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Potsdamer Sommerschule - Arktis im Klimawandel

Von Seewegen, Rohstoffen und ökologischen Veränderungen - Potsdamer Sommerschule und Diskussionsrunde widmen sich der Arktis im Klimawandel
Foto: AWI

Foto: AWI

Die Arktis verändert sich rasant. Ursache dafür, dass die Lufttemperatur im Hohen Norden im Vergleich zum globalen Durchschnitt doppelt so schnell gestiegen ist, ist die Erderwärmung. Was dies zur Folge hat, zeigt sich am deutlichsten am schwindenden arktischen Meereis. Wissenschaftler, Umweltexperten und Politiker stellen ihre Thesen zum Klimawandel zur Diskussion. Am 30.06. gibt es an der Universität Potsdam hierzu eine öffentliche Debatte.

Es diskutieren:

  • Prof. Hans-Joachim Kümpel, Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, Hannover
  • Prof. Hans-Wolfgang Hubberten, Alfred-Wegener-Institut, Potsdam
  • Prof. Peter Lemke, Alfred-Wegener-Institut, Bremerhaven
  • Prof. Nele Matz-Lück, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Termin: 

Vortrag und Diskussionsrunde: „Die Arktis im Klimawandel: Was kommt da auf uns zu?“

Datum: 30. Juni 2014, 18.00 Uhr

Ort: Universität Potsdam, 
 Campus Am Neuen Palais,
 Haus 12, Obere Mensa
Weitere Informationen: http://potsdam-summer-school.org

Hintergrund zum Event:

Für die Teilnahme an der zweiwöchigen Sommerschule haben sich 80 Nachwuchswissenschaftler aus der ganzen Welt beworben. 38 von ihnen erhalten nun die Möglichkeit, nach Potsdam zu kommen. Aus dem großen Bewerberfeld wurden insbesondere jene ausgewählt, die nicht "einspurig" ausgebildet sind. Denn das Ziel der Organisatoren ist es, sowohl natur- als auch geisteswissenschaftliche Sichtweisen zur Bedeutung des Klimawandels in der Arktis einzubringen. Deshalb sind in Potsdam Geowissenschaftler, Mathematiker, Klimawissenschaftler, Ozeanografen ebenso dabei wie Sozialwissenschaftler, Politikwissenschaftler oder Vertreter von Nichtregierungsorganisationen. Sie kommen aus Alaska, Sibirien, Kanada, USA, Deutschland, Russland, Schweden, Frankreich, England oder Australien.

Die erstmals in dieser Form in Potsdam veranstaltete interdisziplinäre Sommerschule wird finanziell und organisatorisch von mehreren Potsdamer Wissenschaftseinrichtungen getragen. Neben der Universität Potsdam - mit ihren Forschungsbereichen Erd- sowie Politik- und Verwaltungswissenschaften - sind das Deutsche GeoForschungsZentrum, das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, das Institute for Advanced Sustainibility Studies sowie das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung beteiligt. Auch die Landeshauptstadt Potsdam unterstützt die Veranstaltung. Anliegen ist es, die lokal verankerte Forschung bekannter zu machen und es geht darum, exzellente Nachwuchstalente aufzuspüren. "Wir hoffen aber auch, dass sich aus den Diskussionen interessante Aspekte ergeben, die wir in Zukunft in der eigenen Forschung stärker berücksichtigen", sagt Dr. Andreas Bergner vom Institut für Erd- und Umweltwissenschaften, der die Beiträge der Universität koordiniert.

Während der zweiwöchigen Veranstaltung werden die Teilnehmer gemeinsam mit Wissenschaftlern, Politikern und Wirtschaftsvertretern mögliche Optionen, Wege, Risiken und Herausforderungen im Hinblick auf die Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft für die Arktis diskutieren. Das Themenspektrum reicht von der Meereis-Entwicklung über Klimadynamik, Ökologie und Umweltrisiken sowie Ozean-Governance bis zur Rolle der Ressourcen. Weil die Sommerschule Werkstattcharakter hat, wird es weniger Vorlesungen als gemeinsame Übungen und Workshops geben. Die Teilnehmer erhalten vor allem die Gelegenheit zu diskutieren, selbst Ergebnisse vorzustellen und Ideen auszutauschen.

Einen besonderen Höhepunkt dürfte in diesem Zusammenhang die von der Uni organisierte öffentliche Podiumsdiskussion unter dem Titel "Die Arktis im Klimawandel: Was kommt da auf uns zu?" darstellen. Mit ihr ist die Hoffnung verbunden, das Thema einem breiten Publikum der Region näher bringen zu können. "Die Erwärmung in der Arktis hat nicht nur tiefgreifende Veränderungen in der Region selbst zur Folge, sondern betrifft auch Regionen weit darüber hinaus", erinnert Andreas Bergner. Andererseits beeinflussen selbstverständlich auch nicht-arktische Regionen die Veränderungen in der Arktis, so das Konsumverhalten in den hochentwickelten Industriestaaten. Die Nachfrage nach arktischen Rohstoffen erfolgt von dicht besiedelten Zentren in Europa, Nordamerika und Asien. Neue arktische Schifffahrtsrouten verbinden diese Zentren und führen dazu, den Hohen Norden weiter zu erschließen. Das und vieles andere hat nicht nur gravierende ökologische Auswirkungen, sondern fordert neue, globale Politik-Ansätze. "Vor dem Hintergrund der Veränderungen in der Arktis stellt sich die Frage nach fach- und länderübergreifend abgestimmten Handlungsmöglichkeiten von Akteuren in und außerhalb der Region", so Andreas Bergner, der froh ist, für solche Fachfragen die Kollegen des universitären Potsdam-Zentrums für Politik und Management gewonnen zu haben.

Text: Dr. Barbara Eckardt, Online gestellt: Julia Schwaibold