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Deutschland, Japan und die Zukunft des Mobile Business – Forscher des Tokyo Institute of Technology zu Besuch beim Potsdamer Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Digitalisierung und beim HPI

Die Delegation des Tokyo Institute of Technology und ihre Gastgeber: Dr. Dai Sendoo, Dr.-Ing. Celine Mougenot, Prof. Key Pousttchi, Prof. Christoph Meinel, Prof. Junichi Iijima, Prof. Yukio Takeda. Foto: UP.

Eine Delegation aus Japan besuchte Ende März den Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Digitalisierung. Professor Junichi Iijima, den Leiter der Delegation, und Professor Key Pousttchi verbindet eine langjährige Kooperation, die an der Universität Augsburg begann und mit diesem Besuch nach Potsdam übertragen wurde. Weitere Delegationsmitglieder waren Professor Yukio Takeda, Associate Professor Dai Senoo und die französische Design-Professorin Celine Mougenot, die ebenfalls am „TokyoTech“, wie die Technische Universität Tokio kurz genannt wird, lehrt. Das TokyoTech gehört zu den besten Universitäten des Landes.

Forschung: Entwicklung des Mobile Business in Unternehmen
Die Kooperation begann 2008 mit einem gemeinsamen Forschungsprojekt über die mobile Geschäftsprozesse in Unternehmen. Dabei zeigte sich, dass europäische und japanische Unternehmen, ohne sich dessen bewusst zu sein, vollständig unterschiedliche Wege gingen: In Europa entstanden mobile Lösungen, indem IT- und Fachabteilungen neue Prozesse entwarfen, hierfür dann Software entwickelten, die Hardware einführten und die Nutzer schulten. In Japan dagegen verfügten die Nutzer bereits über sehr viel mehr Erfahrung mit ihren privaten Smartphones und Tablets und ergriffen daher oft die Initiative, bestimmte Arbeitsabläufe im Unternehmen durch Apps zu unterstützen, die häufig auch gleich auf dem privaten Smartphone liefen. Beide Vorgehensweisen wiesen klare Vor- und Nachteile auf: Europäischen Lösungen fehlte häufig die Nutzerakzeptanz, während die japanischen Lösungen häufig kleinteilig waren und nicht den Gesamtprozess im Blick hatten. „Die Durchdringung mit Smartphones und Tablets führt dazu, dass die Unternehmen in Europa und Deutschland derzeit exakt die Fehler wiederholen, die wir in Japan bereits vor einigen Jahren gesehen haben“, so Digitalisierungsexperte Key Pousttchi. Im Ergebnis seiner Forschung rät er Unternehmen, beim Einsatz mobiler Technologien die organisatorischen und nicht die technischen Faktoren in den Mittelpunkt zu stellen. Sein Kollege Iijima kann das aus seiner Erfahrung nur bestätigen. Beide wollen ihre gemeinsame Forschung auch in anderen Bereichen fortsetzen.

Design Thinking: Anregungen vom HPI
Neben dem Austausch über die Forschung des Potsdamer Lehrstuhls war ein weiterer Schwerpunkt der Besuch der Delegation am Hasso-Plattner-Institut. Die japanischen Professoren lehren im neuen „Cross Border Entrepreneur Cultivating Program“ des TokyoTech, das von Professor Iijima geleitet wird und in dem Entrepreneurship und auch Design Thinking im Mittelpunkt stehen. Kooperationspartner sind unter anderem die Stanford University und das Massachusetts Institute of Technology (MIT). Am HPI waren die Japaner dagegen erstmals zu Gast. Weil das Hasso-Plattner-Institut in diesen Bereichen bereits über langjährige Expertise verfügt, waren sie sehr interessiert an den Erfahrungen von HPI-CEO Professor Christoph Meinel und nahmen zahlreiche Anregungen mit. „Wir wissen das sehr zu schätzen und würden gern wiederkommen“, so Delegationsleiter Iijima.

Partnerschaft mit Studentenaustausch?
Neben der bestehenden Kooperation mit dem Lehrstuhl für Digitalisierung (Prof. Pousttchi) wird derzeit geprüft, inwieweit die administrativen Rahmenbedingungen eine weitergehende Partnerschaft und vielleicht auch einen Studentenaustausch mit dem TokyoTech ermöglichen. Professor Norbert Gronau, der die Wirtschaftsinformatik in Potsdam aufgebaut hat, freut sich: „Mit unseren neuen Lehrstühlen können wir den Studierenden nun eine Reihe weiterer attraktiver Angebote machen, zum Beispiel in den Bereichen Mobile und Digital Business sowie Social Media und Data Science. Ein Studierendenaustausch mit den japanischen Kollegen würde hier gut passen.“ Die Wirtschaftsinformatik der Universität Potsdam ist seit Oktober mit vier Professuren ausgestattet, aktuell gründen die Forscher das Potsdamer Institut für Wirtschaftsinformatik und Digitale Gesellschaft, innerhalb dessen auch ein Masterstudiengang für Wirtschaftsinformatik und Digitale Transformation geplant ist.

Kontakt
Prof. Dr. Key Pousttchi
Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Digitalisierung
Universität Potsdam
August-Bebel-Str. 89
14482 Potsdam
Telefon: +49 (177) 6319508
Mail: key.pousttchi@wi-mobile.nomorespam.de
Twitter: @keypousttchi

Online gestellt: Matthias Zimmermann
Kontakt zur Online-Redaktion: onlineredaktion@uni-potsdam.nomorespam.de