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Erasmus+ Erfahrungsbericht - Bahçeşehir Üniversitesi


Studienfach: Psychologie

Aufenthaltsdauer: 09/2016 – 06/2017

Gastuniversität: Bahçeşehir Üniversitesi

Gastland: Türkei

Vorbereitung des Auslandsaufenthalts

Als Halbtürkin, die in Deutschland lebt, hatte ich immer den Wunsch längere Zeit in der Türkei zu leben und die Kultur und das Land näher zu erforschen. Istanbul war für mich sehr gut geeignet, weil es eine Metropole ist, von der Freunde und Familie seit Jahren schwärmen. Als meine Universität dann eine Erasmusveranstaltung angeboten hat, habe ich teilgenommen und habe erfahren dass die Bahcesehir Universität in Istanbul eine Partnerschaft mit der Uni Potsdam hat.
Um mich für die Universität zu bewerben, verfasste ich ein Motivationsschreiben und füllte eine Onlinebewerbung aus. Die Frist ist übrigens am 31. Januar für das darauffolgende akademische Jahr. 
Man kann sich beim Erasmus+ Programm entscheiden, ob man ein Semester oder ein akademisches Jahr im Ausland studieren möchte – Ich habe mich für ein akademisches Jahr entschieden.
Als ich über per Mail über die Zusage informiert wurde, wusste ich, dass mich ein spannendes Jahr erwartet.
Nach der Zusage, muss man eine Online – Annahmeerklärung ausfüllen, und bis Mai die Online-Bewerbung an der Gastuniversität durchführen. Die Informationen hierzu habe ich von der Gastuniversität zugeschickt bekommen.
Als nächstes erwarteten mich einige weitere Dokumente, die ich bearbeiten musste. Dazu gehören das Learning Agreement BEFORE Mobility, Grand Agreement und ein OLS- Sprachtest. Für Hinweise zur Bearbeitung gab es im April erneut eine Informationsveranstaltung meiner Universität.
Für die Deutsch-Türken die einen Auslandsaufenthalt in der Türkei planen – ihr müsst trotz deutschem Pass kein Visum beantragen. Ihr könnt bei eurer Ankunft in der Türkei bei den türkischen Behörden ohne Bearbeitungsdauer die „Mavi Kart“ beantragen. Dazu muss ein Elternteil oder Großeltern eine bestimmte Zeit in der Türkei gelebt haben. Ihr braucht nur euren Reisepass/Ausweis bei der zuständigen Behörde vorzuzeigen. Die Bearbeitungsgebühr beträgt 20 Lira.
Zuletzt blieb vor meiner Einreise in die Türkei nur noch der Auslands-Bafögantrag übrig. Den stellt man übrigens nicht beim Studentenwerk Potsdam. Studentenwerke für das Auslandsbafög richten sich nach Land. Das Studentenwerk, das zuständig für die Türkei ist, ist das Studentenwerk Tübingen-Hohenheim.

Studium an der Gastuniversität

Anfang September bin ich dann in Istanbul angekommen. Die Bahcesehir Universität hat ein ausgeprägtes Buddy-Programm. Das heißt, dass jedem Studenten ein Student der Gastuniversität zugeteilt wird, der dich durch deine Anfangsphase im Gastland begleitet. Ich habe mich vor meiner Ankunft nicht um eine Unterkunft gekümmert und habe mir für die ersten Tage eine Wohnung per Airbnb gemietet. Das Buddy-Programm hat einige Tage nach meiner Ankunft ein erstes Treffen zum Kennenlernen organisiert. Alle Buddys und Erasmusstudenten haben sich auf ein Bier in einer Bar in Besiktas getroffen – im Viertel in dem auch die Uni ist.
Am nächsten morgen hat die Orientierungswoche angefangen. Es gab ein Programm für jeden Tag der Woche. Das Programm war so aufgeteilt, dass man jeden Tag ein wenig die Universität kennengelernt hat, einige Stunden Bürokratie erledigt hat, das heißt zum Beispiel Vorlesungen und Seminare wählen konnte oder für deutsche Studenten die Unterlagen für Aufenthaltserlaubnisse ausgefüllt hat und schließlich gab es irgendeinen besonderen Ort in Istanbul zu sehen und kulinarische Meisterwerke zu essen. Dazu gehöhrten zum Beispiel eine Bosphorus-Tour mit einer kleinen Fähre, ein Besuch der großen Moscheen in Eminönü und ganz viel Baklava (süße Nachspeise). Zudem gab es für alle ausländischen Studenten einen zwei-wöchigen Türkisch-Kurs, bei dem man gelernt hat, wie man sich in Istanbul aus Ausländer zurecht findet (Essen bestellen, nach dem Weg fragen, Smalltalk).
Sobald man übrigens die Fächer gewählt hat, muss man das Learning Agreement DURING Mobility ausfüllen und es von allen Seiten unterzeichnet an die Erasmuskoordination abgeben.
Über die Universität selbst kann man viele positive Dinge sagen: Zuallererst, sie befindet sich direkt am Bosphorus und in der Nähe der Bosphorus Brücke. Mehrere Terrassen ermöglichen einem einen unvergesslichen Ausblick. Die Universität ist eine Privatuni, und hat um die 30 Standorte auf der Welt, in Istanbul gibt es zwei Campi, eine in Besiktas und die andere in der Nähe des Taksimplatzes am Galataturm. Was mir im Kontrast zur Uni Potsdam aufgefallen ist, ist dass man viele Präsentationen halten und Paper schreiben muss. Außerdem habe ich in der Uni Potsdam eine Klausur für jede Vorlesung am Ende des Semesters, in der BAU hatte ich zum Teil pro Vorlesung zwei Midterms und eine Final Klausur, was ein bisschen Energieaufwendiger ist, weil man eigentlich ständig Klausurenphase hat, aber andererseits der Lernstoff in viel kleinere Teile aufgegabelt ist.
Bei manchen Kursen ist zwar angegeben, dass sie in Englisch unterrichtet werden, letztendlich entscheiden die Dozenten aber über die Unterrichtssprache. Bei Fragen rund um Erasmus und andere Probleme wendet man sich vor Ort am besten an die ESN-Gruppe, die den Aufenthalt mitorganisiert.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Betreffend meiner Sprachkompetenzen kann ich sagen, dass mein Türkisch sich erheblich verbessert hat (obwohl ich türkische Muttersprachlerin bin, hatte ich viele Ausdrucksprobleme). Mein Englischniveau ist zunehmend gleich geblieben, es kann sogar leider sein, dass es schlechter geworden ist, da das Bildungssystem in der Türkei keinen erheblichen Wert auf Englischkenntnisse legt, und deswegen nur die Dozenten der Universität wirklich fehlerfrei englisch sprechen.
Meine Mitbewohnerin, die vor ihrer Ankunft kein Wort türkisch konnte, hat hier einen Sprachkurs gemacht, der monatlich 250 Euro gekostet hat, drei Mal die Woche stattgefunden hat und ihr Niveau innerhalb von einem akademischen Jahr auf B2- türkisch gebracht hat. Sprachkenntnisse sind in Istanbul kein Muss, aber es öffnet einem dennoch sehr viele Türen und ermöglicht einem einen viel tieferen Einblick in die türkische Kultur und das Leben. Es erleichtert einem so einiges, seien es Ämterprozeduren oder Soziales Leben.

Wohn- und Lebenssituation

Bei meinem ersten Buddy-Treffen habe ich erfahren, dass es Erasmusunterkünfte in Besiktas gibt und bin in eine gezogen. Der Vorteil dieser WGs ist, dass man in eine Wohnung einzieht, in der schon alle Möbel vorhanden sind. Man mietet quasi Möbel mit und zahlt dafür eine kleine Summe mehr Miete.
Meine WG bestand aus 2 Deutschen Erasmusstudentinnen und einem türkischen Studenten. Die Universität war fußläufig in 10 Minuten zu erreichen.
Freizeitmöglichkeiten gibt es unzählige. Angefangen mit den Sehenswürdigkeiten, kann man in einem akademischen Jahr gar nicht alles abhaken. Empfehlenswert sind aber Galataturm, Galatabrücke, Fisch essen in Eminönü, die großen Moscheen, z.B. die Blaue Moschee besuchen, auf die zahlreichen Basare und Märkte gehen. Raki trinken in einem Meyhane irgendwo am Bosphorus in Begleitung von türkischer Live-Musik, den Mädchenturm besuchen, Tee trinken und Simit essen auf einer Fähre, einen langen Spaziergang in Bebek machen, Museum of Modern Art besuchen, die Schlösser besuchen gehen, z.B. Dolmabahce, Beylerbeyi, Kebab essen gehen, durch den Gülhane park laufen, im Bebek Park vor den Fischerbooten lesen, und Kumpir in Ortaköy essen gehen.
Zudem gibt es die bekannte Frühstücksstraße in Besiktas bei der man mindestens einmal in einer kleinen Gruppe hingehen muss und möglichst viel von den kulinarischen Malzeiten probieren muss – es lohnt sich wirklich.
Das ESN bietet zudem regelmäßig Reisen in andere Städte in der Türkei zum Kleinen Preis an. Bei diesen Reisen sollte man auf jeden Fall teilnehmen, man lernt unfassbar viel Kultur kennen. Uns wurden Reisen nach Kapadokya, Butterfly Valley oder Trabzon angeboten.

Studienfach: Psychologie

Aufenthaltsdauer: 09/2016 – 06/2017

Gastuniversität: Bahçeşehir Üniversitesi

Gastland: Türkei


Rückblick

Rückblickend kann ich sagen, dass sich der Erasmus-Aufenthalt in Istanbul wirklich sehr gelohnt hat. Ich habe sehr viele neue Freunde gefunden, habe viel über das Land und seine Kultur erfahren und freue mich in Zukunft darauf die Türkei öfter zu besuchen.
 Das Erasmus+ Programm ist sehr gut organisiert und auch wenn man zunächst von der Bürokratie abgeschreckt ist, wird man Schritt für Schritt durch alle Abschnitte geleitet und regelmäßig erinnert. Als einzigen negativen Punkt muss man sagen, dass die Türkei sich gerade im politischen Wandel befindet. Zu meiner Zeit in Istanbul gab es mehrere Anschläge und Warnungen. Trotz allem würde ich den Aufenthalt jeder Zeit wiederholen. Die Gastuniversität ist sehr gut gesichert, die Universität Potsdam bietet einem bei Gefahr jeder Zeit an zurück an die Universität zu kommen.

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