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Compliance

Aufgabe des Compliance Managements ist es sicherzustellen, dass sämtliche Vorgänge innerhalb einer Firma oder einer Insitution rechts- und regelkonform ablaufen, also eine moralisch und rechtlich integre Unternehmenskultur zu schaffen. Um das zu überprüfen, werden sogenannte “Compliance Officers”, “Manager*innen” oder “Assistants” eingestellt.

Ursprünglich stammt der Begriff “Compliance” aus dem Englischen und bedeutet “Einhaltung” oder “Beachtung”. Im Detail geht es dabei meist primär um rechtliche Compliance, also inwiefern sich beispielsweise ein Unternehmen im Rahmen relevanter Gesetze bewegt. Dies ist nicht nur wichtig, um Strafzahlungen oder weitere strafrechtlichen Folgen zu vermeiden, sondern auch um die Öffentlichkeitswirkung im Sinne von PR und Marketing positiv zu beeinflussen. 
Durch den Aufbau eines “Compliance Management Systems” werden Gesetzesverstöße nicht nur verhindert, sondern auch Richtlinien und Maßnahmen erarbeitet, die im Ausnahmefall einen angemessen Umgang mit diesen garantieren sollen. Auch die Schulung von Mitarbeiter*innen im Sinne einer rechtskonformen Verhaltens- und Arbeitsweise kann in den Verantwortungsbereich von Compliance Manager*innen fallen. Konkrete Bereiche, die Compliance-Beauftragte heutzutage im europäischen Raum besonders beschäftigten, sind zum Beispiel die Korruptions- und Geldwäscheprävention oder die Einhaltung der 2018 in Kraft getretenen Europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), bei der es um die Gewährleistung einer angemessenen Verarbeitung von personenbezogenen Daten, darunter Kund*inneninformation, geht.
 

Investition in Außenwirksamkeit und Stabilität

Doch Compliance bezieht sich nicht nur auf staatliche Bestimmungen, sondern auch auf  interne Richtlinien. Wenn unter Compliance solche Fragen thematisiert werden, können beispielsweise die Durchsetzung von Gleichbehandlungsgrundsätzen oder Verhaltensrichtlinien gegenüber konkurrierenden Parteien eine Rolle spielen. Ein Vorteil dessen ist die Möglichkeit zur Entwicklung einer transparenten, fairen Unternehmenskultur, da von allen beteiligten Personen das Einhalten dieser Regeln überprüft und eingefordert wird. Compliance verankert somit rechtliche und moralische Werte und Grundsätze. Das nimmt Zeit- und Geldinvestitionen in Anspruch, die im ersten Moment vielleicht entwicklungshemmend zu sein scheinen; sich auf langfristige Sicht aber positiv auf die Integrität, Außenwirksamkeit und finanzielle Stabilität eines Unternehmens auswirken können. Daher ist es besonders wichtig, Gewinnmaximierung und Compliance miteinander in eine Balance zu bringen, was bedeutet, dass man als Compliance Manager*in Kommunikationsstärke und Durchsetzungsfähigkeit mitbringen sollte.

Auch bei der Entwicklung neuer Produkte oder Strategien können Compliance Officers eine beratende Funktion einnehmen. Das Tätigskeitsfeld ist deswegen besonders für Hochschulabsolvent*innen interessant, die nicht zwingend Volljurist*innen sind, aber dennoch einen juristischen Hintergrund haben.

Bei der Stellensuche werden neben allgemeinen Compliance-Manager*innen (alternativ Compliance officer/analyst/specialist/Sachbearbeiter*in) teilweise auch Compliance-Beauftragte für spezifische Arbeitsbereiche gesucht (z. B. IT- Compliance, Product-Compliance, etc.). In diesen Fällen steht das Feld zuweilen auch Absolvent*innen der entsprechenden Fachrichtungen (IT/ Ingenieurwesen) offen. Stehen neben rechtlichen auch selbstdefinierte, moralische Erwägungen des Unternehmens im Vordergrund, so tragen die Stellenbezeichnungen häufig den Zusatz Ethics (z.B. Ethics and Compliance Manager). 

 

Hochmuth, Tim

Tim Hochmuth

ist Leiter des Compliance Managements und der Konzernrevision an der Charité Berlin

Klassische Tätigkeiten

Mögliche Arbeitsorte