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ReMove-It

Wirksamkeitsstudie einer telemedizinisch assistierten Bewegungstherapie für die Rehabilitation nach Intervention an der unteren Extremität

Förderung

Deutsche Rentenversicherung Berlin-Brandenburg

Kooperationskliniken/Kooperationen

MEDIAN Klinik Hoppegarten                

Brandenburg Klinik Bernau

Reha-Zentrum Lübben

Fraunhofer FOKUS

Professur für Sportmedizin und Sportorthopädie, Universität Potsdam

Ansprechpartner

Sarah Eichler

Zielsetzung und Kurzbeschreibung des Projekts

Das Ziel des Projekts ReMove-It ist es, einen Wirksamkeitsnachweis für die Eignung eines telematisch vernetzten Versorgungsangebotes zu erbringen, um die Nachhaltigkeit erreichter Rehabilitationsergebnisse zu verstetigen bzw. zu verbessern. Dafür werden drei Rehabilitationskliniken aus Brandenburg gemeinsam mit dem Fraunhofer FOKUS und der Universität Potsdam Trainingsinterventionen entwickeln, die es Patienten nach Intervention an der unteren Extremität ermöglichen, im Anschluss an eine stationäre Rehabilitation im häuslichen Umfeld telematisch assistiert trainieren zu können. Im Projekt soll die Auswirkung eines dreimonatigen, telemedizinisch assistierten Trainingsprogramms bei Patienten nach Intervention an der unteren Extremität nach stationärem Rehabilitationsaufenthalt im Vergleich zur herkömmlichen Nachsorgepraxis auf Kraftleistungsfähigkeit und posturale Kontrolle sowie Lebensqualität untersucht werden.

Design

In einer ersten Phase werden durch die Therapeuten in den teilnehmenden Rehakliniken in Zusammenarbeit mit der Universität Potsdam und dem Fraunhofer FOKUS Therapieelemente für Patienten nach Intervention an der unteren Extremität entwickelt. Diese werden in einer zweiten Phase von Mitarbeitern des Fraunhofer FOKUS durch Entwicklung und Überprüfung von Algorithmen auf die technische Machbarkeit überprüft und realisiert. Parallel dazu wird in allen teilnehmenden Kliniken die Akzeptanz bei Patienten geprüft. Dabei werden alle Patienten der orthopädischen Abteilungen der teilnehmenden Rehakliniken nach Intervention an der unteren Extremität nach ihrem Interesse am System MeineReha® als Nachsorgeprogramm befragt.

In einer dritten Phase wird in einer multizentrischen randomisierten Kontrollstudie mit zwei Messzeitpunkten (T1 im Anschluss an die stationäre Rehabilitation, T2 drei Monate später) der Effekt eines dreimonatigen telemedizinisch assistierten Trainingsprogramms auf die Kraftleistungsfähigkeit und die posturale Kontrolle untersucht.

Relevanz der Fragestellung

In Deutschland leiden fünf Millionen Menschen an Arthrose und degenerativen Gelenkerkrankungen, die konservativ oder operativ therapiert werden müssen. Der Einsatz von künstlichen Hüft- und Kniegelenken ist eine der häufigsten Operationen in Deutschland. Allein im Jahr 2009 haben sich laut Bundesamt für Qualitätssicherung rund 390.000 Patienten solchen Eingriffen unterzogen. Daher ist der Anteil an Rehabilitationsleistungen bei muskoloskeletalen Erkrankungen mit 30 % nach wie vor der größte. Nach heutigem Kenntnisstand sind Patienten nach Implantation von Knieendoprothesen noch weitaus weniger körperlich belastbar als nach einer Hüftendoprothese. Die regelmäßige Ausübung einer geeigneten Sportart nach endoprothetischen Eingriffen kann ein gutes Langzeitergebnis sichern. Wirksamkeitsanalysen belegen jedoch, dass die positiven Effekte der medizinischen Rehabilitation nur kurz anhalten.

Aktuelle Ergebnisse zeigen, dass nur die Hälfte der Patienten nach einer Rehabilitation empfohlene Nachsorgeleistungen in Anspruch nehmen. Gründe der Nichtinanspruchnahme bei Erwerbstätigen sind die mangelnde Vereinbarung mit beruflichen Arbeitszeiten und lange Anfahrtswege zu geeigneten Nachsorgeeinrichtungen.

Daher werden im Rahmen der Bedarfsgerechtigkeit und Patientenorientierung seit längerem die Flexibilisierung und die Individualisierung von Rehabilitationsangeboten hinsichtlich Ausgestaltung und Dauer gefordert.

Stand des Projekts

Das Projekt beginnt am 01.01.2015.

 

Diese Studie wurde beim Deutschen Register Klinischer Studien (DRKS) registriert (DRKS00010009).

http://drks-neu.uniklinik-freiburg.de/drks_web/navigate.do?navigationId=trial.HTML&TRIAL_ID=DRKS00010009

 

 

 

 

Kontakt

Universität Potsdam

Humanwissenschaftliche Fakultät

Strukturbereich Kognitionswissenschaften

Professur für Rehabilitationswissenschaften

Am Neuen Palais 10, Haus 12

Raum 1.05a

14469 Potsdam

Telefon: +49 (0) 331 – 977 4063

Fax: +49 (0) 331 – 977 4081

Beate.Barnack@uni-potsdam.de

 

 

 

 

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