Heide-Nelke - Dianthus deltoides
Photo: M. Burkart
Heide-Nelke - Dianthus deltoides

Heide-Nelke - Dianthus deltoides

Pflanze des Monats Juni 2008/2

Sag mir, wo die Blumen sind

 

Die Heide-Nelke (Dianthus deltoides) ist in ganz Deutschland verbreitet. Man findet sie, ihrem Namen entsprechend, vor allem in Heiden. Besonders bekannt ist die Lüneburger Heide, eine durch Jahrhunderte lange Schafweide großflächig offene, überwiegend mit Heidekraut bewachsene Landschaft in Niedersachsen. In Nordostdeutschland versteht man unter einer Heide traditionell dagegen ein ausgedehntes, trockenes Waldgebiet, und süddeutsche Heiden sind oft von Trockenrasen bewachsene Bergkuppen und Hänge. Allgemein sind Heiden Lebensräume mit nährstoffarmen Böden ohne intensive Nutzung.

Seit Jahrtausenden werden den Heiden durch Beweidung, Holzeinschlag und andere Nutzungsformen permanent Nährstoffe entzogen. Diese Nährstoffe wurden den Flächen früher kaum zurück gegeben; der einzige verfügbare Dünger, nämlich Stalldung, wurde als wertvoller Rohstoff fast nur im Garten- und Ackerbau eingesetzt. Die Heiden hagerten durch diesen langsamen Raubbau immer mehr aus. Das war schlecht für ihren Ertrag, aber gut für die Artenvielfalt der sie bewohnenden Pflanzen und Tiere.

Diese Verhältnisse haben sich grundlegend gewandelt. Kunstdünger wird heute auf fast allen Wirtschaftsflächen im großen Maßstab eingesetzt. Auch aus der Luft kommen düngende Stickstoffverbindungen, die vor allem Autoabgasen und Viehmastbetrieben entstammen. Allein dieser mit dem Regen eingewaschene Abgas-Dünger erreicht heute ohne weiteres die Größenordnung einer klassischen landwirtschaftlichen Grunddüngung.

Dies ist gut für den Ertrag, aber nicht so gut für die Artenvielfalt. Nährstoffarme und artenreiche Lebensräume wie die Heiden sind daher heute oft Naturschutzobjekte. Blütenreiche Weiden und Magerrasen sind etwas Besonderes geworden – früher waren sie überall zu finden.

Heide-Nelke - Dianthus deltoides
Photo: M. Burkart
Heide-Nelke - Dianthus deltoides