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Erasmus+ Erfahrungsbericht - Yaşar Üniversitesi


Studienfach: Politik, Verwaltung und Organisation

Aufenthaltsdauer: 02/2017 – 06/2017

Gastuniversität: Yaşar Üniversitesi

Gastland: Türkei

Information zur Vorbereitung

Zunächst begann die Bewerbung für das Erasmussemester an der Universität Potsdam. Mein Studiengang Politik, Verwaltung, Organisation war als International Relations an der Gastuniversität zu finden. Das International Office nominierte mich bei der Yasar Universität und ich bewarb mich online an der Universitätshomepage. Das Prozedere war sehr verständlich und ging schnell von statten. Alle Kursmöglichkeiten sind online einzusehen, weshalb das Ausfüllen des Learning Agreements schnell erledigt war. Die Unterlagen mussten sowohl elektronisch als auch per Post versendet werden. Die Zusage erhielt ich mit Informationen über das anstehende Semester mit allen wichtigen Daten und der Emailadresse der Erasmus Koordinatorin. Diese ließ mich wissen, dass einige der von mir gewählten Kurse in dem anstehenden Semester, entgegen der Angaben auf der Universitätshomepage,  nicht stattfinden würden. Darum musste ich mich aber erst kümmern, als ich tatsächlich in Izmir war. Abgesehen davon musste ich für das Erasmus+ Programm einen online Sprachtest auf Englisch (vor Ankunft und Abreise) durchführen. Dessen Ergebnis ist aber nicht ausschlaggebend für den Antritt des Auslandssemesters.
Als deutsche Staatsbürgerin brauchte ich mich vorab nicht um ein Visum bemühen, da man als solche bis zu 90 Tage legal in der Türkei bleiben darf. In Izmir selbst muss man kurz nach Ankunft ein „Residence Permit“ im ortsansässigen Immigration Office beantragen. In der Orientierungswoche wird dies nochmal genauer besprochen und ein gemeinsamer Termin vereinbart. Dabei kann man sich voll und ganz auf die Mentoren und International Office Angestellten verlassen.
Ich buchte meinen Flug einen Monat vor meiner Abreise und konnte somit für einen guten Preis von circa 90 Euro fliegen. 
Kurz vor meiner Anreise bekam ich eine Email von meinem Mentor, einem Studenten der Yasar Universität, der mir als Ansprechpartner während des gesamten Semesters zur Verfügung stand.

Unterkunft

Die Yasar Universität bietet Plätze im Studentenwohnheim an. Diese sind jedoch nach Rücksprache mit dort lebenden Studenten nicht empfehlenswert. Man lebt zu zweit auf engem Raum, bekommt ein sehr spartanisches Frühstück, muss für frische Wäsche bezahlen und es herrscht strikte Geschlechtertrennung. In Anbetracht des kostspieligen Preises (circa 400€ monatlich) empfand ich es als sinnvoller eine WG zu beziehen. Circa 1½ Monate vor meiner Abreise trat ich einer Facebook Gruppe bei, die sich mit WGs in Izmir beschäftigte. Online hatte ich mich informiert, dass Bornova das Stadtviertel der Studenten ist, was nicht nur Uni-Nähe garantiert sondern auch eine gewisse Sicherheit bietet. In der Gruppe fand ich schnell eine Wohnung, die mir gefiel. Nach einem Skype Gespräch mit dem Vermieter bekam ich die Zusage. Die Miete betrug 240€ monatlich, was sich als eher hochpreisiges Zimmer herausstellte. Generell findet man Zimmer im Bereich von 160-260€, abhängig von Ausstattung und Zustand des Zimmers.

Studienverlauf

Das Semester startete mit einer Orientierungswoche, die ich jedoch leider nicht wahrnehmen konnte, da ich noch Klausuren in meiner Heim Uni absolvieren musste. Trotz allem konnte ich mich schnell an die neue Uni gewöhnen. Die erste Woche nach Start der Vorlesungen ist die sogenannte „Add & Drop Period“. Hier kann man Kurse ab- und neue dazu wählen. Ich war mit den gewählten Kursen zunächst sehr zufrieden, weshalb ich keine Änderungen vornahm.
Generell lehnt sich die Yasar Universität stark an das amerikanische Bildungssystem an. So existiert ein Notensystem von A bis D und es gibt sogenannte „Student Clubs“, in denen man verschiedenen Sportarten wie Basketball, Volleyball, Segeln und anderen Aktivitäten nachgehen kann. Es gibt in den meisten Kursen „midterm“ und „final exams“ sowie mehrere Hausaufgaben und Hausarbeiten. Anwesenheitspflicht herrscht in jeder Veranstaltung, wobei die Kontrolle dieser je nach strenge des Lehrenden variierte. Die Zeit, die ich insgesamt für die Uni investieren musste, empfand ich anfangs sehr hoch. Allerdings stellte sich schnell heraus, dass ich mit relativ geringem Arbeitsaufwand sehr gute Ergebnisse erzielen konnte, sodass sich meine anfänglichen Befürchtungen zu wenig Freizeit zu haben, nicht bewahrheiteten.
Prinzipiell gibt es eher Vorlesungen (keine Seminare), wobei aufgrund der geringen Anzahl an Studentinnen und Studenten, 2 meiner Vorlesungen Seminarcharakter hatten. Offiziell ist die Unterrichtssprache Englisch, was allerdings nicht immer vollkommen durchgesetzt wurde. Viele Studentinnen sprachen kein Englisch aus Angst Fehler zu machen, sodass in einigen meiner Kurse ab und an türkisch gesprochen wurde. Dadurch fühlte ich mich mehrmals fehl am Platz, da ich diese Sprache kaum beherrschte.

Alltag und Freizeit   

Izmir ist mit seinen 3,5 Millionen Einwohnern eine sehr junge und lebendige Stadt. Bornova und Alsancak bieten viele Möglichkeiten den Abend in studentischen Bars, Cafés und Restaurants ausklingen zu lassen oder auch einmal das Tanzbein zu schwingen. Der öffentliche Nahverkehr ist sehr gut ausgebaut. Die Universität liegt direkt an der Metro Station „Bölge“. Zudem fahren steht’s Busse und Dolmus (Großraum Taxis). Spät abends und nachts sollte man jedoch ein Taxi nehmen, da die Metro teilweise nicht mehr fährt. Die Preise für ein Taxi sind erschwinglich und man bezahlt von der Innenstadt bis nach Bornova umgerechnet 5 Euro. Die Lebensunterhaltungskosten sind in Izmir im Vergleich zu deutschen Städten gering. Es gibt mehrere Basare in der Woche und die Supermärkte haben alles was das Herz begehrt. Außer Haus Essen zu gehen ist ebenso erschwinglich, während man für Alkohol fast deutsche Preise bezahlt. Mit Englisch kommt man bei den Einheimischen nicht immer weiter. Wenn man aber ein paar Brocken türkisch lernt freuen sie sich riesig und versuchen einem immer weiter zu helfen, selbst wenn die Kommunikation schwierig ist.
Izmir ist ein guter Startpunkt für Ausflüge an den Strand (Cesme und Kusadasi), historische Plätze (Pamukkale, Ephesos, Hierapolis) oder Weinregionen (Sirince). Veranstalter bieten sogar Trips in das Uludag Gebirge (bei Bursa) zum Ski- oder Snowboardfahren an, was man in den Monaten von November bis Ende Februar wahrnehmen kann. ESN, die Studentenverbindung, bietet einige Ausflugsmöglichkeiten an, bei denen man kostengünstig viel erleben kann. Abgesehen von den bemerkenswerten Sehenswürdigkeiten, empfand ich die gemeinsamen Erlebnisse mit den verschiedenen Erasmusstudentinnen und -studenten am einprägsamsten.

Studienfach: Politik, Verwaltung und Organisation

Aufenthaltsdauer: 02/2017 – 06/2017

Gastuniversität: Yaşar Üniversitesi

Gastland: Türkei


Rückblick

Die Zeit in Izmir war unglaublich schön. Ich habe viele verschiedene Menschen mit verschiedenen kulturellen Hintergründen kennen lernen und mit ihnen tolle Erlebnisse teilen dürfen. Ich habe die Menschen in Izmir als unglaublich hilfsbereit, gastfreundlich und interessiert erlebt, was mich nachhaltig beeindruckt hat. Auch wenn ich mich in so manchem Unterricht schlecht aufgehoben gefühlt habe, wenn mal wieder türkisch gesprochen wurde, waren die Dozenten stets bemüht mich zu integrieren, oder mir wichtiges zu Übersetzen. Ich lege jedem der interessiert ist ein Erasmussemester in Izmir ans Herz. Hier kann man die moderne Türkei kennenlernen und eine großartige Zeit mit interessanten Menschen, bei tollem Wetter verbringen.

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