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Lehrerbildung mit dem Schwerpunkt Inklusionspädagogik

Alle Kinder, unabhängig von Sprache, Behinderung, Geschlecht, kulturellem Hintergrund, Religion, Migrationsstatus, sozioökonomischem Status etc., haben ein Recht auf Zugang zu Bildung. Die UNESCO (2003) betont:

„In der Inklusionspädagogik wird untersucht, wie man Bildungssysteme so transformieren kann, dass sie der Vielfalt der Lernenden gerecht werden. Dies bedeutet, dass man Bildungsqualität erhöht, indem man die Effektivität von Lehrern und Lehrerinnen steigert, lernzentrierte Methoden fördert, angemessene Bücher und Lernmaterialien entwickelt und sicherstellt, dass Schulen eine sichere und gesunde Umgebung für alle Kinder bieten. Zudem ist es wichtig, Verbindungen mit der Gemeinschaft zu stärken: Beziehungen zwischen Lehrern, Schülern, Eltern und der ganzen Gesellschaft sind essentiell für die Entwicklung inklusiver Lernumgebungen.“

Auf der obigen Stellungnahme aufbauend unterstrich die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen von 2006 das Recht auf gleichberechtigte und inklusive Bildung für alle Kinder. Durch die Unterzeichnung dieser Konvention verpflichtete Deutschland sich dazu, inklusive Bildungschancen für alle Kinder zu erschaffen.

Diese nationale Verpflichtung zu inklusiver Bildung stellte existierende Schulsysteme in ganz Deutschland vor neue Herausforderungen. Um eine neue Generation von Lehrern und Lehrerinnen auszubilden, die bereit ist, inklusives Lernen zu fördern, hat die Universität Potsdam auf allen Stufen der Lehrerbildung einen Schwerpunkt Inklusionspädagogik eingeführt. Für das Lehramt Primarstufe wurde ein umfassendes Curriculum entwickelt, welches Bereiche wie Spracherwerb, mathematische Bildung, soziale und emotionale Entwicklung, Diagnostik, sowie durch Kultur und Migration bedingte Vielfalt hervorhebt.

Zusätzlich zur traditionellen fachbezogenen Ausbildung sollen die Studierenden detailliertes Wissen zu theoretischer und empirischer Forschung zu allen Aspekten der Inklusion erhalten. In einem jungen, interdisziplinären, und wachsenden Feld ist es für Studierende wichtig zu lernen, wie man Forschung auf nationalem und internationalem Level durchführt und interpretiert, damit sie evidenzbasierte Praxis in inklusiver Bildung planen, ausführen und evaluieren können. Studierende lernen, wie sie eine inklusive Umgebung erschaffen können, um optimales Lernen für Kinder mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Hintergründen zu unterstützen und zu fördern. Sie lernen, mit welchen Hindernissen Kinder konfrontiert werden, und erwerben Strategien, die ihnen helfen, solche Hindernisse im Schulkontext zu überwinden, um Bildungschancen für alle Kinder auszubauen.

Inklusives Denken und Handeln verlangt von Studierenden, dass sie die Fähigkeit entwickeln, ihre eigenen pädagogischen Ansichten und Einstellungen tiefer zu reflektieren, zu beobachten und zu verstehen. Um dies zu erreichen, werden die Studierenden an nationale und internationale Literatur aus unterschiedlichen akademischen Disziplinen herangeführt, sie lernen wissenschaftliche und methodische Ansätze in der Bildungsforschung und verwandten Bereichen kennen, und diskutieren, wie man Theorie und Forschungserkenntnisse zur kindlichen Entwicklung und zum Lernen im Klassenzimmer anwenden kann. Darüber hinaus lernen sie grundlegende Statistik und Forschungsmethoden, um Informationen aus empirischen Zeitschriftenartikeln, sowie aus alltäglichen Informationsquellen wie Zeitungen, Berichten, oder Online-Materialien kritisch bewerten zu können.

Das Ziel ist es, die Studierenden darin zu unterstützen, eine inklusive Haltung zu vertreten, und sowohl die Motivation als auch die Fähigkeit zu entwickeln, in ihrer späteren Tätigkeit als Lehrer oder Lehrerin effektiv mit einer Vielfalt von Kindern arbeiten zu können. Dieses Ziel, und der gesamte Schwerpunkt Inklusionspädagogik, folgen der Direktive der letzten Kultusministerkonferenz, welche hervorhob: „Die Lehrerbildung für eine ‚Schule der Vielfalt‘ ist deshalb eine Querschnittsaufgabe, der sich die Bildungswissenschaften, Fachdidaktiken und Fachwissenschaften im lehramtsbezogenen Studium für alle Lehramtstypen gemeinsam und aufeinander abgestimmt widmen müssen.“ (Kultusministerkonferenz, 2015, S. 3)

Quellen:

Aktuell

Fachportal Wissenschaft - Praxis

Für den interessierten Leser
Hier finden Sie aktuelle empirische Erkenntnisse für die Praxis aufgearbeitet.

Aktueller Beitrag:
Karolina Urton (Universität zu Köln). "Selbstwirksamkeitserwartung - Was bedingt sie und wie kann sie gefördert werden?" Veröffentlicht in ZEIF

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