Berg-Ahorn - Acer pseudoplatanus
Photo: M. Burkart

Berg-Ahorn - Acer pseudoplatanus

Pflanze des Monats April 2008 (3)

 

Was Kneipentische und Blockflöten gemeinsam haben

Der Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus) stammt, wie sein Name schon vermuten lässt, vornehmlich aus den gebirgigen Teilen Europas. Er kann bis hinauf zur Waldgrenze vorkommen, besiedelt aber auch sogenannte Schluchtwälder, deren steinige Böden leicht hangabwärts rutschen, so dass sie sich für viele Baumarten nicht als Standort eignen, obwohl sie von Natur aus nährstoffreich sind. In neuerer Zeit hat sich der Berg-Ahorn ebenso wie sein Vetter, der Spitz-Ahorn (Acer platanoides), aber auch im Tiefland ausgebreitet, wo er früher fast gar nicht vorkam. Man nimmt an, dass die Ausbreitung einerseits durch Stickstoffniederschläge gefördert wird, welche gasförmig als Stickoxid aus den Auspuffen der Autos sowie als Ammoniak aus Fäkalien von Viehbetrieben entweichen und wie Dünger wirken, wenn sie mit dem Regenwasser auf den Boden gelangen. Ahorne schätzen nämlich besonders eine gute Nährstoffversorgung. Andererseits spielt auch ihre häufige Anpflanzung in Parks und als Alleebaum eine Rolle, da solche Bäume große Mengen von Samen produzieren können, die dann die weitere Ausbreitung bewerkstelligen.

Das Holz des Berg-Ahorns wird sehr geschätzt, denn es ist schön gemasert, hart und dicht, so dass sich daraus vielerlei herstellen lässt, von Möbeln über Flugzeugpropeller bis hin zu Musikinstrumenten. Sehr beliebt ist es wegen seiner Robustheit, Elastizität und hellen Farbtönung für Kneipentische.

Neben dem Ahorn gibt es übrigens auch das B-Horn. Dabei handelt es sich allerdings nicht um eine Pflanze, sondern um ein Blechblasinstrument, welches auf B als Grundton gestimmt ist. Da Wald- und Jagdhörner praktisch nie auf A gestimmt hergestellt werden, gibt es jedoch keine A-Hörner (sondern nur Ahorne). Aus Ahornholz werden wiederum kaum Hörner, sehr wohl jedoch Flöten oder Fagotte hergestellt.

Berg-Ahorn - Acer pseudoplatanus
Photo: M. Burkart