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Clarkson University 2016/17

Wenn man vorhat, ein Auslandssemester an einer der Partneruniversitäten der Uni Potsdam im außereuropäischen Ausland zu machen, sollte man sich frühzeitig mit dem Bewerbungsverfahren auseinandersetzen. Für Partnerunis in den USA war die Bewerbungsfrist Ende Oktober für das darauffolgende Wintersemester. Die endgültige Zusage des International Office habe ich Anfang Dezember erhalten, sodass ich ausreichend Zeit hatte, mich für das Auslandssemester an der Clarkson University, was Ende August anfängt, vorzubereiten. Hierzu gehörten vor allem die Beantragung des Visums, die offizielle und formale Bewerbung an der amerikanischen Uni oder die Kurswahl. Das International Office bereitet einen aber darauf vor und man hat eigentlich immer einen guten Überblick über aufkommende Fristen für die Einreichung der unterschiedlichen Unterlagen.


Studienfach: Environmental Politics and Governance

Aufenthaltsdauer: 08 /2016 – 12 /2016

Gastuniversität: Clarkson University

Gastland: USA

Nachdem das Auslandssemester auch von der amerikanischen Uni bestätigt wurde, was bei mir erst im Mai geschehen ist, bekommt man die Kontaktdaten des International Office der Clarkson University. Die Kontaktpersonen sind hilfsbereit in jeglichen Belangen und antworten umgehend auf E-Mails im Gegensatz zu deutschem Universitätspersonal. Hier wird man auch an seinen Academic Advisor weitergeleitet, der bei Fragen zur Kurswahl im Vorfeld schon zur Verfügung steht. Zwar soll man schon bei der offiziellen Bewerbung die Kurse angeben, die man belegen möchte (bei Bachelorstudierenden werden 5, bei Masterstudierenden 3 empfohlen) und die man in dem vorläufigen Vorlesungsverzeichnis einsehen kann. Doch oft werden die Zeiten noch verändert oder neue Kurse werden dem Vorlesungsverzeichnis hinzugefügt, sodass der Academic Advisor hierbei behilflich sein kann. Man sollte sich auch bewusst sein, dass im Wintersemester (Fall Term genannt) und im Sommersemester (Spring Term) unterschiedliche Kurse angeboten werden. 

Etwa ein bis zwei Monate vor Semesterbeginn bekommt man in den USA außerdem einen Buddy von der Clarkson University zugeteilt und wird der Facebook-Gruppe der Austauschstudierenden hinzugefügt. Der Buddy ist normalerweise jemand, der auch schon als Austauschstudierender in Deutschland war oder noch dort hingeht. Dieser steht für alle möglichen Fragen zu Verfügung und nimmt einen bei Ankunft auf dem Campus auch in Empfang.

Studienfach: Environmental Politics and Governance

Aufenthaltsdauer: 08 /2016 – 12 /2016

Gastuniversität: Clarkson University

Gastland: USA

Studium an der Gastuniversität

Das Studiensystem an der Clarkson University und auch an jeder anderen amerikanischen Universität ist viel verschulter als in Deutschland, woran man sich am Anfang erst gewöhnen muss. Das heißt, dass hauptsächlich Frontalunterricht / Vorlesungen in überschaubaren Kursgrößen stattfinden und, dass man während des Semesters kontinuierlich Hausaufgaben machen muss, Tests oder Quizzes schreibt und Gruppenprojekte oder Präsentationen vorbereitet. Zudem hat man meistens eine größere Klausur in der Mitte und am Ende des Semesters. Da all das auch benotet wird, muss man also am Ball bleiben, wenn man das Semester mit guten Noten beenden will. Die Gesamtnote setzt sich dann am Ende aus allen Teilleistungen zusammen und kann dementsprechend schon einmal aus zwei Klausuren, ein paar Quizzes oder kleinen Tests (Hausaufgabenabfragen), eingereichten Hausaufgaben, einer Präsentation und einem Gruppenprojekt bestehen. Der Umfang hängt natürlich auch immer vom Studienfach und den Kursen ab. Da ich als Graduate, also als Master Studierender, an der Clarkson University war und die USA mit guten Noten verlassen wollte, war mein Studium daher schon zeitintensiv. Ein Vorteil des Systems ist, dass man sich automatisch mit dem Stoff beschäftigen muss und die Klausuren und Tests auch meistens nicht so schwer sind. Man hat seine Kurse zudem mehrmals die Woche, entweder dreimal 50 Minuten oder zweimal 75 Minuten. Im Großen und Ganzen ist das alles aber machbar und mit ein bisschen Fleiß bekommt man eigentlich immer sehr gute Noten.

Die komplette Organisation des Studiums und der einzelnen Kurse wird online auf einer Moodle-Plattform abgewickelt. Hier werden alle Hausaufgaben und anderes Material wie Klausur- und Testergebnisse hochgeladen. Bei weiteren Fragen stehen die Dozenten auch mehrmals die Woche über Sprechstunden zur Verfügung. Außerdem ist das Verhältnis zwischen Studierenden und Dozenten allgemein viel enger und lockerer, sodass man sich bei jeglichen Fragen an sie wenden kann. Ein weiterer Vorteil des Systems ist, dass man eigentlich nie länger als ein paar Tage auf die Benotung seiner Leistungen warten muss.

Die Betreuung durch das International Office vor Ort ist im Allgemeinen auch sehr gut. Direkt in der ersten Woche gibt es diverse Einführungsveranstaltungen, wo man die Uni, den Campus und die anderen Austauschstudierenden kennenlernt. Auch während des Semesters steht das International Office immer zur Verfügung und bietet auch einige außeruniversitäre Trips und Veranstaltungen an.

Der Campus an sich besteht aus mehreren miteinander verbundenen Gebäuden, die neben den Kurs- und Vorlesungsräumen und den Büros der Dozenten und Mitarbeiter unter anderem mehrere Cafés, Cafeterien / Mensen, einen kleinen Supermarkt, eine Poststelle und eine hohe Anzahl an Sitzmöglichkeiten und Computertools bieten. Die Bibliothek ist unter der Woche bis 24 Uhr geöffnet, am Wochenende etwas kürzer.

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Durch die Einführungsveranstaltungen bekommt man relativ schnell Kontakt zu anderen Austauschstudierenden, woraus dann schnell Freundschaften entstehen. Mit anderen amerikanischen Studierenden kommt man durch seine Mitbewohner, die Kurse oder durch die Buddies und deren Freundeskreise in Kontakt. Wenn man mehr mit amerikanischen Studierenden zu tun haben will, ist es auch ratsam, zu einigen der vielen (Sport-) Clubs an der Universität zu gehen, die sich am Anfang des Semesters vorstellen.

 

 

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Ich würde sagen, dass mein Englisch schon vor dem Auslandsaufenthalt fließend war, da mein Studium teilweise auf Englisch war und ist und ich während der Schulzeit schon einmal für eine Zeit in den USA war. Trotzdem hat sich mein Englisch noch einmal verbessert, da man es täglich gebraucht. Auch mit den anderen Austauschstudierenden spricht man hauptsächlich auf Englisch. Zur Verbesserung seiner Englischkenntnisse ist ein Auslandssemester an der Clarkson University insgesamt also definitiv sinnvoll.

Wohn- und Lebenssituation

Als Austauschstudierender muss man an der Clarkson University auf dem Campus wohnen, was Vor- und Nachteile hat. Der große Nachteil ist, dass es sehr teuer ist und man außerhalb des Campus für viel weniger Geld etwas finden könnte. Für ein Semester zahlt man etwa 4000 $ an Miete, was ca. 1000 $ pro Monat sind und was man alles im Voraus überweisen muss. Dessen sollte man sich bewusst sein. Man kann sich ab Mai / Juni über ein bestimmtes Onlineformular für die verschiedenen Wohneinheiten bewerben, wobei nur zwei Wohnkomplexe zu empfehlen sind, die Townhouses und der Woodstock Komplex. Letzterer sollte immer die erste Option sein, da dieser die einzigen Wohneinheiten beinhaltet, wo man ein eigenes Zimmer haben kann. In den Townhouses und allen anderen Wohneinheiten muss man sich ein Zimmer mit meistens einem anderen amerikanischen Studierenden teilen. Aber auch, wenn man Woodstock als seine erste Option angibt, ist nicht garantiert, dass man auch dorthin kommt, da die Nachfrage hierfür logischerweise sehr hoch ist. Ich selbst habe in den Townhouses gewohnt, was bzgl. Privatsphäre etwas gewöhnungsbedürftig war. Im Endeffekt war es aber auch nicht weiter schlimm. Um mit größerer Wahrscheinlichkeit in den Woodstock Komplex zu kommen, sollte man sich für das International Village in Woodstock bewerben (was ich nicht gemacht habe), wozu man irgendwann in einer E-Mail der Clarkson University die Chance bekommt. Alle Wohneinheiten, egal, ob Woodstock oder Townhouses, sind Wohngemeinschaften und komplett möbliert ausgestattet. Während die Townhouses immer 4 Studierende pro Wohneinheit beinhalten, gibt es in Woodstock 3er bis 6er Wohngemeinschaften. Über die Besorgung von Einrichtungsgegenständen und Küchenutensilien sollte man sich im Vorfeld mit den zukünftigen Mitbewohnern austauschen, diese im Wallmart kaufen oder im sogenannten Lending Cupboard gratis ausleihen. Man sollte sich auch darüber im Klaren sein, dass man seine Mitbewohner durch die Universität automatisch zugeteilt bekommt, deren E-Mail-Adressen sind aber schon vor Ankunft in den USA einsehbar. Vorteile der On-Campus Unterbringung sind, dass man auf dem Campus alles zu Fuß erreichen kann und auch sonst immer mitten im Geschehen ist. Außerdem sind die Hausmeister oder das Campus Housing Personal bei jeglichen Problemen schnell zur Stelle. Darüber hinaus bekommt man dadurch automatisch Kontakt zu Amerikanern, mit denen man zusammenwohnt.

Für die Anreise zum Campus stehen einige Möglichkeiten parat. Die einfachsten sind, nach New York City zu fliegen und von dort den 7-8-stündigen Bus zum Campus zu nehmen oder nach Syracuse zu fliegen und von dort den 3-stündigen Bus zu nehmen. Bei der Syracuse Option ist jedoch zu berücksichtigen, dass man dort am Flughafen oft zu spät für den Bus zum Campus ankommt, sodass man in dem Fall eine Nacht dort übernachten muss. Ich habe hierbei ein Hotel am Flughafen nehmen müssen, was leider etwas teuer ist. Andere Optionen sind, nach Montreal zu fliegen oder von Boston zu dem winzigen Flughafen in Massena, da beide Städte näher an Potsdam gelegen sind. Hierfür könnte eine passende Flugverbindung jedoch schwieriger zu finden sein und der Transport zum Campus mühsamer sein.

Vor Ort, also in Potsdam selbst, gibt es keinerlei öffentliche Verkehrsmittel. Das meiste, wie zum Beispiel das Ortszentrum mit Ausgeh- und Essmöglichkeiten kann man aber zu Fuß erreichen. Für Einkaufsfahrten nach Walmart oder Price Chopper sollte man sich allerdings jemanden suchen, der ein Auto hat. Da eigentlich jeder der amerikanischen Studierenden eines besitzt, ist das meistens kein Problem, jemanden zu finden, wenn man z.B. auf die Mitbewohner oder seinen Buddy zurückgreift. Direkt bei Ankunft wird man außerdem von seinem Buddy normalerweise automatisch zum Einkaufen gefahren oder man nimmt den Shuttle Service des International Office in Anspruch. Dieser Shuttle soll in Zukunft wohl auch während des Semesters eingerichtet werden, was Einkaufen daher noch leichter machen würde.

Für Bankgeschäfte und das generelle Bezahlen lohnt es sich kaum, eine amerikanische Kredit- oder EC-Karte zu besorgen. Eine deutsche Kreditkarte reicht hier aus. Ich hatte eine von der DKB, mit der man normalerweise im Ausland umsonst Geld abheben kann und mit der man für eine minimale Gebühr überall bezahlen kann. Das hat sich bei der DKB vor Kurzem allerdings geändert, da man in den USA nun zwischen 2 und 4 $ für das Geldabheben bezahlen muss. Da man in den USA aber sowieso für fast alles seine Kreditkarte benutzen kann, braucht man eigentlich selten Geld abzuholen. Bei der DKB musste man bei Kreditkartenzahlungen 1,75 % an Gebühren bezahlen.

Die Lebenshaltungskosten in den USA sind ein bisschen höher als in Deutschland. Gerade Lebensmittelpreise fallen hier ins Gewicht. Man kann theoretisch auch jede Mahlzeit in einer der Cafeterien/Mensen auf dem Campus zu sich nehmen, wobei eine Mittags- oder Abendmahlzeit dort zwischen ca. 5 und 9 $ kostet. Außer den Lebensmitteln stellen die Miete, benötigte Bücher und mögliche Reisen die größten Kostenfaktoren dar. Während die Miete bei etwas mehr als 4000 $ liegt, hängen die Kosten für Bücher von den Kursen ab. Oft kann man die im Originalen sehr teuren Bücher auch gebraucht online kaufen oder ausleihen. Außerdem sollte man am Anfang des Semesters bei den Kommilitonen und Dozenten abchecken, ob die Bücher wirklich benötigt werden. Wie viel man für Reisen und Freizeitaktivitäten ausgibt, hängt natürlich von jedem Selbst ab. Es gibt irgendwann im September ein paar Tage Herbstferien, die zusammen mit dem anhängenden Wochenende ca. 4-5 freie Tage ergeben. Während der Zeit haben ein paar Freunde und ich uns ein Auto bei der ortsansässigen Autovermietung Enterprise gemietet und sind nach Kanada (Ottawa, Toronto, Niagara Fälle) gefahren. Trips nach Kanada kann man theoretisch auch an den Wochenenden machen, da Städte wie Ottawa und Montreal nur 2 Stunden mit dem Auto entfernt sind. Über Thanksgiving Ende November gibt es noch einmal insgesamt ca. 5 Tage frei. In dieser Zeit ist der Campus komplett ausgestorben und alle Amerikaner fahren nach Hause. Im Großen und Ganzen bin ich mit etwa 8000 $ sehr gut ausgekommen (Miete, mehrere Reisen etc. inklusive). Man kann theoretisch aber auch mit weniger auskommen.

Für Freizeitbeschäftigungen gibt es diverse Sportclubs und andere Clubs an der Clarkson University, an denen man teilnehmen kann. Das campuseigene Fitnessstudio ist außerdem gratis und gut ausgestattet. Ansonsten bietet die Umgebung exzellente Möglichkeiten für Outdoor Sport jeglicher Art. An den Wochenenden sind die Bars und ein kleiner „Club“ im Ort von den Studierenden gut besucht, außerdem gibt es eigentlich immer irgendwelche Haus- oder „Fraternitypartys“ auf oder außerhalb des Campus, wo man viele andere amerikanische Studierende kennen lernen kann.

Bezüglich des Wetters ist zu sagen, dass während ich dort war und in den vorangegangen zwei Jahren, wie ich gehört habe, es von Ende August bis Ende September sehr warm und trocken war. Bis ca. Mitte November wurde es kälter und nasser, bevor dann gegen Ende November der Wintereinbruch kam mit viel Schnee und Temperaturen bis vereinzelt -20 Grad Celsius. Den Wintereinbruch gab es in den Jahren davor aber nicht in dem Maße, sodass man sich nicht zu sehr daran orientieren sollte. 

 

 


Rückblick

Einige Tipps noch zum Abschluss: Bzgl. des Handyvertrags - in den USA gibt es verschiedene Möglichkeiten. Entweder man verzichtet komplett darauf, was möglich ist, da man auf dem gesamten Campus WLAN hat. Eine zweite Variante, die auch viele Austauschstudierende wählen, ist es, bei Walmart einen Vertrag mit AT&T oder Verizon abzuschließen, welcher alles bietet und ca. 40 $ im Monat kostet. Ich habe mich für eine weitere Möglichkeit entschieden und online bei Campussims einen ausreichenden Vertrag für 28$ im Monat abgeschlossen, den man beliebig kündigen kann. Die Simcard wird einem bequem zugeschickt und man kann zwischen verschiedenen Vertragsoptionen wählen. Ein anderer Tipp ist, am Black Friday, dem Freitag nach Thanksgiving, die vielen Preisnachlässe in jeglichen Kaufhäusern und Läden des Landes auszunutzen. Hier gibt es oft Rabatte von 50 %, sodass es sich lohnt, etwas Platz im Koffer für Dazugekauftes zu lassen.

Zusammenfassend war mein Auslandssemester an der Clarkson University in Potsdam, NY eine großartige Erfahrung mit vielen schönen Erinnerungen, für die ich sehr dankbar bin und jederzeit wieder genauso machen würde. Ich habe viele neue Freundschaften geschlossen, habe neue Orte bereist, interessante und fordernde Kurse belegt, was mich in meinem Studium weitergebracht hat und hatte viel Spaß in meiner Freizeit. Ich kann das Auslandssemester jedem empfehlen, auch wenn es sicherlich nicht das billigste ist. Ich wäre sogar gerne noch ein zweites Semester geblieben, wenn das machbar gewesen wäre. Die einzige Sache, die mir nicht so gefallen hat, war, dass ich in den Townhouses untergebracht war und mir ein Zimmer teilen musste. Aber auch hieran gewöhnt man sich, auch vor dem Hintergrund, dass es nur 4 Monate sind. 

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