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Ein Semester in Belfast

Wenn man Allgemeine theoretische Linguistik an der Universität Potsdam studiert, wird einem empfohlen, ein Auslandssemester zu absolvieren. Anfang des vierten Semesters bewarb ich mich also um einen Platz und bekam ein paar Wochen später auch die Zusage. Da ich von den Erfahrungen, die ich in meiner Erasmuszeit gesammelt habe so begeistert war, beschloss ich, mich nach meiner Wiederkehr erneut zu bewerben und absolvierte mein letztes Semester erneut in Belfast.


Studienfach: ATL/ Erziehungswissenschaften

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 01/2017

Gastuniversität: University of Ulster

Gastland: Großbritannien / Nordirland

Auch wenn die Bürokratie rund um das Erasmusprogramm erst einmal abschreckend wirken kann, merkt man ganz schnell, dass sie das in Wahrheit gar nicht ist und man tolle Unterstützung von den zuständigen Koordinatoren erhält. Frau Kettmann vom International Ofiice und der zuständige Erasmuskoordinator (in meinem Fall Herr Dr. Kügler) kümmern sich um einen und weisen so oft auf jegliche Fristen hin, dass es wirklich schwer fällt, etwas zu verpassen. Außerdem waren sie auch für alle sonstigen Fragen und Sorgen stets offen und immer hilfsbereit. Das gleiche kann ich auch über die zuständigen Mitarbeiter an der Ulster University sagen. Man bekommt, sobald man angenommen ist, einen persönlichen Studienkoordinator zur Seite gestellt und kann sich in allen Belangen an diesen wenden. Der Studienkoordinator nimmt auch alle notwendigen Unterlagen (Learning Agreement) entgegen und sendet diese unterschrieben an einen zurück. Ein Nachweis über die Englischkenntnisse ist nicht einzureichen. Man muss sich natürlich um einige Dinge selbstständig kümmern. Darunter zählen eine Unterkunft zu finden, aber dazu später mehr, eine Kreditkarte zu beantragen und sich darüber zu informieren, wie man am besten nach Belfast kommt. Eine Kreditkarte ist ratsam, denn in Belfast wird in Pfund bezahlt und viele Banken erheben enorme Gebühren, wenn man in einer Fremdwährung Geld abhebt. Nach Belfast kommt man mittlerweile ohne Zwischenstopp von Berlin mit Ryanair.

Studium an der Gastuniversität

Wie bereits erwähnt, wird man an der Ulster University rührend umsorgt. Bereits vor Beginn des Semesters bekommt man alle nötigen Unterlagen und Auskünfte per E-Mail zugeschickt. Zudem veranstaltet die Universität eine Willkommenswoche (die sich eigentlich sogar über zwei Wochen erstreckt), in der man mit der Gruppe von ausländischen Studierenden in das Universitätsleben eingeführt wird und verschiedene Ausflüge macht. Das ist wirklich hilfreich, um erste Kontakte zu knüpfen und sich in der Universität zurecht zu finden. Es wird einem geraten, 30 ECTS zu belegen, was in der Regel drei Lehrveranstaltungen entspricht. In den meisten Fällen besteht ein Kurs aber aus einer 1,5-stündigen Vorlesung und einem 1,5-stündigen Seminar. Man ist also pro Woche lediglich neun Stunden in der Universität. Je nach Kurs hat man jedoch außerhalb der Veranstaltungen einen hohen Lernaufwand. Man kann also sagen, dass der Zeitaufwand äquivalent zu Lehrveranstaltungen an der Universität Potsdam ist. Jedoch ist ganz klar festzustellen, dass die Studenten an der Ulster University weitaus stärker betreut werden als es in Deutschland üblich ist. Auch sind in der Regel die Kursgrößen um einiges geringer als in Potsdam. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass alle, Studenten und auch Dozenten einem sehr freundlich gegenübertreten und starkes Interesse an einem zeigen, sodass man auch außerhalb der Erasmusgruppe schnell Kontakte knüpfen kann.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Vor und nach dem Auslandsaufenthalt muss man einen Sprachtest in der Landessprache des Gastlandes absolvieren. Dies ist auch für einen persönlich sehr hilfreich, um zu erkennen, ob und inwieweit sich die Sprachkenntnisse ausgebaut haben. Auch wenn ich bereits meinen ersten Sprachtest mit einem guten Ergebnis abgeschlossen habe und mich im Englischen immer sicher gefühlt habe, muss ich gestehen, dass ich bei meiner Ankunft in Belfast arge Probleme hatte. Der nordirische Akzent ist sehr ausgeprägt und zudem sprechen die meisten Belfaster sehr schnell. Man gewöhnt sicher aber recht schnell daran und hilfsbereit wie die Nordiren nun einmal sind, hat auch niemand ein Problem, das Gesagte langsamer zu wiederholen.

Wohn-  und Lebenssituation

Man muss sich im Vorfeld entscheiden, wie und wo man in Belfast wohnen möchte. Die Uni bietet einem die Möglichkeit, auf dem Campus im Studentenwohnheim zu wohnen. Dort lebt man meist zu ca. sechst in einer Wohnung und teilt sich eine Küche. Man hat aber sein eigenes Zimmer und Bad. Die Wohnungen sind wirklich schön und gepflegt aber auch recht teuer. Allerdings bezahlt man sie im Voraus komplett. Das kann eine ganze Menge auf einmal sein, dafür muss man sich aber während seines Aufenthaltes keine Gedanken mehr darum machen. Wenn man allerdings wie ich Linguistik studiert, studiert man in Jordanstown und dieser Campus ist mit dem Bus oder der Bahn ca. eine halbe Stunde von Belfast entfernt. Da die öffentlichen Verkehrsmittel jedoch, anders als bei uns, nur von ca. 7:00 bis 22:00 Uhr verkehren, ist man außerhalb dieser Zeiten auf ein Taxi angewiesen, das um die 15 Pfund pro Strecke kostet. Ich entschied mich für ein Zimmer in einer WG in Belfast. Die Holylands sind eine bekannte Gegend in der fast ausschließlich Studenten wohnen. Ich habe über eine Internetseite ein Zimmer in einem Haus mit fünf anderen Mitbewohnern gefunden. Zudem verfügte das Haus über zwei Toiletten und zwei Duschen sowie eine Wohnküche. Die Häuser entsprechen nicht den deutschen Standards und es kann einem passieren, dass sie nicht völlig schimmelfrei sind. Außerdem muss man sich natürlich mit seinen Mitbewohnern arrangieren, aber das ist nun einmal der Preis, den man für eine Unterkunft zahlt, die man sich mit anderen teilt. Ich hatte zudem wahnsinnig viel Glück und habe meine Entscheidung keinen Moment bereut. Meine Mitbewohner sind mittlerweile meine Freunde und waren auch ein Grund, für meine Entscheidung nach Belfast zurückzukehren. Die Nordiren sind unheimlich freundlich und kontaktfreudig. Es fällt einem fast schwer, nicht in ein Gespräch verwickelt zu werden und es ist keine Seltenheit, dass in der Schlange an der Supermarktkasse neue Freundschaften geschlossen werden. Die meisten Orte sind zu Fuß erreichbar, sodass man selten auf den verhältnismäßig teuren Bus angewiesen ist. Jedoch muss man der Tatsache ins Auge blicken dass, auch wenn Belfast die günstigste Stadt im Vergleich zu London oder Dublin ist, ist alles recht teuer. Wenn man kann und möchte, findet sich aber schnell ein Aushilfsjob in einem der zahlreichen Fastfood-Restaurants oder Charityshops. Auch wenn es nicht ganz so regnerisch war, wie ich vor meinem ersten Aufenthalt erwartete, sollte man sich auf ein anderes Klima einstellen, als man gewohnt ist. Es regnet recht häufig und dann auch meist den ganzen Tag. Dafür ist es aber um einiges milder als in Deutschland.

Studienfach: ATL/ Erziehungswissenschaften

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 01/2017

Gastuniversität: University of Ulster

Gastland: Großbritannien / Nordirland


Rückblick

Da ich mich erneut entschieden habe, ein Erasmussemester in Belfast zu absolvieren und auch plane, im Anschluss an mein Studium einen Arbeitsplatz in Belfast zu finden, kann ich nur empfehlen, auch selbst so eine Erfahrung zu machen. Am Anfang meines Studiums hätte ich mir nie erträumen lassen, dass ich so eine Chance einmal haben werde und es hat mein Leben enorm bereichert. Es ist super interessant, einen echten Einblick in eine andere Kultur zu bekommen und nicht lediglich als Tourist ein Land zu erkunden. Ich hoffe, dass in der Zukunft noch viele weitere Studenten diesen Schritt machen und genauso begeistert davon sind, wie ich es war und bin.

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