uni-potsdam.de

You are using an old browser with security vulnerabilities and can not use the features of this website.

Here you will see how you can easily upgrade your browser.

Ein Semester in den USA an der Augustana University

Zu allererst informiert man sich auf den Seiten des International Office und den angebotenen Informationsveranstaltungen über bestehende Partnerschaften und die Bewerbungskriterien. Ich persönlich wollte in ein englischsprachiges Land. Dafür kamen damals nur die USA infrage. Inzwischen gibt es aber auch zwei Partnerschaften mit Universitäten in Kanada. In den USA standen 8 Universitäten zur Auswahl. Die Augustana University hat mich akademisch und fachbezogen am meisten überzeugt. Sie gehört der Division II College (NCCA) an, also der zweiten Liga im College Sport, was sie für mich als Sportler und Sportmanagementstudent besonders interessant machte. Der Vorteil von Hochschulpartnerschaften ist, dass Erfahrungen vorliegen und ein guter Informationsaustausch zwischen den Hochschulen besteht. Sehr von Vorteil ist auch, dass die Studiengebühren erlassen werden.


Studienfach: Sportmanagement

Aufenthaltsdauer: 08/2016 - 12/2016

Gastuniversität: Augustana College Sioux Falls, South Dakota

Gastland: USA

Nachdem man vom International Office (vormals AAA) in Potsdam angenommen wurde und die Zuteilung erfolgt ist, muss man sich bei der Gastuniversität bewerben. Denn letztlich entscheidet diese, ob man dort angenommen wird. Das International Office stellt den Kontakt her, anschließend muss man alles weitere  selbst per Email mit sehr engagierten „International Program“-Mitarbeitern der Gastuniversität regeln. Diese schickten sehr detaillierte Informationen und waren jederzeit ausgesprochen hilfsbereit. Für die Bewerbung an der Augustana wurden gefordert:

-    meine bisherigen universitären Resultate

-    ein Essay (Paper of Purpose)

-    ein Empfehlungsschreiben

-    Bearbeitung eines Fragebogens

Nach Annahme meiner Bewerbung waren dann die Unterbringung sowie der angstrebte Stundenplan zu klären. Bezüglich Unterkunft empfehle ich unbedingt, sich für das Global Education House zu bewerben. Es befindet sich, wie die meisten anderen Häuser auch, auf dem Campus. Dort ist eine bunte Mischung aus Internationalen und amerikanischen Studierenden untergebracht. Allerdings kostet die Unterbringung dort etwas mehr. Für die Unterkunft ist eigens das sogenannte Housing Office zuständig, welches dich im Vorhinein wie die anderen „Offices“ rechtzeitig kontaktiert und dich anweist, unkomplizierte Online-Formulare auszufüllen. Bei Erstellung des Stundenplanes und der Anmeldung zu den gewählten Kursen ist das International Office sehr hilfreich. Die Kurse findet man im Vorlesungsverzeichnis, auf das man auch hingewiesen wird. Außerdem kann man selbst nach Beginn des Semesters noch seinen Stundenplan ändern, no problem.

Studienfach: Sportmanagement

Aufenthaltsdauer: 08/2016 - 12/2016

Gastuniversität: Augustana College Sioux Falls, South Dakota

Gastland: USA

Studium an der Gastuniversität

Studiensystem / Organisation der LV / Anforderungen / Leistungsbewertung

Das Studiensystem in den USA ist sehr verschieden von dem, was wir kennen. Die Kurse sind schulähnlich organisiert, d. h. es besteht Anwesenheitspflicht und es werden regelmäßig Aufgaben erteilt, die auch bearbeitet werden müssen. Sehr positiv überrascht hat mich die individuelle Betreuung, da in den Kursen meist nicht mehr als 15 bis 20 Studenten sitzen. Der Arbeitsaufwand zur Erlangung der Credits ist höher als bei uns. Man kann grob sagen, etwa das Doppelte. So wählt man pro Semester z. B. nur etwa vier Kurse und ist damit gut ausgelastet.

Studienklima

Das Studienklima war ausgesprochen angenehm, die Professoren meist sehr nett und interessiert am Lernfortschritt der Teilnehmer. Die geringe Anzahl an Teilnehmern im Kurs förderte den Kontakt untereinander. Aufgefallen ist mir, dass die amerikanischen Studenten sehr viel öfter in der Bibliothek oder beim Lernen anzutreffen waren, als ich das von Deutschland her kannte.

Betreuung durch dortige Studenten / Verwaltungsmitarbeiter / Dozenten

Die Betreuung am College war eine Nummer für sich. Die internationalen Studierenden (Internationals) werden in erster Linie vom International Program Office (IPO) betreut. Man kommt zur internationalen Einführungswoche schon etwa eine Woche vor den inländischen Studierenden auf dem Campus an. Man wird in sogenannte ACE-Groups aufgeteilt, welche von erfahreneren Studenten, den ACE-Ambassadors, betreut werden. In dieser Woche finden verschiedene lockere Informationsveranstaltungen sowie Kennenlernaktionen statt.

Schließlich fahren alle Internationalen mit dem IPO und ihren ACE-Groups in die Bad Lands und zum Mount Rushmore. Es folgt dann die Welcome-Week mit der Ankunft der inländischen Erstsemester. Hierfür gibt es wiederum Welcome-Week-Groups mit mehreren sogenannten Viking-Guides, also erfahrenen Studenten als Betreuer. Für die Internationals ist das alles freiwillig, jedoch auch empfehlenswert, dort teilzunehmen, um Leute kennenzulernen. Man bekommt sehr viele Informationen und es werden schon Verabredungen für weitere gemeinsame Aktionen getroffen.

Von akademischer Seite gibt es vor Vorlesungsbeginn ein beratendes Gespräch mit dem facheigenen Advisor (Professor). Es wird der erste Stundenplanentwurf durchgesprochen und gegebenenfalls etwas gestrichen oder ergänzt. Das ist sehr hilfreich. Generell sind die Professoren und Mitstudenten sehr hilfsbereit. Die Dozenten haben viel offenere Sprechzeiten als in Deutschland und aufgrund der geringen Anzahl an Studenten in den Kursen sind sie auch viel einfacher zu erreichen. Es wird sogar empfohlen, am Anfang mit jedem Dozenten ein persönliches Gespräch über die eigenen Ziele zu führen und das gerne immer mal wieder im Laufe des Semesters fortzuführen.

Technische Ausstattung / Öffnungszeiten von Bibliotheken / Computerpools

Die Ausstattung der Universität ist relativ komfortabel. Die Bibliothek ist wochentags von 7:30 bis Mitternacht und auch am Wochenende lange offen. Es gibt kleine Räume, die man alleine oder als Lerngruppe mieten kann. In den Finalwochen erweitert die Bibliothek ihre Öffnungszeiten sogar bis 1 Uhr nachts. In der Bibliothek kann zudem kostenlos gedruckt werden und es stehen technische Geräte wie Leihlaptops oder Kopfhörer zur Verfügung. Es gibt zudem diverse Services wie ein IT-Desk für IT-Probleme oder IT-Beratung sowie das Campus-Safety Personal. Dieses sorgt rund um die Uhr für die Sicherheit und fungiert teilweise auch als Hausmeister, sollte man z. B. mal seinen Zimmerschlüssel vergessen haben. Zudem kann man an deren Desk auch Fahrräder bis zu vier Stunden täglich ausleihen. Internet ist selbstverständlich als Campus-Netz vorhanden.

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Es gibt relativ viele ausländische Studenten. Viele studieren Vollzeit, also die vollen vier Jahre bis zum Bachelor. Pro Jahr kommen etwa 60 neue Internationale Studenten als Vollzeit- oder Austauschstudierende hinzu. Alle zusammen vermischen sich mit den Einheimischen auf dem Campus und in den Kursen, sodass man mit beiderlei, Einheimischen wie Ausländern, fast gleichermaßen in Kontakt kommt. Zudem gibt es jede Menge Freizeitangebote wie Veranstaltungen, Hochschulsport oder Studentenclubs, die für alle zugänglich sind.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Meine Sprachkompetenz hat sich während des gesamten Aufenthaltes deutlich verbessert. Vor allem der Mut zu sprechen wird gestärkt und es wird mehr und mehr zur Routine. Neue Ausdrücke und kulturelle Inhalte werden einem klarer, z.B. bestimmte Wörter oder Redewendungen. Mir fiel es nach der Rückkehr anfangs sogar schwer, wieder Deutsch zu sprechen.

Wohn- und Lebenssituation

Öffentliche Verkehrsmittel

Auf öffentliche Verkehrsmittel liegt in Sioux Falls nicht das große Augenmerk. Sie sind praktisch nicht vorhanden. Es fahren ein paar Busse, welche ich aber nie be-nutzt habe, da sie auch recht selten fahren.  Für weitere Reisen ist man auf ein paar Fernbusse oder das Flugzeug angewiesen, wenn man kein Auto hat. Immerhin hat Sioux Falls einen eigenen Flughafen mit Verbindungen nach z. B. Minneapolis. Insgesamt ist man in Sioux Falls eigentlich nur mit dem Auto unterwegs, welches die Einheimischen Studenten jedoch fast allesamt besitzen und einen gerne mal in die Stadt fahren oder mitnehmen. Klar kann man auch zu Fuß und mit dem Fahrrad etwas erreichen, jedoch wird man schnell feststellen, dass dies nicht so komfortabel ist wie in Deutschland und man auch sehr aufpassen muss, da amerikanische Autofahrer Fußgänger oder Fahrradfahrer nicht so gewöhnt sind.

Bankgeschäfte

Die großen Überweisungen wie für das Housing oder den Meal-Plan müssen vor Semesterbeginn getätigt werden. Dies kann man über einen Link auf der Uni-Website tun oder über PayPal. Ein Konto bei einer US-Bank benötigt man nicht. Wichtig ist allerdings, sich schon in Deutschland eine gängige Kreditkarte (Mastercard, Visa) zu besorgen. Geld abheben sollte man dann auch an Automaten in den USA können. Jedoch kam es bei mir vor, dass nicht alle Geräte in Sioux Falls meine Karte akzeptierten, was jedoch bei fast allen anderen Austauschstudenten auch der Fall war. Es fand sich aber schließlich immer ein passender Automat.

Krankenversicherung

Als Krankenversicherung habe ich eine Auslandsreisekrankenversicherung bei der Hanse Merkur abgeschlossen. Das war für mich günstiger als die von Augustana angebotene US-Versicherung.

Lebenshaltungskosten und andere finanzielle Besonderheiten

Zu den Lebenserhaltungskosten zählt vor allem die tägliche Essensversorgung, welche durch den Meal-Plan halb oder ganz abgedeckt wird. Es gibt einen Unlimited-Meal-Plan, mit dem man so oft man möchte, in der Mensa essen gehen kann. Die Mensa hat täglich von 7 Uhr morgens bis 7 Uhr abends geöffnet. Kleine Abweichungen gibt es am Wochenende. Man kann jedoch auch einen Block-Meal-Plan ordern (umfasst 75 Meals).

-    Unlimited-Meal-Plan $ 2107

-    Block-Meal-Plan $ 699

In der Mensa gibt es morgens, mittags und abends warmes Essen zur Auswahl und auch immer Beilagen und Kaltessen wie Müsli, Nudel- und Kartoffelsalat und Obst und Gemüse neben einer großen Auswahl an (Soft-)Getränken. Außerdem gibt es noch spezielle Theken für Salate, Omeletts, Asiatisches, bis hin zu Sushi. Ansonsten gibt es in den Häusern meist Gemeinschaftsküchen. Neben der Mensa gibt es auch ein Studentenkaffee, das sogenannte Huddle. In diesem kann man Kaffee und Essen kaufen und es ist beliebt als Lernort.

Freizeitangebote

Freizeitangebote gibt es an der Uni sehr viele. Angefangen mit Aktionen des IPO (zur Erinnerung International Program Office) für die Internationals über Studentenclubs bis hin zum Elmen-Sportcenter, mit dem Recreational Service (ähnlich wie Hochschulsport nur besser) und individuellen Sportmöglichkeiten.  Das IPO bietet beispielsweise das wöchentliche Rendezvous an, bei denen Internationals etwas über ihr Land und seine Kultur vortragen können. Zudem gibt es auch spezielle Veranstaltungen wie Besuche von Persönlichkeiten (beispielsweise ein Norwegischer Nobelpreisnominierter) oder kleine traditionelle Feste.

An Studentenclubs besteht eine sehr vielfältige und große Auswahl. Die einzelnen Fachrichtungen haben jeweils einen Club, die Politik ist mit Demokraten und Republikanern natürlich auch vertreten und dann gibt es noch beispielsweise einen Bike-Club oder Ultimate-Frisbee-Club. Zudem fällt auf, dass es auch viele Clubs mit sozialem und philosophischem Hintergrund gibt. Beispielsweise gibt es Treffen, bei denen man bei gesponsertem Kaffee und Essen über den Sinn des Lebens diskutiert oder Fragen zur Religion bespricht. Ich habe zudem beim klassischen International Club mitgemacht, welcher zahlreiche Events organisiert hat. In der Regel treffen sich die Clubs ein oder zweimal im Monat.

Der Recreational-Service ist ganz große Klasse. Er bietet praktisch ständig Turniere an, für die man sich einschreiben kann. Alle zwei Wochen samstags findet eine Late-Night Aktion statt, das reicht von Inlineskating bis Lasertag. Zusätzlich gibt es zahlreiche Kursangebote. So kann man Zumba genauso wie klassisches Zirkeltraining im Fitnesscenter machen.

Eine weitere gute Freizeitbeschäftigung ist der Besuch von Wettkämpfen der Augustana-Sportteams (American Football, Volleyball, etc.).Dort kann man Spitzensport hautnah erleben und das in großartiger Atmosphäre. Nicht zu vergessen sind die beliebten House-Partys um den Campus herum. Praktisch jedes Wochenende steht irgendwo etwas an.


Tipps für nachfolgende Studierende

 -    Bei Bewerbung um ein Stipendium (z. B. Promos) sehr genau auf die Beweggründe für die Wahl der Uni und das Land im Motivationsschreiben eingehen

-    Das Visum online rechtzeitig (mindestens 2 Monate vorher) beantragen, die Fragen im Interview an der Botschaft sind nicht schwierig 

-    Sich rechtzeitig über die akademischen Kurse informieren und auch anmelden, alle haben beschränkte Teilnehmerzahlen

-    Plant über Thanks Giving oder Fall Break doch mal eine kleine Reise, z. B. New York oder Chicago.

USA

zurück zur Länderseite

Studium im Ausland

zurück zur Einstiegsseite

Potsdamer Studierende

zurück zur Hauptseite