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Foto: M. Burkart

Prächtiger Losbaum - Clerodendrum splendens

Pflanze des Monats Dezember 2008

Glück für Bauch und Seele

 

Im Jahr 1753 erschien das Buch „Species Plantarum“ des schwedischen Naturforschers und Botanikers Carl von Linné. In diesem epochalen Werk wird das noch heute gebräuchliche binäre System der wissenschaftlichen Benennung aller Arten von Lebewesen eingeführt. Einer aus Ceylon (heute Sri Lanka) stammenden Pflanze gab Linné den botanischen Gattungsnamen „Clerodendrum“, was soviel wie „Losbaum“ bedeutet. Er folgte damit seinem niederländischen Kollegen Johannes Burman. Dieser hatte in seinem „Thesaurus Zeylanicus“ zwei Pflanzen genannt, die von den Ceylonesen angeblich als „glücklich“ und „unglücklich“ bezeichnet wurden, was ihn offenbar zu der Bezeichnung „Losbaum“ veranlasste. Sowohl Linné als auch Burman stützten sich auf Pflanzensammlungen und Aufzeichnungen des deutschen Arztes und Botanikers Paul Herrmann, der bereits Mitte des 17. Jahrhunderts auf Ceylon gewesen war.

Die meisten der rund 350 heute bekannten Arten von Losbäumen kommen in den altweltlichen Tropen vor. Sowohl in Asien als auch in Afrika werden viele seit langem zur Heilung sowie für magisch-religiöse Zwecke verwendet. Der Prächtige Losbaum (Clerodendrum splendens) stammt aus dem tropischen Westafrika. Er wurde erst 1824 wissenschaftlich beschrieben und 1839 als Zierpflanze nach England eingeführt. Unter warmtropischen Bedingungen gehalten, schmückt er sich ab Dezember mit wunderbar leuchtendroten Blütenständen.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben inzwischen in zahlreichen Losbaum-Arten medizinisch wirksame Inhaltsstoffe gefunden. Eine Studie von Wissenschaftlern aus Kamerun konnte speziell für den Prächtigen Losbaum eine Heilwirkung auf den Magen nachweisen, zumindest an Laborratten. Die Pflanze wird in ihrer afrikanischen Heimat traditionell gegen Menstruationsbeschwerden, Hämorrhoiden und Durchfall sowie für magische und religiöse Zwecke verwendet.

Foto: M. Burkart