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BabyLab - Methoden der Spracherwerbsforschung

Headturn Preference Procedure (HPP)

Messen der Aufmerksamkeit mittels Kopfdrehung

Eyetracking

Messen der Blickbewegungen beim Betrachten von Bildern und Filmen

 

Headturn Preference Procedure (HPP)

Beim sogenannten Headturn Preference Paradigm (HPP) wird gemessen, wie lange ein Kind seinen Kopf in Richtung eines akustischen Reizes dreht, also z.B. einem bestimmten Wort oder Satz seine Aufmerksamkeit schenkt. Diese Methode funktioniert mit Kindern im Alter von 4 bis 24 Monaten.

Der Ablauf ist folgendermaßen. In einer Kabine (siehe Foto) steht ein Stuhl, auf dem der Erwachsene mit dem Kind auf dem Schoß sitzt.

Foto unserer Kabine zur Messung der Kopfdrehung
Ansicht der Untersuchungskabine

Die Kabine enthält nichts weiter als drei Lampen. Eine grüne vorn und zwei Rote an den Seiten. Über der vorderen grünen Lampe ist ein Loch, hinter dem die Kamera montiert ist. Im benachbarten Steuerungsraum kann die Untersucherin so sehen, wohin das Kind schaut.

Ein Experiment besteht aus mehreren Durchgängen, meist 16. Zu Beginn eines Durchgangs leuchtet die grüne Lampe, um die Aufmerksamkeit des Kindes nach vorn zu lenken. Dann beginnt eine der roten Lampen zu blinken. Sobald das Kind dorthin schaut, startet die Sprachwiedergabe aus einem dahinterliegenden Lautsprecher. Ab dann wird gemessen, wie lange das Kind zur Lampe schaut. Schaut das Kind länger als zwei Sekunden weg oder ist der sprachliche Reiz komplett abgespielt, erlischt die rote Lampe und der nächste Durchgang beginnt.

In einigen Studien wird vor der eigentlichen Messung eine sogenannte Familiarisierungsphase durchgeführt. In dieser Gewöhnungsphase wird das Kind mit bestimmten Wörtern oder Satzteilen vertraut gemacht, indem diese sehr häufig vorgespielt werden, insgesamt ein oder zwei Minuten lang. In der anschließenden Testphase kann dann übergeprüft werden, ob das Kind diese bereits gehörten Wörter oder Satzteile wiedererkennt, indem es zu ihnen länger schaut als zu neuen, vorher nicht gehörten Reizen.

Die Erwachsenen hören während der gesamten Untersuchung über einen schalldichten Kopfhörer Musik, um eine Beeinflussung der Kopfbewegung auszuschließen.

In den meisten Studien werden zwei Bedingungen getestet, z.B. ein bekanntes und ein unbekanntes Wort oder ein grammatikalisch richtiger und falscher Satz. Schauen Kinder unterschiedlich lange in beiden Bedingungen, kann davon ausgegangen werden, dass sie diese unterscheiden können. Das kann nicht auf die Lampen allein zurückgeführt werden, da diese in beiden Bedingungen gleich sind. Auch werden alle Bedingungen auf jeder Seite präsentiert, sodass Kinder, die lieber nach links schauen, dort auch beide Bedingungen gleich oft hören. Nur durch die Wiederholungen innerhalb eines Experiments und die Untersuchung vieler Kinder kann der Zufall ausgeschlossen werden. Deshalb ist es mit dieser Methode auch nicht möglich, für ein einzelnes Kind zu sagen, ob es zwei Bedingungen unterscheiden kann.

Diese Methode ist inzwischen seit über 20 Jahren etabliert und wird weltweit zur Erforschung des Spracherwerbs eingesetzt.

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Blickbewegungsmessung (Eyetracking)

Was ist Eyetracking?

Unter Eyetracking, zu Deutsch Blickbewegungsmessung, versteht man Verfahren, die den Blickverlauf einer Person beim Betrachten eines Bildes oder Filmes registrieren und festhalten. Dabei wird der Blickort sowie die Blickdauer des Auges aufgezeichnet. Es wird also gemessen, wann, wo und wie lange die Versuchsperson einen bestimmten Bereich des Bildschirmes betrachtet. Man schließt aufgrund der so gewonnenen Daten auf kognitive Prozesse, die beim Verarbeiten der dargebotenen Information beim Probanden stattfinden, z.B. ob das passende Bild angeschaut wird wenn man ein bestimmtes Wort hört.

Wir zeichnen die Blickbewegungen Ihres Kindes auf, während es die Bilder oder Videos auf einem Bildschirm anschaut und dazu Sätze oder Wörter hört.

Ansicht unseres Eyetrackers
Ansicht des Tobii Eyetrackers
Ansicht des SMI Eyetrackers

Wie genau funktioniert es und was tut dabei Ihr Kind?

Der Eyetracker sieht aus wie ein normaler Flachbildschirm. Wir benutzen Geräte der Firma Tobii und SMI (SensoMotoric Instruments). In das Gehäuse ist eine Infrarot-Lichtquelle integriert und eine Kamera. Die Reflektion des infraroten Lichts auf dem Auge wird vom Gerät erfasst und ebenso die Pupillenposition. Aus diesen Informationen wird ca. alle 4-20 Millisekunden die Blickposition erechnet.
Ihr Kind ist also nicht an Geräte angeschlossen und die Messung der Blickbewegungen wird gar nicht bemerkt. Das Infrarotlicht ist absolut unbedenklich.

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