uni-potsdam.de

You are using an old browser with security vulnerabilities and can not use the features of this website.

Here you will see how you can easily upgrade your browser.

Ein Semester in Southampton

Die Entscheidung ins Ausland zu gehen, traf ich bereits vor Beginn meines Studiums. Schon seit längerem hoffte ich einmal in England leben zu können und nachdem ich mein Anglistik Studium begonnen hatte, wurde dieser Wunsch noch einmal verstärkt. Mit dem Erasmus-Programm fand sich eine unkomplizierte Möglichkeit, in einem anderen Land an einer Gastuniversität zu studieren.
Meine Wahl fiel recht schnell auf Southampton, weil dies zu der Zeit meiner Bewerbung die einzige Universität im Süden Englands im Angebot war. Da ich das Englisch im Süden besonders ansprechend finde und die University of Southampton ein breites Linguistik Angebot vorweisen konnte, entschied ich mich, mich dort zu bewerben. Die Infoveranstaltung der Uni Potsdam klärte soweit alle Fragen und die ausgegebene Checkliste löste die Probleme der nun zu erledigenden Schritte.


Studienfach: Lehramt Bachelor Biologie/ Englisch

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 01/2017

Gastuniversität: University of Southampton

Gastland: Großbritannien

Die University of Southampton machte einen sehr positiven Eindruck auf mich, E-Mails wurden umgehend beantwortet und Ansprechpartner wurden genannt. Ich fühlte mich von vorneherein gut unterstützt. Die Kurswahl für das Learning Agreement erfolgte aufgrund des Online Angebots, jedoch konnten manche der dort angegebenen Kurse letztendlich nicht belegt werden, da die University of Southampton nach einiger Zeit eine separate Kursliste für die Studenten des Fachbereichs Humanities per E-Mail zusendete. In dieser Liste war das Angebot leider weitaus begrenzter, dennoch konnte man später vor Ort noch einige Kurse umwählen.  Da ein Kurs an der Gastuniversität üblicherweise 7,5 Punkte bringt, wählte ich vier Kurse um die von Erasmus vorgegebene LP Anzahl von 30 zu erreichen.

Die Wohnungssituation in Southampton wird grundsätzlich als nicht problematisch beschrieben, da genug private Häuser zu Vermietung zur Verfügung stehen sollen. Dennoch stellte sich die Suche nach einer Unterkunft als schwieriger als gedacht heraus. Bereits im Juni/Juli suchte ich auf Websites im Internet nach möglichen Unterkünften. Zu dieser Zeit war ich mir noch nicht sicher, ob ich in ein Wohnheim ziehen möchte oder doch mit anderen Erasmus Studenten in ein privat gemietetes Haus. Ich informierte mich auf der Internetseite der Universität über die verschiedenen Preise der Wohnheime und Bewerbungsfristen und beschloss mich zu bewerben. Da bereits vorab angesagt wurde, dass die Vergabe der Plätze erst Ende August beginnen würde, machte ich mich in der Zwischenzeit auf die Suche nach Alternativen. In anderen Erfahrungsberichten hatte ich bereits gelesen, dass es manchmal zu Betrug bei der Vermietung von Häusern kommen konnte. Aufgrund dessen versuchte ich mich an Seiten zu halten, die von der University of Southampton empfohlen wurden und wo vertrauenswürdige Landlords vermieten sollten. Da häufig das gesamte Haus vermietet wurde, stand ich erst einmal vor dem Problem Mitbewohner zu finden. Dazu trat ich verschiedenen Facebook-Gruppen wie z.B. Erasmus Southampton oder International Students Southampton bei.

Letztendlich wurde für mich jedoch immer klarer, dass ich gerne in ein Studentenwohnheim ziehen würde, da ich mir dort mehr Kontakt zu Engländern erhoffte. Da ich jedoch Mitte September immer noch keine Zusage oder Absage erhalten hatte, begann ich mich langsam etwas zu sorgen. Mein Abflug aus Deutschland rückte immer näher und meine Wohnsituation war immer noch ungeklärt. Daher wurde ich etwas nervös und schrieb einen Beitrag in eine der Gruppen, dass ich noch immer auf Wohnungssuche wäre. Es meldete sich auch prompt ein Mann der eine Seite namens „Thornbury Homes“ leitete. Eine Kautionsvorauszahlung von 400 Pfund schreckte mich jedoch etwas ab. Schließlich bekam ich ca. 1,5 Wochen vor meinem Abflug eine Wohnheimszusage.

Studium an der Gastuniversität

Nach meiner Ankunft in Southampton gab es die darauffolgende Woche eine Einführungswoche in der Universität. Neben vielen verschiedenen Infoveranstaltungen, einer Einführung in die Nutzung der Bibliothek und Erasmus-Treffen, mussten wir einen Englisch-Test absolvieren, um anschließend in verschiedene Englisch Kurse (Stages) eingeteilt zu werden. Dabei gab es Language Stages bis Niveau 7. Zusätzlich erhält jeder Student einen persönlichen akademischen Tutor, der sowohl für akademische Fragen, als auch für persönliche Angelegenheiten als Ansprechpartner zu Verfügung steht. Zudem gibt es die Möglichkeit in den ersten Wochen noch Kurse zu wechseln. Da ich dies nicht in Anspruch genommen habe, kann ich nicht beurteilen, ob dies umständlich oder einfach ist.  Das Verhältnis zwischen Studierenden und Dozenten ist als eher freundschaftlich und persönlich zu beschreiben. Im Gegensatz zu Potsdam hatte ich das Gefühl, dass persönliche Rücksprachen mit den Dozenten auf jeden Fall erwünscht sind und diese einem auch mit gutem Rat zur Seite stehen. Bei meinen gewählten Kursen, gab es neben einer Vorlesung jeweils ein Seminar, das im Verhältnis zu Potsdam aus einer kleinen Gruppengröße, im Durchschnitt aus 10 Leuten bestand. Die meisten Kurse verlangen zwei bewertete Aufgaben. Meistens handelte es sich dabei um einen Essay und eine Klausur oder zwei Essays. Die Bewertung erfolgte dabei in Prozentzahlen von 0 bis 100%. Uns wurde bereits am Anfang erklärt, dass die Bewertung 100% nicht vorkommt und man bei einer Prozentzahl von 60 und aufwärts zufrieden sein sollte.

Während der Klausurphase sind die Bibliotheken 24h geöffnet, man kann aber auch von zu Hause auf einige Online Bücher zugreifen.

Wohn- und Lebenssituation

Das Wohnheim, in dem ich untergebracht war, war bereits etwas älter, dennoch war ich sehr zufrieden dort. Eine Flat besteht dort meist aus 7-9 Wohnungen, die sich gemeinsam eine Küche teilen. Eine 24h Rezeption und Ansprechpartner am Wochenende waren zu jeder Zeit erreichbar. Auch Probleme im Zimmer, wie ein verstopfter Abfluss oder eine durchgelegene Matratze, wurden innerhalb weniger Tage behoben. Ein besonderer Service ist eine Putzfrau, die von Montag-Freitag kommt und die Küche putzt, sowie den Müll leert. Dennoch muss man sagen, dass das Wohnheim meist teurer als privat gemietete Häuser ist. In England werden die Mieten meist pro Woche angegeben und in privat gemieteten Häusern kommen noch die Rechnungen für Strom und eine einmalige Kaution obendrauf. Für mein Zimmer im Wohnheim bezahlte ich ca. £135/Woche, wobei ein Busticket inklusive war.

Die Universität ist sehr gut ausgestattet und bietet viele Freizeitmöglichkeiten auch auf dem Campus. Neben einem eigenen Kino, wo Filme zu sehr günstigen Eintrittspreisen gezeigt werden (ca. £3), gibt es einen Uni-Pub und Cafés. Außerdem gibt es einen Supermarkt auf dem Campus und einen Markt mit frischem Obst und Gemüse, der jeden Montag stattfindet. Eine Sportmitgliedschaft zu ca. £90 ermöglicht den Eintritt in alle Uni-Fitnesscenter. Das größte befindet sich auf dem Hauptcampus und verfügt über ein Schwimmbad. In der Einführungswoche findet der sogenannte Bunfight statt, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Dort stellen sich die sogenannten Societies vor, die ausschließlich von den Studenten geführt werden. Es gibt über 200 societies und unter Aktivitäten wie Schwimmen, Quidditch, AcroYoga, Pole-Dance, Erste Hilfe, Cake Decoration oder Latin-Dance findet sich für jeden etwas Spannendes.

Das öffentliche Verkehrsnetz in Southampton ist sehr gut und die wichtigsten Wege in maximal 15 Minuten mit Bus zu erreichen. Die UniLink Busse fahren alle 7-8 Minuten unter der Woche bis Mitternacht.

Da ich gerne ein Konto dort eröffnen wollte, informierte ich mich vorher über mögliche Banken. Da ich nur ein Semester in Southampton verbrachte, schieden einige Banken aus, da dort eine Kontoeröffnung nur bei einem Aufenthalt von einem Jahr möglich ist. Die Banken Barclays, Lloyds oder Nationwide lassen jedoch auch Studenten, die nur ein Semester bleiben, ein Konto eröffnen. Die meisten Banken verlangen einen Nachweis, dass man wohnhaft in England ist. Den kann man sich vom Student’s Office in der Universität ausstellen lassen Die Kontoeröffnung bei Nationwide gestaltete sich trotz dieses Briefes schwieriger als gedacht. Nachdem dort auch noch nach Wochen Unterlagen eingereicht werden sollten, beschloss ich es bei einer anderen Bank zu probieren. Bei Lloyds ging die Kontoeröffnung weitaus schneller. Man muss morgens bei Öffnung der Bank bereits da sein, da pro Tag nur ca. 5 Termine zur Kontoeröffnung vergeben werden, der Andrang an Internationalen Studierenden ist jedoch weitaus größer. Nachdem der Antrag zusammen mit einem Mitarbeiter ausgefüllt war erhielt man bereits einige Tage später die Kreditkarte.

Die Lebenshaltungskosten sind in Southampton höher als in Deutschland. Besonders Restaurants haben höhere Preise. Es gibt viele verschiedene Supermärkte, unter anderem auch Lidl und Aldi, die günstigere Preise bieten.

Studienfach: Lehramt Bachelor Biologie/ Englisch

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 01/2017

Gastuniversität: University of Southampton

Gastland: Großbritannien


Die zuvor erwähnten Socities sind eine gute Möglichkeit Kontakte zu einheimischen Studenten zu knüpfen, da regelmäßig sogenannte socials veranstaltet werden, wo man beispielsweise zusammen in den Pub geht. Ansonsten ist es meist relativ schwierig mit Einheimischen in Kontakt zu kommen, während der Vorlesung begegnet man zwar anderen Studenten, dennoch blieben diese eher unter sich oder der Kontakt ging nicht über die Uni hinaus. Zu anderen Erasmus-Studenten war es jedoch weitaus einfacher Kontakt zu knüpfen. Diese wirkten offener und befanden sich in der gleichen Situation. Die Erasmus Society organsiert regelmäßig socials, wo man andere internationale Studierende kennenlernen kann. Auch sollte man regelmäßig in die Facebook-Gruppen schauen, da dort besonders am Anfang mehrere Treffen unter Internationalen organisiert werden. Kontakt zu einheimischen Studenten konnte ich besonders durch meine Wohnsituation im Wohnheim knüpfen.      

Irland

zurück zur Länderseite

Studium im Ausland

Hier finden Sie alle Informationen zum Studium im Ausland.

Finanzierung & Stipendien

Wie Sie Ihr Auslandsstudium finanzieren können und welche Stipendien Sie erhalten können, erfahren Sie hier.