uni-potsdam.de

Sie verwenden einen veralteten Browser mit Sicherheitsschwachstellen und können die Funktionen dieser Webseite nicht nutzen.

Hier erfahren Sie, wie einfach Sie Ihren Browser aktualisieren können.

Forschungsnews

PhD-Thesis "The Potsdam Gait Study"

15. Juni 2017

In Kooperation zwischen der Universität Potsdam, Professur für Trainings- und Bewegungswissenschaft (Prof. Dr. U. Granacher) und der University of Groningen, Univerits Medical Center Groningen (Prof. Dr. T. Hortobágyi) entstand die PhD-Thesis von Chantal Beijersbergen - Effects of lower extremity power training on gait biomechanics in older adults - The Potsdam Gait Study (POGS).

12. Juni 2017

In der Zeitschrift Medicine and Science in Sports and Exercise ist ein neuer Artikel mit dem Titel „Power training-induced increases in muscle activation during gait in old adults“ erschienen.

Aus der Potsdamer Arbeitsgruppe waren Prof. Dr. Urs Granacher und Martijn Gäbler, MSc an der Studie beteiligt, die in Kooperation mit Kolleginnen und Kollegen vom University Medical Center Groningen, Niederlande und von der East Carolina University, USA zustande gekommen ist.

Abstract: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28598910

Zeitschrift: Medicine and Science in Sports and Exercise

Typ: Originalarbeit

08. Juni 2017

Effects of Supervised vs. Unsupervised Training Programs on Balance and Muscle Strength in Older Adults: A Systematic Review and Meta-Analysis

Zusammenfassung

Hintergrund

Gleichgewichts- und Krafttraining sind geeignete Interventionen, um bei gesunden älteren Erwachsenen Gleichgewicht und Muskelkraft zu verbessern. Die Durchführung solcher Programme zuhause ohne Supervision könnte die Teilnahme für ältere Menschen erleichtern, da die häusliche Umgebung nicht verlassen werden muss. Bislang untersuchte keine Metaanalyse die Effekte der Supervision solcher Programme auf Messungen des Gleichgewichts und der Muskelkraft bei gesunden älteren Menschen.

Ziele

Ziel dieses systematischen Reviews / Metaanalyse war es, die Effekte von angeleitetem gegenüber nicht-angeleitetem Gleichgewichts- und / oder Krafttraining auf Messungen des Gleichgewichts und der Muskelkraft / Schnellkraft bei gesunden älteren Menschen zu untersuchen. Zusätzlich wurden die Effekte der Supervision in Form von Dosis-Wirkungs-Beziehungen evaluiert.

Datenquellen

Um die Effekte der Supervision von Gleichgewichts- und / oder Krafttraining bei älteren Menschen zu untersuchen, wurde eine computergestützte systematische Literaturrecherche in den elektronischen Datenbanken PubMed, Web of Science und SportDiscus durchgeführt.

Studieneinschluss

Insgesamt 6.041 Artikel konnten identifiziert und systematisch geprüft werden. Studien wurden eingeschlossen, wenn sie ein Gleichgewichts- und / oder Krafttraining bei gesunden älteren Erwachsenen (≥ 65 Jahre) durchführten und mindestens eine Gleichgewichtsvariable (z. B. Zeit [s] im Einbeinstand) und / oder Muskelkraft- / Schnellkraftvariable (z. B. Zeit [s] für 5-Times-Chair-Rise-Test) erhoben. Nach Überprüfung aller potentiell geeigneten Artikel konnten 11 Studien eingeschlossen werden.

Studienbeurteilung

Gewichtete standardisierte Mittelwertsabweichungen (SMDbs; bs = between-subjects) der angeleiteten versus nicht-angeleiteten Gleichgewichts- / Krafttrainingsstudien wurden berechnet. Die eingeschlossenen Studien wurden anhand der folgenden Variablen kodiert: Anzahl der Probanden, Geschlecht, Alter, Anzahl und Art der Interventionen, Art der Gleichgewichts- / Muskelkraft-Tests und Pre- / Post-Unterschiede (%). Zusätzlich wurde das Training hinsichtlich folgender Variablen kodiert: Zeitraum, Frequenz, Umfang, Modalitäten der Supervision (d.h. Anzahl der angeleiteten / nicht-angeleiteten Einheiten innerhalb der angeleiteten oder nicht-angeleiteten Trainingsgruppen). Zur Einschätzung der Heterogenität wurden I2- und χ2-Statistiken verwendet. Die methodische Qualität der eingeschlossenen Studien wurde mit der Physiotherapy Evidence Database (PEDro) scale bewertet.

Ergebnisse

Die Analysen ergaben Effekte zugunsten von angeleitetem im Vergleich zu nicht-angeleitetem Gleichgewichts- / Krafttraining bei der Verbesserung des statischen Gleichgewichts (SMDbs = 0,28; p = 0,39), des dynamischen Gleichgewichts (SMDbs = 0,35; p = 0,02), des proaktiven Gleichgewichts (SMDbs = 0,24; p = 0,05), von Gleichgewichts-Testbatterien (mittlere SMDbs = 0,53, p = 0,02) und der Muskelkraft / Schnellkraft (SMDbs = 0,51; p = 0,04). In Bezug auf die untersuchten Dosis-Wirkungs-Beziehungen zeigten unsere Analysen, dass eine Anzahl von 10-29 zusätzlichen angeleiteten Einheiten in den angeleiteten Trainingsgruppen im Vergleich zu den nicht-angeleiteten Trainingsgruppen in den größten Effekten für das statische Gleichgewicht (SMDbs = 0,35), das dynamische Gleichgewicht (SMDbs = 0,37) und Muskelkraft / Schnellkraft (SMDbs = 1,12) resultierten. Weiterhin wurden ≥30 zusätzliche angeleitete Einheiten in den angeleiteten Trainingsgruppen benötigt, um die größten Effekte hinsichtlich des proaktiven Gleichgewichts (SMDbs = 0,30) und Gleichgewichts-Testbatterien (SMDbs = 0,77) zu erzielen. Die Effekte zugunsten der angeleiteten Programme waren größer für Studien, die keinerlei angeleitete Einheiten in ihren nicht-angeleiteten Programmen beinhalteten (SMDbs: 0,28-1,24). Im Vergleich dazu fielen die Effekte zugunsten der angeleiteten Programme geringer aus für Studien, die wenige angeleitete Einheiten in ihren nicht-angeleiteten Programmen implementierten (z. B. drei angeleitete Einheiten im gesamten Interventionszeitraum, SMDbs: -0.06-0.41).

Limitationen

Aufgrund der geringen Anzahl an identifizierten Studien sowie der moderaten methodischen Studienqualität (Median PEDro score: 5) müssen die gegenwärtigen Ergebnisse als vorläufig betrachtet werden. Darüber hinaus wurden Dosis-Wirkungs-Beziehungen indirekt über Studien hinweg und nicht innerhalb einzelner, kontrollierter Studien verglichen.

Schlussfolgerungen

Unsere Analysen deuten darauf hin, dass angeleitetes Gleichgewichts- / Krafttraining bei gesunden älteren Menschen Gleichgewichtsparameter sowie Muskelkraft- / Schnellkraftparameter in größerem Umfang verbessern kann als nicht-angeleitetes Training. Aufgrund der geringen Anzahl an verfügbaren Studien konnten wir keine eindeutigen Dosis-Wirkungs-Beziehungen hinsichtlich der Supervision in solchen Programmen aufzeigen. Allerdings scheinen sich die positiven Effekte der Supervision besonders deutlich im Vergleich zu vollständig unbeaufsichtigten Trainingsprogrammen zu zeigen. Es wird daher empfohlen, angeleitete Einheiten (d.h. zwei von drei Einheiten pro Woche) in Gleichgewichts- / Krafttrainingsprogramme zu implementieren, um Gleichgewichts- und Kraftparameter bei älteren Menschen möglichst effektiv zu verbessern.

Zeitschrift: Sports Medicine

Typ: Systematic Review

Beteiligte Mitarbeiter: Urs Granacher

04. Mai 2017

Höhere Druckintensitäten bei der neuromuskulären Selbstmassage des M. Quadriceps mit dem Roller Massager vergrößern keine Beweglichkeitszuwächse und beeinträchtigen weder Kraft- noch Sprungleistungen

Neuromuskuläre Selbstmassagen mittels des transportablen Roller Massagers (RM) gehen mit einer Verbesserung der Beweglichkeit einher, ohne eine Verringerung der sportmotorischen Leistungen zu bewirken. In der vorliegenden Arbeit wurden die Effekte einer bis dato in der Forschung lückenhaft betrachteten Untersuchung verschiedener Druckintensitäten bei Applikation der neuromuskulären Selbstmassage untersucht. Hierfür wurden physiologisch- und leistungsassoziierte Beweglichkeits- und Kraft-/Sprungkraftparameter in Abhängigkeit einer Scheinintensität (Placebo), einer moderaten sowie einer hohen Druckintensität analysiert.

Insgesamt nahmen 16 gesunde Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit einem mittleren Alter von 27 Jahren an den drei Messterminen der Studie teil, in denen der M. Quadriceps unterschiedlich stark massiert wurde Die Druckintensität lag dabei zwischen 50 und 90 % des individuellen Maximums. Die Termine der Probanden fanden alle zwei Tage zur gleichen Tageszeit statt. Während der drei 60-sekündigen Interventionsphasen einer Sitzung schätzten die Teilnehmenden ihr subjektives Schmerzempfinden mittels einer visuell-analogen Skala ein. Vor, unmittelbar nach und zehn Minuten nach der letzten Interventionsphase wurden die aktive und passive Beweglichkeit der Kniebeuger, die Sprunghöhe beim einbeinigen Drop Jump (DJ), die Bodenkontaktzeit beim DJ, der Performance Index beim DJ, die isometrische Maximal- und Explosivkraft der Kniestrecker sowie –beuger) erfasst und im Innersubjekt Vergleich analysiert.

Nach Durchführung einer zweifaktoriellen Varianzanalyse (ANOVA) mit Messwiederholung zeigte sich ein Haupteffekt Zeit unabhängig vom Faktor Druckintensität, welcher sich in einer Erhöhung der aktiven (Δ 7,0 %, p < .001, Effektgröße [d] = 2,54) und passiven (Δ 15,4 %, p < .001, d = 3,22) Beweglichkeit zeigte. Die untersuchten Parameter des DJs, der Maximal- und Explosivkraft wiesen keine Haupt- bzw. Interaktionseffekte  Zeit oder Zeit x Bedingung (p > 0.05, d = 0,33 – 0,84) auf.

Die vorliegenden Ergebnisse weisen darauf hin, dass eine neuromuskuläre Selbstmassage mittels RM, ungeachtet der Druckintensität, keine Beeinträchtigungen der Maximal-/Explosiv- und Sprungkraft hervor ruft und sich positiv auf die aktive und passive Beweglichkeit auswirkt.

Zeitschrift: The Journal of Strength and Conditioning Research

Typ: Originalarbeit

Beteiligte Mitarbeiter und Studierende: Urs Granacher, Lena Grabow

19. April 2017

Interventionen in der frühen Kindheit zur Förderung elementarer Bewegungsfertigkeiten: Ein systematischer Überblick mit Meta-Analyse

Einleitung

Elementare Bewegungsfertigkeiten (EBF) entwickeln sich während der frühen Kindheit und sind Voraussetzung, um komplexere und sportspezifische Bewegungsfertigkeiten zu erlernen (Stodden et al., 2008). Der Erwerb EBF findet nicht nur durch biologische Reifung und Entwicklung statt, sondern bedarf einem von Außen gesetzten Bewegungsreiz und ständiger Auseinandersetzung mit der sozialen und physischen Umwelt (Gabbard, 2009).

Methode

Eine systematische Literatursuche wurde in sieben Datenbanken (CINAHL, Embase, MEDLINE, PsycINFO, PubMed, Scopus und Web of Science) durchgeführt, um Studien zur Wirkung von Bewegungsinterventionen im Setting-KITA auf EBF zu finden. Um relevante Informationen der Studien zu filtern, wurden standardisierte Auswertbögen genutzt. Zudem wurde die methodische Qualität der Studien durch das „Effective Public Health Practice Project—Quality Assessment Tool for Quantitative Studies [EPHPP]“ bewertet. Interventionseffekte wurden für Gesamt-EBF und Subskalen (objektbezogene EBF und lokomotorische EBF) mithilfe der mittleren und gewichteten standardisierten Mittelwertdifferenz (SMD) anhand von randomisierten Effektmodellen berechnet. Die berechneten Interventionseffekte wurden mit GRADE (Grading of Recommendations Assessment, Development, and Evaluation System) evaluiert.

Ergebnisse

In 30 Studien mit insgesamt 6126 Kindern im Alter von 3,3-5,5 Jahren zeigten sich signifikante Unterschiede zugunsten der Interventionsgruppe mit kleinen bis großen Effekten für Gesamt-EBF (SMD 0,46), objektbezogene (SMD 1.36) und lokomotorische EBF (SMD 0,94). Diese Ergebnisse besitzen basierend auf GRADE sehr geringe Aussagekraft.

Diskussion

Obwohl sich positive Effekte der Bewegungsintervention bei Kindern im Vorschulalter auf die Entwicklung der EBF finden lassen, müssen die Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden, da sie auf einer niedrigen methodischen Qualität der Studien beruhen und es kaum Langzeitstudien gab.

Literatur

Gabbard C. A developmental systems approach to the study of motor development. In: Pelligrino LT, editor. Handbook of motor skills: development, impairment and therapy. Hauppauge: Nova Science Publisher; 2009. p. 259–68.

Stodden DF, Goodway JD, Langendorfer SJ, Roberton MA, Rudisill ME, Garcia C, et al. A developmental perspective on the role of motor skill competence in physical activity: an emergent relationship. Quest. 2008;60(2):290–306.

Zeitschrift: Sports Medicine

Typ: systematischer Literaturüberblick mit Meta-Analyse

Beteiligte Mitarbeiter: Urs Granacher

04. April 2017

Doppeltätigkeitsaufgaben führen zu schlechteren Leistungen und Einbußen in der Gleichgewichtsperformanz bei älteren im Vergleich zu jüngeren Probandinnen, insbesondere bei Arbeitsgedächtnisaufgaben mit modalitätsinkompatiblen Reiz-Reaktions-Paarungen (Pilotstudie) 

Durch altersbedingte Abbauprozesse im zentralen Nervensystem scheinen sowohl exekutive Funktionen (Arbeitsgedächtnisaufgaben) als auch das Gleichgewicht vermehrt kortikale Kontrolle zu beanspruchen, wodurch es bei kognitiv-posturalen Doppeltätigkeitsaufgaben zu Leistungseinbußen kommt, die wiederum mit einem vermehrten Sturzrisiko einhergehen.

Ziel dieser Studie war es, den Zusammenhang von altersbezogenen Einbußen in der Gleichgewichtsperformanz unter gleichzeitiger Beanspruchung des Arbeitsgedächtnisses zu untersuchen, wobei besonderes Interesse auf dem spezifischen Einfluss der Arbeitsgedächtnisaufgabe lag: Führen Aufgaben, deren Reiz-Reaktions-Paarungen nicht dieselbe Modalität teilen zu stärkeren Einbußen als diejenigen, die dieselbe Modalität teilen?

Um dies zu untersuchen, haben wir mittels einer Kraftmessplatte von elf älteren (66-84 Jahre) und 15 jüngere Probandinnen (19-30 Jahre) Schwankungen des Kraftangriffspunkts (engl. center of pressure [CoP]) erfasst, während sie gleichzeitig verschiedene Versionen einer räumlichen one-back Arbeitsgedächtnisaufgabe bearbeiteten. Die gleichen Aufgaben wurden auch im Sitzen durchgeführt. Die Tests beinhalteten die folgenden Aufgaben:

(a)    Modalitätskompatible Einzelaufgabe: visuell-manuelle oder auditiv-vokale Aufgabe

(b)    Modalitätsinkompatible Einzelaufgabe: visuell-vokale oder auditiv-manuelle Aufgabe

(c)     Modalitätskompatible Doppelaufgabe: visuell-manuelle und auditiv-vokale Aufgabe

(d)    Modalitätsinkompatible Doppelaufgabe:  visuell-vokale und auditiv-manuelle Aufgabe

Erwartungsgemäß zeigten ältere Erwachsene generell stärkere Performanzeinbußen unter hoher Arbeitsgedächtnisbelastung (Einzel- vs. Doppelaufgabe). Modalitätskompatibilität beeinflusste die kognitive Performanz unter Doppeltätigkeits- aber nicht unter Einzeltätigkeitsbedingungen mit deutlichen Beeinträchtigungen für die ältere Probandengruppe. Bemerkenswert ist, dass für die älteren aber nicht für die jüngeren Studienteilnehmerinnen eine selektive Zunahme der CoP-Abweichung (d.h. schlechtere Gleichgewichtsperformanz) für die modalitätsinkompatible Doppelaufgabe im Vergleich zur modalitätskompatiblen Doppelaufgabe zu beobachten war.

Zum einen stellen die Ergebnisse dieser Pilotstudie eine weitere Evidenz für das Zusammenspiel von kognitiven Prozessen und posturaler Kontrolle dar. Zum anderen bestätigen sie nicht nur einen generellen Einfluss der Arbeitsgedächtnisbelastung, sondern zeigen darüber hinaus, dass die gleichzeitige Verarbeitung spezifischer, d.h. modalitätsinkompatibler Verbindungen von Input- und Output-Modalitäten nur bei älteren, aber nicht bei jüngeren Probandinnen mit der Gleichgewichtsperformanz interferiert.

Zeitschrift: Frontiers in Psychology 

Typ: Originalarbeit

Beteiligte Mitarbeiter: Urs Granacher, Gesche Schauenburg

04. April 2017

Krafttraining mit Kindern und Jugendlichen

Viele Jahre wurde von einem Krafttraining für Kinder und Jugendliche abgeraten. Die intensive Forschungsarbeit der letzten 30 Jahre hat jedoch dazu beigetragen, dass das Krafttraining mit Heranwachsenden zunehmende Akzeptanz aus Wissenschaft und Trainingspraxis erfuhr. Heutzutage betrachtet man es auch in diesem Lebensalter gar als eine zentrale Komponente körperlicher Aktivität. In einem aktuellen narrativen Übersichtsbeitrag werden wichtige Aspekte für eine sichere und effektive Trainingsgestaltung diskutiert und altersspezifische Anpassungen im neuromuskulären System infolge des Krafttrainings vorgestellt.

Zeitschrift: Kinderärztliche Praxis

Typ: Überblicksarbeit

Beteiligte Mitarbeiter: Olaf Prieske, Melanie Lesinski, Urs Granacher

29. März 2017

Kraft und Gleichgewicht im Alter: Effekte und Dosis-Wirkungs-Beziehungen von Kraft und Gleichgewichtstraining

Der Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung westlicher Industrienationen nimmt stetig zu. Biologische Alterungsprozesse und körperliche Inaktivität sind maßgeblich verantwortlich für Gleichgewichtsdefizite und Ganginstabilitäten sowie einen Rückgang der Maximal- und v. a. Schnellkraft. Die Folgen sind eine erhöhte Sturzhäufigkeit im Alter, verbunden mit Einschränkungen der Mobilität und Lebensqualität sowie erhöhten sturzverletzungsinduzierten Kosten im Gesundheitssystem. Der vorliegende narrative Überblicksbeitrag beschreibt A) multifaktorielle Ursachen von Stürzen im Alter, B) altersbedingte Defizite im Kraft- und Gleichgewichtsverhalten, C) Verfahren zur Diagnostik von altersbedingten Verlusten der Muskelkraft und -masse sowie des Gleichgewichts,und D) Effekte und Dosis-Wirkungs-Beziehungen von Kraft- und Gleichgewichtstraining im Alter. Im Ergebnis der Literaturanalyse werden Grenzwerte diagnostischer Verfahren zur Abklärung des altersbedingten Kraftrückgangs, des Verlusts an Muskelmasse sowie von Gleichgewichtsdefiziten berichtet. Darüber hinaus konnten große Effekte von Krafttraining im Alter auf Parameter der Muskelkraft, jedoch nur kleine Effekte auf Kennwerte der Muskelmorphologie ermittelt werden. Gleichgewichtstraining bewirkt große Effekte auf Variablen des proaktiven und reaktiven Gleichgewichts, wohingegen die Wirkungen auf das statisch/dynamisch-kontinuierliche Gleichgewicht lediglich als klein bis mittel klassifiziert werden können. Effektive Dosis-Wirkungs-Beziehungen für Gleichgewichtstraining im Alter sind gekennzeichnet durch eine Trainingsdauer von elf bis zwölf Wochen, drei Trainingseinheiten pro Woche, eine Dauer pro Trainingseinheit von 31 bis 45 Minuten und eine Standzeit pro Gleichgewichtsübung von 21 bis 40 Sekunden. Evidenzbasierte Dosis-Wirkungs-Beziehungen beim Krafttraining zur Verbesserung der Muskelkraft sind charakterisiert durch eine Trainingsdauer von 50 bis 53 Wochen, eine Trainingsfrequenz von zwei Einheiten pro Woche, eine Serienzahl von zwei bis drei Sätzen pro Übung, acht bis neun Wiederholungen pro Satz, eine Trainingsintensität von 70 bis 79 % des Einer-Wiederholungs-Maximums, eine Kontraktionsdauer pro Wiederholung von sechs Sekunden und eine Satzpause von 60 Sekunden. Neue Studien weisen auf das Potenzial von Schnellkrafttraining im Alter zur Verbesserung von Kraft, Gleichgewicht und Mobilität hin.

Zeitschrift: Neurologie & Rehabilitation

Typ: Originalarbeit

Beteiligte Mitarbeiter: Urs Granacher; Melanie Lesinski

21. März 2017

Die Effekte von plyometrischem Training auf Variablen der körperlichen Fitness bei präpuberalen Leistungsfußballern

Plyometrisches Training und Gleichgewichtstraining stellen bedeutsame Trainingsmaßnahmen zur Leistungsentwicklung im langfristigen Leistungsaufbau dar (Granacher et al., 2016). Eine zeiteffiziente Form der Kombination aus plyometrischem Training und Gleichgewichtstraining ist die Durchführung von plyometrischem Training auf instabilen Unterlagen. Eine frühere Studie mit adoleszenten Nachwuchsleistungsfußballern konnte keine additiven Effekte von plyometrischem Training auf instabilen Unterlagen im Vergleich zum Training auf stabilen Unterlagen auf Variablen der körperlichen Fitness feststellen (Granacher et al., 2015). Bei präpuberalen Kindern im Vergleich zu puberalen und post-puberalen Jugendlichen ist das Gleichgewichtsvermögen noch nicht vollständig ausgeprägt, weshalb das plyometrische Training unter Verwendung instabiler Unterlagen zusätzliche Effekte hervorrufen könnte. Vor diesem Hintergrund wurden in der vorliegenden Studie die Effekte von plyometrischem Training auf stabilen versus instabilen Unterlagen auf Variablen der körperlichen Fitness bei präpuberalen Leistungsfußballern untersucht.

An derUntersuchung nahmen 34 männliche Nachwuchsleistungsfußballer mit einem mittleren Alter von 12 Jahren teil. Die Athleten wurden randomisiert in zwei plyometrische Trainingsgruppen eingeteilt, die die gleichen Sprungübungen entweder auf stabilen (PTS) oder instabilen Unterlagen (PTI) unter Verwendung von BOSU Bällen, balance pads und Therapie-Kreiseln durchführten. Die achtwöchige Interventionsphase beinhaltete für beide Experimentalgruppen drei reguläre fußballspezifische Trainingseinheiten und zwei jeweils zusätzliche PTS oder PTI Einheiten. Vor und nach dem Training wurden Tests zur Überprüfung der Sprungkraft (Countermovement Jump [CMJ], Standweitsprung [SLJ]), der Schnelligkeit (10-m, 20-m, 30-m Linearsprint), der Gewandtheit (Illinois Agility Test [IAT]) und des Gleichgewichts auf stabilen (Stork Balance Test [SBT], Y Balance Test [YBT]) und instabilen Unterlagen (SBT, YBT) angewandt.

Die Ergebnisse der ANCOVA Analyse zum Zeitpunkt Post zeigten keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen für die Parameter CMJ Sprunghöhe (p > 0.05, d = 0.54), SLJ Sprungweite (p > 0.05; d = 0.81), 10-m, 20-m, 30-m Linearsprint-Leistung (p > 0.05, d = 0.00–0.24), den IAT (p > 0.05, d = 0.48) und für den YBT auf stabilen und instabilen Unterlagen (p > 0.05, d = 0.39, 0.08). Statistisch signifikante Gruppenunterschiede zum Zeitpunkt Post konnten für den SBT auf stabilen (p < 0.01, d = 1.75) und instabilen Unterlagen (p < 0.01, d = 1.86) zugunsten der Trainingsgruppe, die auf instabilen Unterlagen trainierte, ermittelt werden.

Die Ergebnisse der vorliegenden Studie weisen darauf hin, dass plyometrisches Training unter Verwendung instabiler Unterlagen im Vergleich zum Training auf stabilen Unterlagen keine additiven Effekte auf die Sprungkraft, die Schnelligkeit und die Gewandtheit auslöst. Allerdings führte das Training auf instabilen Unterlagen zu größeren Verbesserungen des Gleichgewichts.

Zeitschrift: International Journal of Sports Medicine

Typ: Originalarbeit

Beteiligte Mitarbeiter: Urs Granacher

03. März 2017

Die Sequenzierung von Gleichgewichts- und plyometrischen Übungen auf Ebene der Trainingseinheit hat keinen Einfluss auf trainingsinduzierte Anpassungsprozesse bei Nachwuchsleistungsfußballern

Plyometrisches Training und Gleichgewichtstraining stellen bedeutsame Trainingsmaßnahmen zur Leistungsentwicklung im langfristigen Leistungsaufbau dar. Eine frühere Studie aus der gleichen Arbeitsgruppe konnte zeigen (vgl. Hammami et al., 2016), dass die zeitliche Vorschaltung von Gleichgewichtstraining vor plyometrischem Training deutlichere Leistungszuwächse erzielte, als die umgekehrte Sequenzierung (plyometrisches Training vor Gleichgewichtstraining). Unklar ist jedoch, wie Gleichgewichts- und plyometrisches Training bestmöglich auf Ebene der einzelnen Trainingseinheit miteinander kombiniert werden. Vor diesem Hintergrund war es das Ziel der vorliegenden Studie, die Effekte unterschiedlicher Sequenzierungsformen von Gleichgewichts- und plyometrischem Training auf Ebene der Trainingseinheit und auf Kennwerte der Muskelkraft/Leistung, der Schnelligkeit, der Gewandtheit und des Gleichgewicht zu prüfen.

An der Studie nahmen 26 männliche Nachwuchsleistungsfußballer mit einem mittleren Alter von 14 Jahren teil. Die Athleten wurden randomisiert in eine alternierende (ATG) oder eine blockweise Trainingsgruppe (BTG) eingeteilt und trainierten über acht Wochen mit zwei Trainingseinheiten pro Woche (zusätzlich zum sportartspezifischen Training) Gleichgewichts- und plyometrisches Training. Die ATG führte im Laufe einer jeden Trainingseinheit alternierend Gleichgewichts- und plyometrische Übungen durch. Die BTG absolvierte während des ersten Teils der Trainingseinheit Gleichgewichtsübungen und während des zweiten Teils plyometrisches Training. Vor und nach dem Training wurden Tests zur Überprüfung der Muskelkraft/Leistung, der Gewandtheit, Schnelligkeit und des Gleichgewichts angewandt.

Hohe trainingsbedingte Effekte konnten für beide Gruppen festgestellt werden, die im Mittel >30 % lagen. Die Analyse ergab jedoch keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen über die Zeit für alle erfassten Kennwerte.

Die Ergebnisse der vorliegenden Studie weisen auf die Effektivität von kombiniertem Gleichgewichts- und plyometrischem Training hin. Die Sequenzierung der beiden Trainingsmaßnahmen auf Ebene der Trainingseinheit scheint hierbei eine untergeordnete Rolle zu spielen

Zeitschrift: Journal of Sports Science and Medicine

Typ: Originalarbeit

Beteiligte Mitarbeiter: Urs Granacher

09. Februar 2017

Die Einnahme eines Ginkgo Biloba Präparats verbessert das Gehen unter Doppeltätigkeitsbedingungen bei Patienten mit milden kognitiven Einschränkungen: Eine randomisierte, doppelblinde, Placebo kontrollierte Studie

Patienten mit milden kognitiven Einschränkungen zeigen ein verschlechtertes Gangverhalten unter Doppeltätigkeitsbedingungen und ein damit einhergehendes erhöhtes Sturzrisiko.

Vor diesem Hintergrund bestand das Ziel der vorliegenden Studie in der Überprüfung der Wirkungen eines Ginkgo Biloba Präparats auf das Gangverhalten unter Einfach- (nur Gehen) und Doppeltätigkeitsbedingungen (Gehen und rückwärtszählen) bei Patienten mit milden kognitiven Einschränkungen.

An der randomisierten, doppelblinden und Placebo kontrollierten Studie nahmen 50 Patienten mit diagnostizierten milden kognitiven Einschränkungen im Alter von 50 bis 85 Jahren teil. Die Interventionsgruppe erhielt zweimal täglich über einen sechsmonatigen Zeitraum ein Ginkgo Biloba Präparat verabreicht (Symfona® forte 120 mg) während die Kontrollgruppe ein Placebo Produkt erhielt. Eine apparative Ganganalyse zur Erfassung räumlicher und zeitlicher Gangparameter wurde zu Beginn der Studie, nach 3, 6 und 12 Monaten durchgeführt.

Nach dem sechsmonatigen Interventionszeitraum verbesserte sich die Kadenz beim Gehen unter Doppeltätigkeitsbedingungen in der Interventions- im Vergleich zur Kontrollgruppe. Ein Trend zu einer Verbesserung konnte in der Interventionsgruppe nach sechs Monaten für die Gehgeschwindigkeit und die zeitliche Schritt-zu-Schritt Variabilität unter Doppeltätigkeitsbedingungen ermittelt werden.

Die Ergebnisse dieser Studie deuten darauf hin, dass die Gabe von 120 mg Ginkgo Biloba über einen sechsmonatigen Zeitraum zu signifikanten Verbesserungen des Gangverhaltens unter Doppeltätigkeitsbedingungen bei Patienten mit milden kognitiven Einschränkungen führt.

Zeitschrift: Aging Clinical and Experimental Research

Typ: Originalarbeit

Beteiligte Mitarbeiter: Urs Granacher

13. Januar 2017

Validierung des judospezifischen Mess- und Informationssystem JERGo© für den Standkuzushi

Das Ziel der Studie bestand in der Prüfung der Übereinstimmungsvalidität des judospezifischen Mess- und Informationssystems JERGo© für die Durchführung der Anrissbewegung im Stand (Standkuzushi). An der Untersuchung nahmen 14 männliche Judoka (D-Kaderathleten) im Alter von 17,9 (± 0,7) Jahre teil. Als Kriteriumsbewegung wurde der Standkuzushi am JERGo©-System und mit dem Partner durchgeführt. Während der Bewegungsausführung am JERGo und mit dem Partner wurde die Aktivität des M. erector spinae (ES), des M. biceps brachii (BIC), des M. deltoideus (DEL) und des M. trapezius (TRA) getrennt nach Hub- und Zugarmseite erfasst und anschließend für die Zeitintervalle 0-30 ms, 0-50 ms, 0-100 ms und 0-200 ms mittels Intraklassenkorrelations-Koeffizient (ICC) analysiert. Die Validitätsprüfung zeigte für die Muskeln  ES, BIC, DEL und TRA gute bis ausgezeichnete Zusammenhänge (0,40 ≤ ICC ≤ 0,85) der Muskelaktivierung bei Ausführung des Standkuzushis am JERGo©-System im Vergleich mit der Ausführung mit dem Partner. Aufgrund der gefundenen Übereinstimmungsvalidität lässt sich zeigen, dass das JERGo©-System für die Diagnostik und das Training der Anrissbewegung im Stand geeignet ist.

 Zeitschrift: Leistungssport, 47 (1), 37-42

Typ: Originalarbeit

Beteiligte Mitarbeiter: Olaf Prieske , Urs Granacher, Tom Krüger

12. Januar 2017

Die Bewegungsgeschwindigkeit einseitiger und ermüdender Belastungen beeinflusst die Effekte auf die kontralateralen Muskelgruppen

Einseitige, ermüdende Muskelaktionen können die neuromuskuläre Leistungsfähigkeit der kontralateralen Muskelgruppen beeinflussen. Unklar ist, inwieweit die Bewegungsgeschwindigkeit bei dynamischen, ermüdenden Muskelaktionen die Effekte auf der kontralateralen Seite beeinflussen. Obwohl bei elf jungen Männern nach einseitigen, ermüdenden Knieextensionen keine Ermüdungseffekte auf der kontralateralen Seite auftraten, konnte die Studie zeigen, dass langsame (60 °/s) im Gegensatz zu schnellen Geschwindigkeiten (240 °/s) die Entwicklung der Knieextensionsmomente auf der kontralateralen Seite modifizierten. In der Praxis sollte deshalb insbesondere bei einseitigen, ermüdenden Muskelaktionen mit langsamer Bewegungsausführung die Übungsreihenfolge in Trainingsprogrammen berücksichtigt werden.

Zeitschrift: European Journal of Applied Physiology

Typ: Originalarbeit

DOI: 10.1007/s00421-016-3524-6

Beteiligte Mitarbeiter: Olaf Prieske , Urs Granacher

04. Januar 2017

Eine Erhöhung der Hüftgelenksmomente verursacht die Steigerung der maximalen Gehgeschwindigkeit durch Schnellkrafttraining bei gesunden Senioren

Mit zunehmendem Alter reduziert sich die habituelle und v. a. maximale Gehgeschwindigkeit. Dies wird u. a. durch eine altersbedingte Abschwächung der Muskulatur (Dynapenie und Sarkopenie) in den unteren Extremitäten und durch eine distal-proximal Verlagerung der Gelenksmomente beim Gehen verursacht. Proximal gelegene Muskeln um die Hüfte leisten in der Folge bei älteren im Vergleich zu jungen Menschen einen höheren Beitrag am Vortrieb, wohingegen die distal gelegenen Muskeln um das Sprunggelenk einen geringeren Beitrag leisten. Sowohl die Schnellkraft als auch die Gehgeschwindigkeit können durch ein gezieltes Schnellkrafttraining mit Senioren (≥65 Jahre) verbessert werden. Vor diesem Hintergrund war es das Ziel der vorliegenden Studie, die trainingsinduzierten biomechanischen Mechanismen zu eruieren, die für eine Zunahme der Gehgeschwindigkeit verantwortlich sind.

Fünfzehn gesunde Senioren (6 m, 9 w; 73 ± 5 Jahre) trainierten ihre Schnellkraft für einen Zeitraum von zehn Wochen. Vor und nach dem Training wurden Parameter der Schnellkraft an einem Isokineten (max. Drehmoment) sowie kinematische (z. B. Gelenkswinkel) und kinetische Variablen (z. B. Bodenreaktionskräfte) während des Gehens erfasst. Mit Hilfe der kinematischen und kinetischen Daten wurden über invers dynamische Berechnungen die Gelenksmomente (Sprunggelenk, Kniegelenk, Hüftgelenk) während des Gehens ermittelt.

Das Training führte zu einer Verbesserung des max. Drehmoments der Knieextensoren (25 %) und Plantarflexoren (43 %). Die trainingsbedingte Erhöhung der maximalen Gehgeschwindigkeit (6 %) ging einher mit einem höheren Moment des Hüftgelenks, wobei Knie- und Sprunggelenk keine signifikanten Veränderungen erfuhren.

Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass Schnellkrafttraining sowohl die Schnellkraft der Knieextensoren und Plantarflexoren als auch die Gehgeschwindigkeit zu verbessern vermag. Die altersbedingte distal-proximal Verlagerung der Gelenksmomente beim Gehen wird durch das Schnellkrafttraining nicht beeinflusst. Im Gegenteil, das Training bewirkte bei maximalen Gehgeschwindigkeiten eine weitere Stärkung des vortriebswirksamen Beitrags des Hüftgelenks.

Der Originalbeitrag ist in der Fachzeitschrift Gait & Posture erschienen.

Zeitschrift: Gait & Posture

Typ: Originalarbeit

DOI: 10.1016/j.gaitpost.2016.12.024

Beteiligte Mitarbeiter: Urs Granacher, Martijn Gäbler

14. November 2016

Übereinstimmungsvalidität des Inertialsensors Gyko bei Nachwuchsleistungsfußballerinnen

Inertialsensoren stellen eine praktikable Möglichkeit zur Bestimmung der Vertikalsprunghöhe unter Feldbedingungen dar. Für den Inertialsensor Gyko der Firma Microgate (Bolzano, Italien) fehlen jedoch Aussagen bezogen auf seine Übereinstimmungsvalidität. Daher wurde die Vertikalsprunghöhe bei Durchführung des Streck- und des Hockstrecksprungs mit Hilfe des Inertialsensors Gyko, einer Kistler-Kraftmessplatte (Kriteriumsgerät und Goldstandard) und des Optojump-Systems (weiteres Kriteriumsgerät) gleichzeitig erfasst. Insgesamt nahmen 19 Nachwuchsleistungsfußballerinnen im Alter von 15 ± 1 Jahren an der Studie teil. Im Vergleich zur Kistler-Kraftmessplatte und zum Optojump-System wurden  mit dem Inertialsensor Gyko signifikant unterschiedliche Sprunghöhen ermittelt. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Inertialsensor Gyko gegenüber der Kistler-Kraftmessplatte und dem Optojump-System nicht untereinander austauschbar genutzt werden kann. Daher wurden Regressionsgleichungen bereitgestellt, um bei ausschließlicher Verwendung des Inertialsensors Gyko, die Vertikalsprunghöhe im Streck- und im Hockstrecksprung für die Kistler-Kraftmessplatte und das Optojump-System abschätzen zu können.

Der Originalbeitrag ist in der Fachzeitschrift BMC Sports Science, Medicine and Rehabilitation  erschienen.