertriebs AG, AWIN AG, Hüffermann Transportsysteme GmbH, Kulturprojekte Berlin, Land Brandenburg Lotto GmbH, Mittelbrandenburgische Sparkasse (MBS), SAP Innovation Center, Teach First

 

19.30 - 21.00 Brain Food (Raum: Volmer / Süring 2-25a/b)

„Über Migrant*innen twittern“ 
Annette Gerstenberg und Valerie Hekkel, Universität Potsdam

„Migrant*innen“ oder „Krimigranten“, „Helfer*innen“ oder „Gutmenschen“, „Rassisten“ oder „Bürger“? In der Flüchtlingsdebatte übernimmt die Wortwahl eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, sich in diesem ideologisch aufgeladenen Diskurs auf die „eine oder die andere Seite“ zu schlagen. Dies wird insbesondere im sozialen Netzwerk Twitter sichtbar, wo nur eine begrenzte Menge an Wörtern zur Verfügung steht, um die eigene Einstellung auszudrücken. Wer über „#Geflüchtete“ als „Migrant*innen“ twittert, positioniert sich bereits auf der Seite der Flüchtlingsbefürwortung, wenn von „#Asylanten“ und „Krimigranten“ gesprochen wird, ist eine gegnerische Position wahrscheinlich. Neben diesen Unterschieden der Wortwahl gibt es feinere sprachliche Unterschiede, die für die einzelnen Lager typisch sind: zum Beispiel die Verwendung der Endung -isierung oder längere Wortzusammensetzungen.

In unserem Vortrag analysieren wir Tweets aus den Jahren 2012-2014, 2016 und 2019 mit den Hashtags #geflüchtete, #flüchtlinge und #asylanten. Wir zeigen, wie der Sprachgebrauch auf Twitter ein Zeichen für die ablehnende oder befürwortende Haltung zur Migration setzt.