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Erasmus+ Erfahrungsbericht - Bahçeşehir Üniversitesi


Studienfach: Soziologie

Aufenthaltsdauer: 09/2016 – 01/2017

Gastuniversität: Bahçeşehir Üniversitesi

Gastland: Türkei

Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Die Vorbreitungen für den Gastaufenthalt in der Türkei sind einfacher als sie auf den ersten Blick scheinen mögen. Die Entscheidung ausgerechnet nach Istanbul zu gehen fiel relativ spontan, wennauch wohlüberlegt, da mich Kultur und Leute des Landes schon einige Zeit vorher interessiert haben. Nach meiner Entscheidung machte ich mich daran, auf der Internetseite meiner Heimuni nach der Erasmusabteilung zu suchen, was natürlich problemlos gelang und ich mental und praktisch damit begann die nötigen Formulare und Schritte, die bis zum Abschluss der Erasmusvereinbarung und dem Antritt des Auslandsaufenthaltes nötig waren, zu bearbeiten. Die zuständigen Erasmus-Leute an meiner Heimuni in Potsdam waren mir immer eine zuverlässige, freundliche und schnelle Hilfe bei Fragen zu Formularen. Etwas anders verhielt es sich mit der Gastuni in Istanbul. Bis eine Woche vor meiner Abreise nach Istanbul musste ich auf die Bestätigung des dortigen Erasmusverantwortlichen warten. Allerdings sind solche Verzögerungen im Nachhinein betrachtet kein Grund zur Sorge, solange man sich selbst darüber gewiss ist, alle nötigen Sachen und Formulare erledigt und eingereicht zu haben. Zu der etwas sorgloseren Mentalität der Istanbul jedoch später noch etwas mehr.

Studium an der Gastuniversität

Die Lehre an der Gastuni hatte ich mir anders vorgestellt. Da ich Soziologie und Philosophie im Land der Soziologen und Philosophen studiere, war ich etwas voreingenommen, was sich als sehr dummes Vorurteil herausstellen sollte. Alle drei Kurse die ich besuchte, waren innhaltlich reich an Erkenntnis und wurden von den jeweligen Dozentinnen sehr gut geführt. Die zu lesenden Texte waren sehr interessant, zeitlos und deshalb aktuell und wurden in dem Seminaren noch einmal verständlich aufbereitet und diskutiert. Das hat mir sehr gut gefallen.

Finanzierung

Finanzierung ist natürlich eine wichtige Angelegenheit, wenn man sich für einen Auslandsaufenthalt entscheidet. Ich hatte das Glück Auslandsbafög beantragen zu dürfen. Hier muss ich jedoch ausdrücklich warnen ! Achtung, Achtung ! Fangt so früh wie möglich damit an, das Auslandsbafög zu beantragen, auch wenn der Berg an Formularen erst einmal abschreckend wirkt. Nehmt euch die Zeit ganz zu Beginn der Vorbereitungen und leitet alle nötigen Dinge in Bewegung. Da ich hier ein wenig nachlässig war und das Auslandsbafög erst einige Wochen vor Beginn meiner Abreise bearbeitet hatte, saß ich in Istanbul die erste Zeit etwas auf dem Trockenen und war auf unangenehme Telefonate mit meinen Eltern angewiesen, in denen ich nach Geld fragen musste. Außerdem musste ich in Istanbul E-Mails an meine Professoren in Potsdam schreiben, um mir die nötigen Unterschriften für die jeweiligen Auslandsbafög-Formulare zu beschaffen. Das war etwas nervig, da man im Ausland eigentlich nicht mit solchen wirklich Unangenehmen Sachen seine Zeit vergeuden will und andere Dinge im Kopf hat. Macht nicht den selben Fehler, das ist unnötig.

Versicherung

Die Versicherung war nur ein kleines Übel und ich wurde nach kurzer Zeit der Recherche im Internet fündig und habe eine Auslandsversicherung bei der Hansemerkur abgeschlossen, die mich zirka 30 Euro im Monat gekostet hat. Manchmal bietet auch die Krankenkasse, bei der ihr in Deutschland versichert seid, einen Service für Sachen wie Auslandssemester an. Ein Anruf lohnt sich allemal.

Wohnungssuche

Die Wohnungssuche war aufregende und spannend, weil ich allerhand Wohnungen besichtigt habe und meine erste Nacht in der zuerst gewählten Wohnung voller Flöhe war. Den Morgen darauf verließ ich die Wohnung mit mit Flohbissen übersäten Beinen und schrieb in einer Sms meinen Mitbewohnern, dass ich mich nach einem anderen Zimmer umsehen werde. Nach einigem Hin- und Her, dem Besuch des Kammerjägers, der davon sprach, dass in dieser Art von Wohnung Flöhe immer wieder kommen würden, da sie sich im Holzboden versteckten, und meiner Entscheidung, in eine andere WG zu ziehen, erhielt ich von der Vermieterin sogar die Hälfte meiner bereits gezahlten Monatsmiete zurück. Hier muss ich ganz klar sagen, dass die Vermieterin und die Mitbewohner extrem nette und entspannte Leute ware, die genau so verwundert wie ich über die Flohepidemie waren und so gingen wir eher ungewollt getrennte Wege und wünschten uns alles Gute. Ich wurde schnell fündig nach einer neuen, nun flohfreien Wohnung und genoss meine Zeit von dem Zeitpunkt an sehr. Ich hatte ein zirka 15 Quadratmeter großes Zimmer mit Balkon in der Ömer Hayyam Caddesi, befindlich zwischen den Vierteln Beyoglu und Tarlabashi. Die perfekte Mischung zwischen schickem Innenstadtflair durch die alten, für den Charmé der Stadt sorgenden Gebäude rundum Beyoglu und der etwas ungeschönten, aber immer sicher anmutenden Gegend um Tarlabashi, deren Bewohner ich für sehr authentisch und aufgeschlossen hielt. Bei Bedarf, kann ich hier die Nummer meines Vermieters weitergeben.

Studienfach: Soziologie

Aufenthaltsdauer: 09/2016 – 01/2017

Gastuniversität: Bahçeşehir Üniversitesi

Gastland: Türkei


Rückblick

In Istanbul verbrachte ich alles in allem eine sehr schöne Zeit. Ich habe viele Leute kennengelernt und unter einigen von Ihnen sogar Freunde dazugewonnen, die ich vorhabe, in Zukunft in Istanbul zu besuchen, oder umgekehrt. Die politischen Unruhen, die zu dieser Zeit stattfanden, beeinträchtigten uns nur wenig, und hielten, so meine ich, niemanden davon ab, seinen Erasmusaufenthalt in vollen Zügen zu genießen. Die Leute in Istanbul arrangieren sich mit dem Chaos der Großstadt und sind immer freundlich, hilfsbereit und entspannt. Als großer Gegensatz zu Deutschland ist mir und auch anderen der etwas sorglosere Umgang mit Fristen und Verpflichtungen aufgefallen. Zum Beispiel wurden die Klausuren aller Unis um eine Woche verschoben, auf Grund des unerwarteten Schneefalls. Undenkbar in Deutschland, aber geschadet hat es im Endeffekt niemandem und alle genossen die schneebedeckte Stadt während der freien Zeit. Ich kann Istanbul in seiner ganzen Vielfalt nur weiterempfehlen.

Türkei

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