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    ‘Talk and Action’ Wie internationale Organisationen auf Räume begrenzter Staatlichkeit reagieren

    Prof. Dr. Andrea Liese im Rahmen des DFG-SFB 700 - Laufzeit 2014-2017

    Das Teilprojekt fragt nach der (Um-)deutung der Konzepte von Staatlichkeit und Governance in internationalen Organisationen, die sich um Ernährungssicherheit bemühen. Dabei unterscheidet das Projekt Selbstbeschreibungen und organisationale Praxis (talk and action) und untersucht, ob die hier jeweils zum Ausdruck kommenden Deutungen in Spannung zueinander stehen. Das Teilprojekt untersucht zudem, ob und inwiefern die Deutung von der Erfahrung mit der (versuchten) Bereitstellung von Governance-Leistungen in Räumen begrenzter Staatlichkeit beeinflusst sind, transnationale Leitlinien bedienen oder von beidem unabhängig sind. Das Projekt folgt der jüngeren Forschung und schreibt internationalen Organisationen Akteurscharakter zu. Internationale Organisationen klassifizieren und messen Staatlichkeit und (good) governance, sie bestimmen die Arten, Empfänger und Ziele von Governance-Leistungen und geben vor, wie diese Ziele angemessen erreicht werden. Internationale Organisationen sind für Governance in Räumen begrenzter Staatlichkeit von zentraler Bedeutung: Erstens wirken sie maßgeblich an der Definition von (fehlender) Staatlichkeit und Governance mit, stellen also die Spielregeln für eine Vielzahl externer Governance-Akteure (u.a. für Entwicklungspartnerschaften) sowie für die lokalen Institutionen und Akteure in Räumen begrenzter Staatlichkeit auf. Zweitens sind sie zwar häufig mit der Bereitstellung grundlegender Governance-Leistungen in Räumen begrenzter Staatlichkeit gescheitert, arbeiten aber kontinuierlich an der Verbesserung ihrer Ansätze und Maßnahmen, was im Fokus dieses Projektes steht.

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