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Ausstellungen

Im Botanischen Garten der Universität Potsdam finden regelmäßig Ausstellungen statt. So sind die Orchideenausstellung Anfang des Jahres, die Azaleenausstellung im Frühjahr und die vorweihnachtliche Adventsfloristik Ende November bei unseren Besuchern sehr beliebt. Zudem führen wir in unregelmäßigen Abständen Sonderausstellungen zu verschiedenen Themen mit botanischem Bezug durch und Anfang Juni jeden Jahres beleuchtet der Verbands Botanischer Gärten alljährlich  in einer Wechselausstellung beispielsweise verschiedene Aspekte einer Pflanzengruppe. 

 

Nächste Ausstellung

Pilzausstellung

9. Juni -7. September

Verborgen unter der Erde leben heimliche Alleskönner. Sie sind weder Pflanze noch Tier, doch sind für diese lebensnotwendig! Essbare
Fruchtkörper, Grundnahrungsmittel, Kleidung, Baustoffe, Urnen und vieles mehr - Wir zeigen euch die Welt der Pilze in all ihren Facetten. Die Sonderausstellung „Faszination Pilze“ aus Wandlitz
wird in unseren Gewächshäusern mit beeindruckenden Informationen und naturgetreuen, leuchtenden Exponaten inszeniert.

Das Schneckenexperiment

Von der heimlichen Schönheit ihrer spiralförmigen Häuschen bis hin zu ihrer wichtigen Rolle im Ökosystem – Schnecken sind weit mehr als nur langsame Gartenbewohner mit richtig Hunger auf Erdbeeren und frisches Gemüse. Aber weil gerade dieser Appetit den Gärtner verärgert, haben wir uns gefragt, was gegen die kleinen Muskelpakete denn nun eigentlich hilft und diesen Versuch gestartet (kein Anspruch auf Vollständigkeit).

Ökologie und „Schadschnecken“

Ein Blick in einschlägige Gartenmagazine oder das weltweite Netz verweist auf schier unendliche Möglichkeiten unsere schleimigen Gartenmitbewohner vom jungen Gemüse fernzuhalten und auch der Handel weiß natürlich besten Rat für gutes Geld. Dennoch bleiben am Morgen häufig nur die löchrigen Reste eines schlaffen Salatblatts als nächtlicher Tätigkeitsnachweis im Beet zurück. Dabei sind die meisten der 250 – 300 mitteleuropäischen Schnecken sogar nützlich, denn sie leben von totem Pflanzenmaterial, Aas oder auch Pilzen und gelten damit quasi als eine Art Gesundheitspolizei im Garten. Die aufgenommene organische Substanz wird letztlich verstoffwechselt, ausgeschieden und trägt zusätzlich zur Bodenverbesserung bzw. -bildung bei. Lediglich die Genetzte Ackerschnecke (Deroceras reticulatum) und die Garten-Wegschnecke (Arion hortensis) stellen im Acker- und Gemüseanbau ein tatsächliches Problem dar. Manche (Nackt‑)Schneckenarten sogar die Eier problematischer Schneckenarten, wiederum andere Schneckenarten sind geschützt (Weinbergschnecke) oder gelten als Delikatesse ‑ aber soweit muss es ja nicht kommen. Aufgrund der immer wärmeren und teils feuchteren Sommer gesellen sich zum Leidwesen des geneigten Gärtners in den letzten Jahren, auch noch weitere Schneckenarten aus wärmeren Gefilden dazu, wie die Spanische Wegschnecke (Arion vulgaris) - ein besonders hungriger und gewiefter gehäuseloser Vertreter. 

Aber deswegen gleich den Rundumschlag mit Schneckenkorn? Schneckenkorn schadet nicht nur den Schnecken, ob Nützling oder Schädling, sondern auch deren Fressfeinden (Igel, Spitzmäuse, Reptilien und Amphibien, Drosseln, Laufkäfer), welche die vergifteten Schnecken aufnehmen und letztlich schwere Schädigungen durch das Schneckenkorn erleiden. Auch Haustiere können in der Folge betroffen sein. Somit ist Schneckenkorn absolut ungeeignet und greift unnötig in den ökologischen Kreislauf ein. 

Fördern Sie stattdessen mehr Struktur im Garten, die von den Fressfeinden der Schnecken genutzt werden können (Laubhaufen, Gebüsch, die ungeordnete Ecke), lassen sie auch diese Tiere, selbst den Maulwurf (ein Zeichen für einen gesunden Garten), in ihrem Garten zu und nutzen sie zum Schutz ihres Gemüses mechanische Methoden, um den Schnecken die Mahlzeiten zu verderben. Wählen sie Mulchdecken nicht zu dick und kontrollieren die den Kompost regelmäßig auf Eier. Passen Sie ihre Bewässerung an, gießen sie nicht großflächig am Abend (die nachtaktiven Schnecken benötigen das feuchte Milieu, um mit dem Schleimsekret die Haut vor der Verdunstung zu schützen und einen Gleitfilm für die Fortbewegung bilden zu können), sondern lassen Sie am frühen Morgen punktuell die Pflanzen automatisch bewässern, wenn die Schnecken, wie die kleinen Vampire bereits Verstecke aufsuchen, um den ersten Sonnenstrahlen zu entgehen. 

Der Aufbau – Start des Experiments am 20.05.2026

Insgesamt haben wir 12 Felder á 80 x 120cm mit je zwei Kopfsalaten und einem Brokkoli aufgebaut. Welches Feld aktuell mit welcher Abwehrmethode behandelt wird, können Sie unter dem QR-Code abfragen. Um systematische Fehler, wie z.B. die Lage der einzelnen Versuchsfelder auszuschließen, werden die Versuchsanordnungen im Rhythmus von zwei Wochen getauscht, natürlich mit Ausnahme der Bepflanzungen. 

Die Ergebnisse (eine graduelle Beurteilung der Fraßschäden, Anzahl ausgetauschter Exemplare) dieses kleinen Tests werden ihnen auf unserer Webseite zur Verfügung gestellt (siehe QR-Code). 

   
1Kupferband (chemisch)Bildung von Oxidationsprodukten mit dem Schleimsekret, die der Schnecke beim darüber kriechen unangenehm sein soll
2Schneckenkragen (mechanisch)Die Kante am Kragen soll die Tiere am Überkriechen hindern
3Lebermosextrakt (mechanisch)Biologischer Anstrich, das Erklimmen soll für Schnecken unattraktiv sein, weil Pilze abgetötet werden - fehlender Futterpfad.
4Schafsfell (mechanisch)

Soll die Schnecke beim Kriechen behindern (es wird viel Schleim benötigt, dass die Spur nicht abreißt)

Unbehandelte Schafwolle ist ein hervorragender biologischer Dünger. Sie eignet sich besonders für Starkzehrer (Tomaten, Kartoffeln) und verbessert die Bodenstruktur/Wasserspeicher-kapazität durch den Abbau des Keratins.

5Ton/Quarz -SaponitSoll den Schnecken unangenehm beim Überkriechen sein, denn das Material saugt die Flüssigkeit aus dem Schleimsekkret ab, so wird viel Schleim benötigt, um voran zu kommen.
6Sägerauhe Holzbretter (mechanisch)Die raue Fläche soll den Schnecken unangenehm beim Überkriechen sein, denn es wird viel Schleim benötigt, um voran zu kommen.
7Holzbretter (mechanisch)Tiere verstecken sich unter den Brettern und werden morgens abgesammelt.
8Slug shock (elektrisch)Stellen - wie ein Weidezaun - eine richtungsweisende, sanfte elektrische Barriere dar. Keine Gefahr für Mensch und Tier!
9Kupferzaun (chemisch/mechanisch)Bildung von Oxidationsprodukten mit dem Schleimsekret, welche unangenehm für die Tiere sein sollen, inklusive einer unangenehmen Textur.
10Tagetesumpflanzung (chemisch)Die Tagetes sind Opferpflanzen, die von den Schnecken bevorzugt gefressen werden. Zudem geben die Pflanzen sekundäre Pflanzenstoffe in den Boden ab, welche Fliegen, Faden-würmer und Älchen vertreiben.
11Holzspäne (mechanisch)Sollen den Schnecken unangenehm beim Überkriechen sein, denn die Schleimspur reißt auf trockenem Material ab.
12Schnexagon (chemisch-mechanisch)Biologischer Anstrich, der die Haftung der Schnecken an senkrechten Wänden erschweren soll.

Auswertung

Einmal morgens die Beete abgehen, je Pflanze eine Bewertung siehe Tabelle abgehen, dabei wie folgt die Reihenfolge beachten: immer oben links im Einzelversuchsbeet anfangen und dann im Uhrzeigersinn

0weißKeine Schädigung (0-5% der Blattmasse durch Fraß geschädigt)
1gelbGeringe Schädigung (bis 30% der Blattmasse durch Fraß geschädigt)
2RotMittlere Schädigung (bis 75% der Blattmasse durch Fraß geschädigt)
3GrauSchwere Schädigung (ab 75% der Blattmasse durch Fraß geschädigt)
xAnzahlAnzahl ausgetauschter Exemplare an dieser Stelle

 

Ist eine Pflanze in die ewige Schneckenhölle gegangen… ein x und ne Neupflanzung

 

1
KWDatum    Pflanze 1Pflanze 2Pflanze 3Bemerkung
2118.05.    
 19.05.    
 20.05.    
 21.05.    
 22.05.    
2226.05    
 27.05.    
 28.05.    
 29.05.    
2301.06.    
 02.06.    
 03.06