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Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des EyeLabs

Professoren

Prof. Dr. Ralf Engbert
Professor für Psychologie 
Leiter der Abteilung Allgemeine und Biologische Psychologie

Prof. Dr. Reinhold Kliegl
Professor für Psychologie
Leiter der Abteilung Allgemeine Psychologie I (Kognitive Psychologie)

Wissenschaftliche Leitung

Dr. Jochen Laubrock
Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Leiter des EyeLabs

Koordinatorin des Laborbetriebs

Petra Schienmann
Psychologisch-technische Assistentin
Organisation und Koordination des Laborbetriebes
Ansprechpartnerin der Probanden

Projekt-Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im EyeLab

Im EyeLab werden die Professoren und Professorinnen von wissenschaftlichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen verschiedenster Fachbereiche unterstützt. Vertreten sind Pädagogik, Informatik, Linguistik, Physik und natürlich Psychologie. Neben den wissenschaftlichen Mitarbeitern wird unsere Abteilung durch Sekretärinnen, technische Mitarbeiter und studentischen Hilfskräften ergänzt.

Anke Cajar beschäftigt sich mit räumlichen und zeitlichen Aspekten der Blicksteuerung bei der Betrachtung natürlicher Szenen. Beim Betrachten einer Szene bewegt sich unser Blick in einer Folge von sprunghaften Sakkaden mit dazwischenliegenden ruhigen Fixationen. Während durch Fixationen neue Information aus der Szene aufgenommen wird, sind wir während Sakkaden praktisch blind. Sakkaden sind jedoch notwendig, da visuelle Details nur im zentralen Gesichtsfeld gut aufgelöst werden können, während Information in der Peripherie verschwommen wahrgenommen wird. Wir müssen unseren Blick daher ständig neu orientieren, um das zentrale Gesichtsfeld auf interessante Objekte auszurichten. Die Blicksteuerung kann dabei als Folge individueller Entscheidungen darüber betrachtet werden, wann und wohin das Auge bewegt werden soll. Anke Cajar geht in ihren Untersuchungen der Frage nach, welchen individuellen Einfluss zentrales und peripheres Sehen darauf haben, wohin der Blick in einer Szene sich als nächstes wendet und wie lange er an einem Ort verweilt. Sie kombiniert dabei experimentelle Studien mit computationaler Modellierung.

Wie viel man sich merken kann, unterscheidet sich von Mensch zu Mensch und hat einen Einfluss auf z.B. unsere Leseleistung, unser Textverständnis und sogar auf unsere Intelligenz. Unser Gedächtnis entwickelt sich enorm über das Kindesalter hinweg. Dabei können wir uns vor allem immer mehr merken. In einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt geht Dr. Katrin Göthe der Frage nach, warum man sich nicht alles merken kann - also welcher Mechanismus unser Gedächtnis begrenzt. Dabei werden Kinder mit und ohne Lese-Rechtschreibstörung untersucht. Kinder mit einer solchen Störung sollen Probleme im Bereich des Gedächtnisses haben. Deshalb ist es wichtig herauszufinden, in wie weit sie sich von Kindern ohne diese Störung unterscheiden.

Dr. Sven Hohenstein beschreibt einen ähnlichen Forschungsansatz. Beim Lesen spielen die Eigenschaften des gerade fixierten Wortes natürlich eine große Rolle für den gesamten Leseprozess und das Verständnis eines Satzes. Jedoch spielt auch das nächste Wort rechts der Fixation eine wichtige Rolle für effizientes Lesen. Sven Hohenstein untersucht in seinen Experimenten, welchen Einfluss das nächste, noch nicht fixierte Wort für effizientes Lesen hat. Er geht dabei der Frage nach, welche Informationen wir vom nächsten Wort schon verarbeiten können und wann dies geschieht. In seinen Experimenten können sich Wörter während des Lesens verändern – auf diese Weise lässt sich feststellen, was der Leser wahrnehmen und verarbeiten kann und welche Informationen für den Leseprozess eine untergeordnete Rolle spielen. Neben den Experimenten spielt die mathematische Modellierung von Blickbewegungen eine wichtige Rolle, das Lesen besser zu verstehen.

Dr. André Krügel beschäftigt sich vor allem mit der Planung zielgerichteter Bewegungen, meistens am Beispiel von Augenbewegungen im Lesen. Menschen begreifen und interagieren mit Ihrer Umwelt vor allem über Bewegungen. Damit diese möglichst präzise gelingen, nutzt das Gehirn zur Bewegungsplanung mehrere zur Verfügung stehende Informationen aus: aktuelle sensorische Informationen aus den Sinnessystemen (z.B. den Augen) und Informationen aus zurückliegenden Erfahrungen. André Krügel beschäftigt sich in seinen Forschungen vor allem mit der Frage, welchen Einflüssen diese verschiedenen Informationen unterliegen, wie präzise diese Informationen sind und nach welchen Prinzipien sie kombiniert werden, um zielgerichtete Bewegungen auszuführen.

Dr. Sarah Risses Untersuchungen bilden einen Forschungsschwerpunkt zur Wahrnehmungsspanne beim Lesen. Sie beschäftigt sich mit der Frage, wie viel Information rechts der Fixation beim Lesen wahrgenommen wird. Es konnte bereits deutlich gezeigt werden, dass auch noch nicht fixierte Wörter in Leserichtung einen starken Einfluss auf unsere Blicksteuerung beim Lesen haben. Ihre Experimente sollen zeigen, wie viel Information wahrgenommen wird, und wie die Vorverarbeitung von noch nicht fixierten Wörtern zeitlich koordiniert und in spätere Worterkennung integriert werden kann. Damit sollen die räumlichen Grenzen  der Wahrnehmungsspanne beim Lesen definiert werden, um die Wortverarbeitung innerhalb dieser Grenzen besser zu verstehen.

Ph. D. Jinger Pans Forschungsschwerpunkt liegt in der Beantwortung der Fragen, wie sich individuelle Unterschiede (z.B. Legasthenie oder Taubheit) auf das Blickverhalten während des Lesens oder bei leseähnlichen Tätigkeiten der betroffenen Personen auswirken. 

Sie interessiert sich für den Einfluss von Lesemodi (z.B. lautes vs. stilles Lesen) auf die unterschiedlichen Arten der Informationsverarbeitung in der Parafovea sowie für den Einfluss der individuellen Unterschiede in Augenbewegungen bei verschiedenen Lese-Modi.

 

 

Dr. Eike Richter bereitet derzeit Experimente zur visuellen Inspektion graphischer Literatur vor. Zuvor arbeitete er zum Lesen von Deutsch und Chinesisch und der Modellierung daran beteiligten Prozesse. Er führte zudem stereoskopische Experimente zur Koordination der beiden Augen durch bei denen die Reize einen Tiefeneindruck hervorrufen.

Lars Rothkegel beschäftigt sich mit systematischen Tendenzen der Blicksteuerung bei Szenenbetrachtung und mit dynamischen computationalen Modellen der Blicksteuerung. 

Dr. Hans Trukenbrod beschäftigt sich in seiner Dissertationsarbeit mit allgemeinen Prinzipien der Blicksteuerung. Die Menschen bewegen ihre Augen 2-3 mal pro Sekunde und somit weit mehr als 150.000 mal täglich. Ein wichtiger Grund für diese kontinuierlichen und scheinbar mühelos ausgeführten Bewegungen liegt in der Beschaffenheit unserer Augen, in denen nur ein kleiner Bereich der Netzhaut, der sogenannten Fovea, visuelle Information mit hoher Präzision aufnehmen kann. Seine Experimente zielen darauf, entscheidende Grundprinzipien des „Wann“ und „Wohin“ der Augenbewegungen aufzudecken, und zu überprüfen, wie diese Erkenntnisse computational modelliert werden können.

Ph. D. Min Yans Forschungsschwerpunkt liegt in der Beantwortung der Fragen, wie sich das Lesen über unterschiedliche Schreibsysteme hinweg unterscheidet und wie sprachspezifische und universelle Eigenschaften das Wann und Wo der okulomotorischen Kontrolle während des Satzlesens beeinflusst.
Er konzentriert sich im Wesentlichen auf folgende Punkte:
a.              der Einfluss von linguistischen high-level Faktoren auf die Fixations-Orte im Word
b.              die semantische Verarbeitung von noch nicht fixierten Wörtern
c.              der zeitliche Verlauf der parafovealen Informationsverarbeitung