Referate halten

1. Gute Vorbereitung Beginnt rechtzeitig, euch in die angegebenen Literatur einzulesen und darüber hinaus weitere Texte auszuwählen und hinzuziehen. Achtet darauf, dass ihr immer beim Thema bleibt und nicht daran vorbeischießt. Solltet ihr euch dabei unsicher sein, einfach den Dozenten fragen (kurze E-Mail reicht meistens).

2. Gliederung Wenn ihr nun einen guten Überblick habt, überlegt euch, was ihr alles sagen wollt. Es sollte natürlich möglichst spannend sein, inhaltlich gut zum vorgegebenen Thema passen und ordentlich gegliedert sein: entweder chronologisch oder logisch. Der nächste Punkt sollte jeweils auf den davor genannten aufbauen und ihn weiterführen. Am besten, ihr macht euch erstmal eine grobe Gliederung, bei der diese Abfolge gut zu erkennen ist, und arbeitet dann jeden Punkt einzeln aus.

3. Struktur Die Einleitung sollte Interesse wecken, Ziele erläutern und eine Überblick geben. Auch hier können schon Zusammenhänge angedeutet werden. Beim Hauptteil zu beachten:
a) klare Strukturen - das Wesentliche in den Mittelpunkt - streichen, was für die Erarbeitung des Themas wichtig war, jedoch für die Zuhörer uninteressant ist - ungeordnete Faktenhäufung vermeiden - Demonstrationen dessen,was der Referent alles nicht weiß, vermeiden - die Teilnehmer sollten stets Thema und Zusammenhänge erkennen können
b) Verständlichkeit - kurze Sätze - sparsam mit Fremdwörter umgehen/ Fachbegriffe erklären - Abkürzungsfimmel vermeiden - zurückhaltend mit Zahlen und Statistiken (außer der Dozent legt besonderen Wert da drauf)
c) Anschaulichkeit - anschauliche Formulierungen - Beispiele - Bezüge zu aktuellen Ereignissen - rhetorische Fragen/ Vorüberlegungen - Einsatz von Medien Der Schluss sollte das Referat abrunden. Inhalte können sein: Zusammenfassung des Hauptgedankens, Ausblick auf die Zukunft, ein einprägsames Bild oder einen Leitgedanken vermitteln

4. Power-Point-Präsentation (PPS) Beginnt eure PPS mit einer Titelseite, auf der das Thema, der Name der Lehrveranstaltung, des Dozenten, dein Name und ggf. weitere wichtige Informationen (z. B. Datum) genannt werden. Darauf folgt die Gliederung, die den anderen einen Eindruck davon vermitteln soll, was jetzt alles kommt. Jede einzelne Folie sollte nicht zu voll beschrieben sein, sondern schön übersichtlich. Es ist ebenfalls ungünstig, vollständige Sätze (Zitate natürlich ausgenommen) mit aufzunehmen, kurze Stichpunkte reichen meistens und sollen ja auch nur zur Verdeutlichung genutzt werden. Das eigentlich wichtige ist das, was ihr sagt. Tipps zur Foliengestaltung · Faustregel: ca. 4 Minuten pro Folie · nicht mit Folien bombardieren (weniger ist oft mehr) · dem Zuhörer Zeit geben, die Folie zu lesen · Schriftgröße mindestens 18 - 20 · Folien im Querformat sind im allgemeinen besser · Höchstens 11 Zeilen pro DIN-A4-Querformat-Folie · Verwendung von Farben fördert die Übersichtlichkeit sehr (bitte nicht zu bunt) · Folien sollten rechtzeitig für die Generalprobe einige Tage vorher fertig sein
Tipps fürs Handout Das Handout erleichtert es, sich auf das Referat zu konzentrieren und die einzelnen Schritte zu verfolgen. Es entlastet vom Mitschreiben (sollte es aber nicht ersetzen!) und gibt die Möglichkeit zum Nachlesen.
Das Handout sollte… · alle notwendigen Angaben enthalten · kurz, knapp und übersichtlich sein · dem Aufbau des Referats folgen · Raum für eigene Notizen lassen

5. Das gesprochene Wort Redet langsam, laut und deutlich, nicht zu hektisch oder schnell sprechen. Wenn möglich, die Zuhörer einbeziehen (durch Nachfragen oder kurze Zusammenfassungen). Auf Unklarheiten eingehen und andere Erklärungsmöglichkeiten benutzen, das hilft den Zuhörern, das Gesagte zu verstehen und konzentriert zu bleiben. Tipps zum Lampenfieber · wichtige Voraussetzung: gute Vorbereitung und Vortrag üben · 20 Minuten vorher nicht mehr über diesen nachdenken · Überprüfung aller wichtigen Hilfsmittel vor dem Vortrag · positive Formulierungen · auch Zuhörer sind nur "Menschen"! · Sicherheit durch lautes Sprechen, Blickkontakt und einen reibungslosen Beginn
Tipps zum Steckenbleiben · zugeben: "Ach je, jetzt habe ich den Faden verloren" · Füllfloskeln · den letzten Satz wiederholen · eine Zusammenfassung bringen · einen Scherz machen, etwas fallen lassen · rhetorische Fragen stellen

6. Abschließende Diskussion Im Allgemeinen ist es sehr hilfreich, am Ende eures Referats die sog. „Take-Home-Message“ noch mal deutlich auszuformulieren und in kurzen prägnanten Sätzen zu wiederholen. Das erhöht die Behaltensleistung. Im Anschluss daran wünschen die meisten Dozenten eine Diskussion. Diese solltet ihr bestenfalls mit zwei, drei Fragen einleiten und dann immer wieder leicht anlenken. Überlegt euch vorher, was ihr fragen könntet und was ihr damit erreichen wollt. Lenkt dann die Diskussion sanft in diese Richtung, lasst aber auch andere Meinungen gelten. Jeder sollte die Chance bekommen, seine Argumente in Ruhe vorzubringen.

7. Noch ein paar allgemeine Tipps · Nicht nervös werden! Jeder muss mal ein Referat halten und niemandem wird der Kopf abgerissen, wenn er sich mal verspricht. Schön locker bleiben, tief durchatmen, der Rest kommt wie von selbst. · Überlegt euch, wie ihr euch ein gutes Referat wünschen würdet. Das, was ihr persönlich gut gegliedert/spannend/gut vorgetragen findet, sehen die anderen meistens ähnlich. · Schaut euch die anderen Referat gut an. Nicht nur, weil es eine Frage der Höflichkeit ist, zuzuhören, wenn eure Kommilitonen sprechen, sondern auch um euch bessere Punkte abzuschauen und sie beim nächsten Mal selbst anzuwenden. · Viele Dozenten lassen nach dem Vortrag ein mündliches oder sogar schriftliches Feedback geben. Nehmt die Ratschläge nicht persönlich, sondern euch zu Herzen! · Übt euren Vortrag mit Freunden oder eurer Familie, wenn ihr aufgeregt seid (notfalls tut es auch ein Spiegel). Hier könnt ihr üben, wie langsam und ruhig ihr sprechen solltet, mögliche Ungenauigkeiten oder logische Fehler können hier vorher in Ruhe überarbeitet und korrigiert werden. Dies hilft auch immer gut, die anschließende Diskussion vorzubereiten.

8. Die häufigsten Fehler · der Vortragende legt sofort los · benutzt eine komplizierte Sprache (Fach- & Fremdwörter) · redet zu schnell oder zu langsam · konkrete Beispiele und Vergleiche fehlen · eine inhaltliche und zeitliche Gliederung ist nicht erkennbar · der Inhalt wird nicht visualisiert · der Vortrag wird komplett abgelesen · vorhandene Visualisierungen sind zu klein geschrieben · es fehlt Blickkontakt · wichtigste Punkte werden am Ende nicht zusammengefasst

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