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Forschung

Ambulante Assessments

Viele Forschungsfragen lassen sich am besten beantworten, wenn Studienteilnehmer*innen ihr Handeln, Motivation, Emotion oder Wohlbefinden in genau der Situation des Erlebens berichten. Die Forschungsmethodik des „Ambulanten Assessments“ zielt darauf ab: Studienteilnehmer*innen wird es zum Beispiel ermöglicht, über ihre Arbeitsbelastung oder soziale Unterstützung am Arbeitsplatz, wenn sie sich gerade am Arbeitsplatz befinden. Oder sie berichten über ihre Work-Life-Balance, wenn sie gerade zu Hause sind. 

Viele unserer Studien bedienen sich der Methodik des Ambulanten Assessments. Sie ist aufwendig, da unsere Studienteilnehmer*innen mehrere Tage Fragebögen ausfüllen müssen, aber erfasst die interessierten Phänomene nahe am Zeitpunkt zu dem sie auftreten. Die Methode wird daher auch als Tagebuchstudien, Daily diary study oder Ecological Momentary Assessment bezeichnet. 

Ambulante Assessments haben wir in diesen Veröffentlichungen eingesetzt: 

Wie geht es mir nach Feierabend, wenn ich am Arbeitsplatz auf Probleme hingewiesen habe? 
Pingel, R., & Fay, D. (2026). A diary study on the relationship between prohibitive voice and work–life conflict: Examining affective and resource-depletion paths. International Journal of Stress Management. doi.org/10.1037/str0000394

Im Rahmen von Ambulanten Assessments werden nicht nur Fragebögen eingesetzt. Wenn ich am Arbeitsplatz proaktiv bin, welche Konsequenzen hat dies für mich? In dieser Veröffentlichung zeigen wir mit Hilfe eines objektiven Leistungsindikators, dem Stroop Test, dass proaktiv zu sein mit kognitiven Kosten verbunden ist. 
El Mansouri, M., Strauss, K., Fay, D., & Smith, J. (2024). The cognitive cost of going the extra mile: How striving for improvement relates to cognitive performance. Journal of Applied Psychology, 109(10), 1592-1610. doi.org/10.1037/apl0001199

Auch gesundheitsbezogene Indikatoren können in Ambulante Assessments integriert werden. Auch diese Studie befasst sich mit den Konsequenzen von Proaktivität: Ist das Ergreifen von Initiative am Arbeitsplatz stressig? Unsere Studienteilnehmer*innen stellten für mehrere Tag mehrmals täglich Speichelproben zur Verfügung, sodass (Speichel-)Cortisol analysiert werden konnte. 
Fay, D., & Hüttges, A. (2017). Drawbacks of proactivity: Effects of daily proactivity on daily salivary cortisol and subjective well-being. Journal of Occupational Health Psychology, 22(4), 429-442. doi.org/10.1037/ocp0000042