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Augustana College Sioux 2016/17

Das Wintersemester 2016 war definitiv ein – gelinde gesagt – interessanter Zeitraum, um ein Auslandsstudium in dem amerikanischen Städtchen Sioux Falls zu absolvieren. Doch eines vorweg, falls ihr noch am Überlegen seid, ob ein Auslandssemester an der Augustana University das richtige  für euch wäre: Für mich hat es sich auf jeden Fall gelohnt und es war eine großartige Zeit! Um euch die Entscheidung zu erleichtern, hier zuerst einmal ein paar generelle Informationen zu Augustana und Sioux Falls. Sioux Falls ist die größte Stadt (wenn auch nicht die Hauptstadt) des Bundesstaates South Dakota, mit etwa 170 000 Einwohnern und damit von der Größe her vergleichbar mit Potsdam. Durch die Stadt fließt der Sioux River und nahe der Innenstadt gibt es den weitläufigen Falls Park, die Hauptsehenswürdigkeit von Sioux Falls, in dem sich der Fluss über die namensgebenden Wasserfälle ergießt. Downtown gibt es auch ein paar Hochhäuser und einige nette kleine Läden, Cafés und Restaurants, ansonsten kommt vor allem in der Nähe der Uni mit vielen kleinen Wohnhäusern dicht an dicht eher Vorstadtfeeling auf. Der Bevölkerung bewusst wird man sich eigentlich nur auf den Hauptstraßen, besonders im Feierabendverkehr. Die Augustana University ist wiederum auch recht klein mit nicht mal zweitausend Studenten, dafür jedoch zentral gelegen auf einem schönen, grünen und vergleichsweise weitläufigem Campus mit einheitlich im Backsteinstil gehaltenen Gebäuden.


Studienfach: Kulturwissenschaft, Anglistik/Amerikanistik

Aufenthaltsdauer: 08/ 2016 - 12/ 2016

Gastuniversität: Augustana College Sioux Falls, South Dakota

Gastland: USA

Die Vorbereitungen

Die Bewerbung mag euch zuerst noch aufwendig erscheinen, ist aber letztendlich gar nicht so schlimm und lohnt sich auf jeden Fall. Eine Hürde, um die ihr euch auf jeden Fall frühzeitig kümmern solltet, ist die Bestätigung der Bank, dass ihr über die nötigen finanziellen Mittel verfügt. Als Frau Subašić uns darauf aufmerksam machte, dass das bei manchen Banken zu einem Problem werden könnte, dachte ich noch ganz naiv, dass das schon irgendwie gehen müsste, da es ja schon Leute vor mir gegeben haben muss, die so einen Nachweis brauchten. Leider hatte ich bei meiner Logik aber nicht damit gerechnet, dass die normalen Gesetze der Vernunft bei meiner örtlichen Sparkassenfiliale außer Kraft gesetzt werden. Je nach Sturheit und Engstirnigkeit der betreffenden Mitarbeiter muss man da wirklich sehr hartnäckig sein und zur Not ein paar Mal hingehen oder sich an eine andere Filiale wenden, in der Hoffnung, dass man eventuell noch einen hilfsbereiteren Mitarbeiter antrifft. Es hat vielleicht auch etwas mit fehlenden Englischkenntnissen zu tun, die die Berater davon abhalten, euch anstelle ihres Standard-Ausdrucks einfach das englische Statement zu unterschreiben, allerdings schien es bei mir vor allem der Unwille zu sein, von den bequemen Vorschriften abzuweichen. Wenn ihr auch bei der Sparkasse seid und in dieser Sache gar nicht weiterkommt, würde ich euch daher empfehlen, euch direkt an die Zentrale in eurem Landkreis zu wenden, da habt ihr vielleicht bessere Chancen. Ich hatte am Rande der Verzweiflung schließlich doch noch das Glück, dass ich an eine offenere Angestellte geraten bin, die sich einfach an die Zentrale wandte und von dort das O.k. einholte.

Natürlich braucht ihr für euren Auslandsaufenthalt auch eine Auslandsversicherung. Augie bietet zwar ein eigenes Paket für internationale Studenten an, ich würde euch aber trotzdem raten, euch selbst eine deutsche zu suchen, da ihr bei denen meistens deutlich günstiger wegkommt. Ich persönlich hatte die Premium-Variante der Hanse Merkur, die wurde auf jeden Fall von Augie als Ersatz für ihre eigene Versicherung anerkannt. Ich habe sie zum Glück nicht in Anspruch nehmen müssen, deshalb kann ich euch zum Service dort im Ernstfall nichts berichten.

Außerdem braucht die Uni noch einige weitere gesundheitliche Informationen und Nachweise von euch, die müsst ihr aber erst einreichen, nachdem ihr schon angenommen wurdet. Dafür solltet ihr zwei Besuche beim Tropeninstitut in Berlin einplanen (der Zentrale), Augie möchte nämlich unter anderem einen Tuberkulosetest von euch und den gibt es wohl nur da. Ihr müsst dann nach ein paar Tagen noch ein zweites Mal hin, um das Ergebnis an der Einstichstelle eurer Haut ablesen zu lassen. Ihr könnt es wegen des Tests auch beim Kinderarzt probieren, allerdings müsst ihr da ein bisschen Glück haben, bei mir ging das nicht. Also fangt auf jeden Fall frühzeitig damit an, euer Impfbuch auf Vordermann zu bringen, neben dem Tuberkulosetest ist noch eine Impfung gefragt, die nicht zu den typischen Kinderimpfungen gehört.

Studienfach: Kulturwissenschaft, Anglistik/Amerikanistik

Aufenthaltsdauer: 08/ 2016 - 12/ 2016

Gastuniversität: Augustana College Sioux Falls, South Dakota

Gastland: USA

Studium an der Gastuniversität

Insgesamt sind die Kurse hier schon verschulter als an deutschen Unis, was natürlich aber auch immer ein bisschen fachabhängig ist. Wichtig zu wissen ist, dass man seine Kurse in der Regel mehrmals in der Woche hat und verschiedene Leistungen über das Semester verteilt erbringen muss, und nicht nur eine große Klausur oder Hausarbeit am Ende des Semesters schreibt. Bei der Kurswahl, beziehungsweise -anmeldung, helfen auch die lieben Leute vom Augustana International Programs Office (IPO). Das läuft so ab, dass ihr irgendwann von denen per E-Mail gebeten werdet, euch das vorläufige Kursverzeichnis anzuschauen und dort fünf bis zehn Kurse auszusuchen, die für euch in Frage kommen. Jemand vom IPO sieht sich dann eure Auswahl an, erstellt daraus einen vorläufigen Stundenplan für euch und meldet euch für die Kurse an. Ich glaube, die standardmäßige Kurszahl, die die meisten Leute in der Regel belegen, ist fünf, so war es bei mir auch.

Das Niveau der amerikanischen Kurse generell einzuschätzen, finde ich persönlich schwierig, da das ja individuell abhängig ist von den eigenen Vorkenntnissen und Begabungen sowie natürlich vom Fach und vom Lehrer. Eine kleine Orientierung können euch da aber die dreistelligen Nummern der Kurse bieten. Wie man das vielleicht schon aus Filmen oder Büchern kennt, sind die 100er Kurse die Grundlagenkurse und diejenigen, die mit den Ziffern 2 oder 3 beginnen, die jeweils fortgeschritteneren. Dabei sollte man mitbedenken, dass Augustana ein Liberal Arts College ist, das heißt, damit das Studium eine gute Allgemeinbildung beschert, müssen die amerikanischen Studenten Kurse aus verschiedenen Bereichen belegen, auch wenn das mit ihren eigentlichen Studiengängen nichts zu tun hat. Das betrifft euch erst mal nicht weiter, wenn ihr nur einen Teil eures Studiums dort absolviert. Allerdings bedeutet das auch, dass die 1er Kurse auch eher mal die Kurse sind, in denen einige Leute drinsitzen, weil sie sie belegen müssen. Das muss natürlich nicht immer etwas schlechtes heißen, ist aber vielleicht ganz gut zu wissen, je nachdem welcher Mitarbeitstyp ihr selbst seid. Wenn ihr euch schon für Augustana entschieden habt, würde ich euch auf jeden Fall die Native Studies empfehlen, da South Dakota und auch die angrenzenden Staaten in dieser Hinsicht sehr geschichtsträchtig sind. 

Wohnsituation

Eine weitere Frage, die euch sicher beschäftigen wird, ist die des Wohnens und der Verpflegung dort. Bei beidem bietet Augustana eigentlich ein ganz gutes Rundum-Sorglos-Paket an, sofern man das möchte und bezahlen will/kann. Die meisten von Augustanas Studenten leben auf dem Campus, für die Freshmen, also Leute im ersten Studienjahr, ist das sogar größtenteils Pflicht. Auf und um dem Campus gibt es daher einige Wohnheime und auch Häuser, in denen man mit ein paar anderen Studenten wohnen kann. Die günstigste und einfachste Variante wäre dabei wahrscheinlich ein Doppelzimmer in den Wohnheimen Stavig oder Granskou. Hier leben Mädchen und Jungs auf getrennten Etagen und ihr teilt euch für gewöhnlich ein Zimmer mit einer Mitbewohnerin oder einem Mitbewohner. Ihr könnt aber auch angeben, dass ihr lieber allein in einem Zimmer wohnen wollt, da müsst ihr dann aber einen Aufschlag zahlen. Außerdem gibt es an Wohnheimen noch Tuve und East Hall, in denen es, soweit ich weiß, nochmal mehr Einzelzimmer gibt. Gerade East Hall ist von innen und außen das hübscheste und wohnlichste Gebäude, wie ich finde, aber auch wieder ein bisschen teurer. Vielleicht wäre aber auch das Global Education Haus eine Option für euch. Das ist eines von den Themenhäusern, in denen man mit einer kleineren Gemeinschaft von Studenten zusammenwohnt. In diesem Fall sind das alles Studenten mit einer gewissen Auslandserfahrung, also ausländische Studenten wie ihr oder amerikanische Studenten, die selbst schon mal im Ausland studiert haben. Hier werden dann auch öfters mal Hausparties gefeiert. :)

Ich selbst habe in einem Doppelzimmer in Stavig gewohnt, also der günstigsten Variante, und habe es auch absolut nicht bereut! Die Räume in Stavig sind alle mit einem Kühlschrank, einer Mikrowelle und individuell zusammensetzbaren Möbeln ausgestattet, außerdem gibt es auf jedem Flur zwei Gemeinschaftsbäder und einen Aufenthaltsraum. Im Erdgeschoss gibt es einen Computerpool und Drucker und im Keller dann nochmal einen größeren Gemeinschaftsraum mit Küche, Couchecke und Fernseher sowie eine Waschküche mit Waschmaschinen und Trocknern. Am Anfang hatte ich schon ein bisschen Bammel davor, wie es sein würde, sich mit einer fremden Person ein kleines Zimmer zu teilen, habe mich aber trotzdem für dieses typisch amerikanische Collegeleben entschieden. Mich hat es dann auch selbst überrascht, wie schnell ich mich an das Leben mit einer Mitbewohnerin und Gemeinschaftsbadnutzung gewöhnt habe. Natürlich ist das auch ein bisschen Glückssache, wie gut ihr euch mit eurem Mitbewohner oder eurer Mitbewohnerin versteht, aber so hat man dann schon mal eine Kontaktperson und potenziellen Freund oder Freundin, deswegen würde ich das durchaus empfehlen.

Meine Mitbewohnerin und ich haben uns in der Zeit dann auch echt gut verstanden und viel miteinander unternommen, so konnte ich sie dann auch ein paar mal mit nach Hause zu ihrer Familie in Minnesota begleiten, zum Beispiel über Thanksgiving. Letztendlich muss das jeder selber wissen, ob er sich an diese Erfahrung heranwagt. Ihr solltet aber wissen, dass ihr bei Problemen und Konflikten (nicht nur Mitbewohner-bezogen) keinesfalls alleingelassen werdet. Auf jedem Flur gibt es einen sogenannten Viking Advisor, also eine Art Vertrauensperson, die auch selbst Student oder Studentin ist und euch bei Fragen oder Problemen zur Seite steht.

Verpflegung

Auch um die Verpflegung müsst ihr euch kaum Gedanken machen, wenn ihr das nicht möchtet. Ihr seid automatisch für einen unbegrenzten „Meal Plan“ mit eingeschrieben, dank dem ihr so oft und so viel in der Mensa essen könnt, wie ihr wollt. Die Ordal Dining Hall ist ganztägig bis um 19 Uhr geöffnet und es gibt dort für alle Mahlzeiten einiges an Optionen zur Auswahl. Wenn gerade nicht die Hauptmahlzeiten ausgegeben werden, gibt es immer noch eine Cornflakes- und Salatbar, an der man sich bedienen kann. Wenn man Glück hat, ist auch die Eiscrememaschine gerade in Betrieb und man kann sich selbst einen Shake mixen. Dann gibt es jeden Tag neben dem richtigen warmen Essen auch noch Pizza, Burger und/oder Pommes zur Auswahl sowie Suppe und eine Theke, an der ihr euch auf Wunsch Wraps oder Sandwiches zusammenstellen lassen könnt. Ihr denkt es euch vielleicht schon, sich hier gesund zu ernähren, ist viel schwieriger, als ungesund zu essen. Allerdings steht wirklich viel zur Auswahl, sodass man bestimmt immer satt wird.

Wenn ihr euch aber vegan ernährt oder sonst irgendwelche Bedenken habt, ob dieser Meal Plan sich für euch lohnt, könnt ihr euch aber auch davon freistellen lassen oder eine andere Variante wählen, bei der ihr zum Beispiel nur eine bestimmte Anzahl in der Mensa habt, also zum Beispiel einmal pro Tag dort essen könntet. Ich kann nicht so recht einschätzen, was sich kostenmäßig eher lohnt, das kommt halt auch auf die persönlichen Essgewohnheiten an. Bedenkt aber auf jeden Fall, dass Lebensmittel in den USA generell sehr teuer sind. Für mich hat es sich schon gelohnt, den Meal Plan mitzubezahlen, da das Essen in der Mensa auch immer eine tolle Gelegenheit ist, mit Freunden zusammenzusitzen und, gerade am Anfang, Leute besser kennenzulernen. Dazu ist es natürlich auch wahnsinnig bequem und ihr müsst nicht regelmäßig einkaufen gehen. Die amerikanischen Studenten haben zwar eigentlich alle eigene Autos, sodass es nicht schwer ist, jemanden zu finden, der einen zu Walmart oder Target mitnehmen kann. Außerdem hat Augie auch ein paar Fahrräder, die man sich kostenlos ausleihen kann. Wenn dann aber erst mal der Winter eingebrochen ist, mit Temperaturen um die -15°C tagsüber und Unmengen an Schnee, ist man dann manchmal doch recht froh über jeden Weg, den man sich sparen kann.

Freizeit

Vor Ort habt ihr übrigens auch eine ganze Menge Freizeitmöglichkeiten, die sich anbieten, um Leute kennen zu lernen. Augustana hat viele studentische Clubs und Organisationen und auch sportliche Kursangebote für die Freizeit. Darüber hinaus richten die Campusorganisationen häufig kostenlose Veranstaltungen und Aktivitäten aus, zum Beispiel Filmvorstellungen (auch von aktuellen Kinofilmen), kleine Konzerte, Comedyshows und Parties. An einigen Samstagen über das Semester verteilt finden verschiedene „Late Night Activities“ statt, die manchmal Sportfesten ähneln, bei denen ihr verschiedene Sportarten oder Spiele, beispielsweise Bogenschießen oder Laser Tag, ausprobieren könnt. Mal sind es aber auch Aktionen außer Haus, zum Beispiel Rollschuhdisko oder Schlittschuhlaufen. Bis auf diese Außer-Haus-Aktivitäten, die aber auch sehr günstig sind, ist wie gesagt alles kostenlos und macht auch eine Menge Spaß, deswegen würde ich euch auf jeden Fall empfehlen, zu diesen Sachen öfters mal hinzugehen. Vor allem zu Beginn des Semesters, da hat man nämlich noch nicht so viel für die Kurse zu tun. Außerdem gibt es meist auch umsonst etwas zu essen oder zu trinken – daran merkt man dann richtig, was sich die Colleges in den USA alles mitbezahlen lassen, davon profitiert dann natürlich auch das soziale Leben auf dem Campus. Ein Grund mehr, diese Gelegenheiten wahrzunehmen! Übrigens werdet ihr immer gut auf diese Veranstaltungen aufmerksam gemacht, am Anfang jeden Monats wird nämlich ein Veranstaltungskalender in Form des „Stall Street Journals“ überall auf dem Campus an den Innenseiten der Klotüren befestigt. Kann man also gar nicht übersehen.


Und noch ein Tipp...

Augie wird euch zusammen mit den Freshmen mit vielen Veranstaltungen und Aktivitäten (inklusive Belehrungen zu Alkoholkonsum und Vergewaltigungen – hier wird eben dem Fakt Rechnung getragen, dass die meisten Studenten frisch von der High School kommen und zum ersten Mal nicht mehr bei den Eltern wohnen) in der sogenannten Welcome Week begrüßen. Und auch wenn das vielleicht alles ziemlich viel auf einmal und anstrengend ist, ihr noch Jetlag habt oder k.o. seid vom ersten Ausflug mit dem IPO und den anderen internationalen Studenten – geht auf jeden Fall zu so vielem wie möglich hin! Die Welcome Week ist mit die beste Zeit, um andere Leute kennenzulernen, da ihr hier in kleinere Gruppen aufgeteilt werdet und dann zu den meisten Sachen zusammen mit eurer Gruppe hingeht.

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