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Karoli Gaspar University of the reformed Church in Hungary 2015/16

Da ich es in meinem Bachelor nicht geschafft hatte, ein Erasmussemester zu absolvieren, war mir bewusst, dass ich das im Master nachholen werde. Direkt zu Beginn meines Studiums klärte ich bei dem zuständigen Dozenten welche Kooperationen mit unserem Studiengang bestanden und wie die Wartelisten für die verschiedenen Städte aussahen. Für Ungarn habe ich mich aus verschiedenen Gründen entschieden: Es bestand keine Warteliste für den Platz, das heißt ich hatte die Sicherheit, dass ich mit der ersten Beantragung auch den Studienplatz erhalte. Außerdem wurde mir das Studium in Budapest von meinem Dozenten herzlichst empfohlen, da ein sehr starkes deutsches Literaturinstitut vor Ort ist. Ein weiteres wichtiges Argument war für mich, dass ich im Gegensatz zu Städten in Großbritannien und Skandinavien in Osteuropa relativ gut mit der deutschen Auslands-BAföG Unterstützung zurecht kommen würde.


Organisation und Studium

Studienfach: Vergleichende Literatur- und Kunstwissenschaft

Aufenthaltsdauer: 09 /2015 – 01 /2016

Gastuniversität: Karoli Gaspar University of the Reformed Church in Hungary

Gastland: Ungarn

Die Organisation eines Erasmussemesters hat sich als wirklich sehr einfach und schnell erwiesen. Meinen Wunschort hatte ich mit der Universität Potsdam schnell abgesprochen, Auch die Absprache und Kontaktaufnahme mit der Universität in Ungarn verlief sehr unkompliziert per E-Mail. Die KRE ist eine vergleichsweise kleine Universität in Budapest und recht übersichtlich. Das bedeutet auch, dass die Anzahl der Auslandsstudenten auch übersichtlich ist: Im Wintersemester 2015/16 waren es knapp 60 Studenten über das Erasmusprogramm, eine Handvoll Studenten aus Amerika und eine Studentin aus Korea. Viele Aktionen und Programme speziell von der Uni für die internationalen Studierenden gab es leider nicht.

Das Studium hat mir außergewöhnlich gut gefallen, es gab zwar nur eine kleine Auswahl an Literaturkursen für Deutsch und Englisch, dafür waren sie aber sehr interessant gestaltet und geführt. Besonders spannend fand ich die ungarische Perspektive auf die deutsche Literatur und einen Kurs zur Holocaust Literatur. Für mein Studium habe ich sehr viel aus diesem Semester mitgenommen.

Die Anmeldung der Kurse erfolgte über ein Online-Anmeldesystem, jedoch funktionierte das häufig für Erasmusstudenten nicht. Aber alle Anfragen per E-Mail oder persönlich wurden sofort von der Universität schnell bearbeitet und ernsthafte Probleme entstanden dadurch nicht. Für deutsche Erasmusstudenten besteht in der Regel die Vorgabe 30 ECTS Punkte pro Semester zu erreichen. An der KRE bekommt jeder Erasmusstudent 6ECTS Punkte pro besuchten Kurs mit erfolgreich abgeschlossener Endprüfung. Bei mir unterschieden sich die Leistungsforderungen je nach Kurs: In einem Kurs gab es keine Anwesenheitspflicht und ein zweistündiges Examen am Ende. Bei einer Vorlesung musste ich eine mündliche Prüfung am Ende ablegen, bei 3 Kursen erlangte ich die ETCS durch Seminararbeiten und Essays.

Studienfach: Vergleichende Literatur- und Kunstwissenschaft

Aufenthaltsdauer: 09 /2015 – 01 /2016

Gastuniversität: Karoli Gaspar University of the Reformed Church in Hungary

Gastland: Ungarn

Sprache

Ungarisch ist eine sehr schwierige Sprache und nur sehr entfernt mit dem finnischen und estnischen verwandt. Budapest ist größtenteils gut auf Touristen eingestellt und man bekommt oft im Restaurants eine englische Karte. Auch im Supermarkt kommt man problemlos ohne Ungarischkenntnisse aus, es gibt viele Supermarktketten mit englischen und deutschen Produkten. Ich hatte mit einem ungarischen Sprachkurs in der Uni begonnen, diesen aber recht schnell fallen gelassen, da mir klar wurde, dass es mich nach einem Semester nicht über sehr einfache Sätze bringen wird. Im Endeffekt konnte ich nur ein paar Alltagswörter, mit denen ich zurecht kam. Insgesamt empfand ich es jedoch als unangenehm mich solange in einem Land zu bewegen, wo ich selbst die simpelsten Aussagen nicht verstanden habe. Ich würde grundsätzlich empfehlen zuvor schon einen Sprachkurs zu Beginnen und während des Semester weiter darauf aufzubauen.

Anreise

Nach Budapest kommt man gut mit dem Flugzeug, von Berlin hatte ich teilweise Flüge für 70,- Euro hin und zurück gebucht. Köln hat ebenfalls öfter gute Angebote und von Dortmund kann man mit der Billigfluglinie Wizzair für nur ein paar Euro fliegen. Jedoch sind diese Flüge sehr früh am Morgen. Eine andere Möglichkeit ist mit dem Europaspezial der Bahn nach Budapest zu fahren. Ich habe diese Möglichkeit nicht ausprobiert, aber andere berichteten, dass es sehr angenehm gewesen ist.

Wohnung und Lebenssituation

In der Vorbereitungszeit hatte ich die Information von der Uni bekommen, dass ich auch ein günstiges Zimmer für 130€ im Studentenwohnheim bekommen könnte. Jedoch muss man sich dort ein Zimmer teilen und das Wohnheim liegt weiter außerhalb. Da die Zimmer in der Innenstadt auch noch bezahlbar sind, ist die Wohnheimfrage für mich schnell abgehakt gewesen. Generell kann man vorab im Internet was suchen: Am besten fand ich die Facebook Gruppen für Erasmus oder allgemein dem Budapester Wohnungsmarkt. Zur Lage der Wohnung lässt sich noch sagen, dass die meisten Unis und das Ausgehleben in der Innenstadt auf der Pestseite stattfindet. Daher sollte man da auch besser wohnen. Generell ist der öffentliche Nahverkehr (auch nachts) aber gut ausgebaut und man kommt überall schnell und günstig hin. Ein Studentenmonatsticket liegt bei ca. 12 Euro.

Vor meiner Anreise habe ich öfter die Angebote gecheckt, wollte aber ungern per Internet ein Zimmer abmachen. Also habe ich bei meiner Ankunft zwei Tage im Hostel verbracht und mir mehrere WG-Angebote angesehen. Schnell wurde für mich klar, dass ich keine riesige internationale WG möchte und habe mir ein Zimmer bei einer sehr netten Ungarin gesucht. Das war das beste was mir passieren konnte. Die Mieten in der Innenstadt liegen je nach Zimmergröße bei 200-300 Euro. Ich hatte ein sehr kleines schmales Zimmer in der Nähe des Keleti Bahnhofes für 230Euro und um die 30-50 Euro Nebenkosten, je nach Huizungssaison.

Die Lebenserhaltungskosten sind mit Deutschland (speziell Berlin) vergleichbar. Die normalen Einkäufe in Drogerie und Supermärkten kommen am Ende auf den gleichen Preis. Allgemein sind die Restaurant und Ausgehkosten etwas geringer – aber nicht so stark wie es vor ein paar Jahren der Fall war. Da Ungarn nicht den Euro hat muss Geld gewechselt werden – ich empfehle grundsätzlich den Kurs von mehreren Wechselstuben zu vergleichen. Auch die Anschaffung einer Kreditkarte für kostenloses Abheben lohnt sich.

Ich hatte mir gleich am Flughafen bei meiner Ankunft im Vodafone-Store eine Prepaidkarte für rund 12euro gekauft. Generell ist Budapest aber gut ausgestattet mit vielen Wlan-Zonen in Restaurants und manchmal auch an touristischen Orten. Im Endeffekt habe ich Prepaidkarte nachdem ersten Monat auch nicht mehr aufgeladen, da ich mit den Hotspots gut zurecht kam.

Freizeitangebot

Budapest hat ein unbestritten gutes Angebot an Freizeitmöglichkeiten. Die Ausgehmeile im jüdischen Viertel ist auf jeden Fall charmant und abwechslungsreich. Ich habe viel Zeit damit verbracht im Stadtpark joggen zu gehen und an der Uni mehrere Sportkurse zu belegen. Für umgerechnet 8 Euro Semestergebühr konnte man verschiedene Kurse wie Aerobic, Zumba, Ungarischen Tanz und Yoga belegen. Außerdem war ich fast jede Woche in der Oper und im Symphonieorchester (frühzeitiges Kaufen der Tickets lohnt sich – ab 1,80euro geht es los). Auch kann man von Budapest aus viele verschiedenen spannenden Ausflüge in die Umgebung machen: Schloss Gödello, Szendendre und ein Wandertag in den Budahügeln ist lohnenswert. Ebenfalls kommt man mit den Fernbussen sehr gut nach Wien und Bratislava.


Rückblick

Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit meinem Auslandsaufenthalt, da die Universität für mich sehr spannend war und genau nach meinem Geschmack. Es war besonders spannend für mich ein anderes akademisches System kennenzulernen und so auch eine andere Perspektive auf die deutschen Universitäten zu bekommen.

Rückblickend muss ich mir jedoch eingestehen, dass Ungarn nicht unbedingt die beste Entscheidung war, da ich mich ohne die örtlichen Sprachkenntnisse doch eine starke Distanz zu dem Alltag des Landes hatte. Es war eine interessante Erfahrung, aber ich würde grundsätzlich empfehlen einen Erasmusaufenthalt in einem Land zu machen, indem man die Sprache schon zu einem gewissen Grad beherrscht und vor Ort verbessern kann.

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