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Erasmus+ Erfahrungsbericht - Univerzita Karlova


Studienfach: Politik- und Wirtschaftswissenschaften

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 02/2017

Gastuniversität: Univerzita Karlova

Gastland: Tschechien

Vorbereitung auf den Auslandsaufenthalt

Bereits zu Beginn meines Studiums an der Universität Potsdam hatte ich den Entschluss gefasst, ein oder zwei Semester im Ausland zu studieren. Da dies laut Studienverlaufsplan für das fünfte Semester vorgesehen war, nahm ich im November des Vorjahres 2015 Kontakt mit der Erasmus-Koordinatorin der WiSo-Fakultät auf. Im Gespräch konnte sie mir alle Fragen zufriedenstellend beantworten und mir den genauen Ablauf der Bewerbung erläutern. Die Homepage der Universität Potsdam beschrieb ebenfalls sehr detailliert, welche Schritte und welche Fristen ich zu beachten hatte. Hier fand ich auch eine Übersicht über die möglichen Länder für „Erasmus+“. Generell hatte ich kein genaues Ziel, wohl aber Lust auf ein mittel- oder osteuropäisches Land und entschied mich bei meiner Bewerbung für die Universitäten in Tartu, Prag und Warschau. Im Januar 2017 bekam ich dann schließlich die Bestätigung für einen Austauschplatz an der Universität Prag. In den folgenden Monaten wurde ich durch zwei Erasmus-Informationsveranstaltungen, sowie einem Ehemaligen-Treffen umfangreich auf den Auslandsaufenthalt vorbereitet. Frau Kettmann skizzierte alle wichtigen Themen rund um Erasmus+, z.B. die Learning Agreements, Stipendien, Sprachförderung, Beurlaubung, Versicherungen, Anerkennung der erbrachten Leistungen sowie den Ablauf im Allgemeinen. Mitte März nahm dann auch die Universität Prag Kontakt zu mir auf und beschrieb mir den genauen Ablauf der Bewerbung, auch hier sehr detailliert und nachvollziehbar. Wichtig waren die Online-Bewerbung (die dann ausgedruckt von der Universität Potsdam bestätigt werden musste) inklusive englischem Sprachnachweis und Auflistung aller bisher erbrachten Leistungen, sowie das Learning Agreement. Für letzteres wurde mir eine Übersicht aller englischsprachigen Kurse der sozialwissenschaftlichen Fakultät zugesandt. Ich bekam ebenfalls das Angebot, bereits einen Monat früher, also Ende August, nach Prag zu reisen, um an einem 4-wöchigen Tschechisch-Intensivkurs teilzunehmen, was ich aber nicht wahrgenommen habe. Anfang September wurde mir der Ablauf der Orientierungswoche mitgeteilt.

Studium an der Gastuniversität

Nach meiner Ankunft in Prag nahm ich an der obligatorischen Einführungsveranstaltung teil, bei der ich nützliche Informationen bezüglich des öffentlichen Nahverkehrs, der universitären Einrichtungen sowie der Kurseinschreibungen bekommen habe. Am nächsten Tag konnte ich mich offiziell registrieren und bekam meinen Studierendenausweis sowie meine Zugangsdaten für das Online-Anmeldesystem der Universität ausgehändigt. Alles verlief sehr strukturiert. Allerdings waren die meisten meiner Kurse, die ich mir einige Monate vorher für mein Learning Agreement herausgesucht hatte, entweder nicht mehr verfügbar oder bereits vollständig ausgebucht. Das war ziemlich ärgerlich, da ich einige Zeit in die Kurssuche investiert hatte. Es war zwar durchaus möglich, einen Wartelistenplatz einzunehmen, da sich diese aber nur langsam veränderten (meist zwei bis drei Wochen nach Studienbeginn), musste ich mein Learning Agreement nichtdestotrotz vollständig überarbeiten und erneut von der Universität Potsdam gegenzeichnen lassen. Von meiner ursprünglichen Kursauswahl konnte ich nur einen Kurs schlussendlich auch belegen.
Insgesamt waren die Kurse sehr gut organisiert. Zu jedem meiner belegten Kurse fand ich eine ausführliche Online-Beschreibung im „Student Information System“ der Universität. Hier konnte ich den Syllabus einsehen, auf die erforderlichen Texte zugreifen, die Prüfungsanforderungen nachlesen, mich später für die Prüfungen anmelden, sowie mit meinen Dozenten kommunizieren. Zudem konnte ich hier Ort und Zeit der Vorlesungen und Tutorien einsehen, gerade der Ort war sehr wichtig, da sich die Universität in über 60 Gebäuden über die gesamte Stadt verteilt und es keinen zentralen Campus gab. Die Mehrzahl der Bachelorkurse (zumindest in der sozialwissenschaftlichen Fakultät) wurde in tschechischer Sprache unterrichtet, die Masterkurse fast ausschließlich in englischer Sprache. Daher war ich gezwungen, Masterkurse zu belegen und kann so keinen Aussagekräftigen Vergleich zu den Bachelorkursen der Universität Potsdam herstellen. Meine Kurse waren interessant aber auch ziemlich arbeitsintensiv, was Vor- und Nachbereitung betraf. Ich hatte mich allerdings weder unter- noch überfordert gefühlt. Erfordert waren eine Midterm-Prüfung (meiste eine Präsentation oder ein Essay) und eine Abschlussprüfung (Essay oder Klausur). Die Leistungsbewertung ist weniger differenziert als in Deutschland, es gibt die Noten 1, 2 und 3 (A, B und C), sowie „nicht bestanden“. Das Studienklima habe ich als sehr gut empfunden. Trotz der zeitintensiven Vor- und Nachbereitung hielt sich der Zeitaufwand insgesamt in Grenzen. Meine Kurse fanden (bis auf den Sprachkurs) nur einmal wöchentlich statt und so blieb viel Zeit für außeruniversitäre Aktivitäten. Die Nationalitäten meiner Kommilitonen waren bunt durchmischt, wobei Deutsche (neben Tschechen) stets den größten Anteil stellten.
Die Betreuung durch die ansässigen Verwaltungsmitarbeiter und Dozenten verlief ebenfalls sehr zufriedenstellend, meine Anfragen wurden stets schnell (meist innerhalb eines Tages) beantwortet. Die, von einheimischen Studierenden organisierten und betreuten, Kultur- und Freizeitveranstaltungen waren gut strukturiert und sehr interessant. Ich habe an einigen Tagesausflügen zu Ortschaften außerhalb Prags teilgenommen, die mir weitreichende Einblicke in die tschechische Kultur eröffneten. Ich hatte mich vor meiner Ankunft für das Buddy-Programm angemeldet und auch sofort einen Buddy bekommen. Leider war sie im ersten Monat nach meiner Anreise nicht in Prag und danach hatten wir nur sehr sporadisch Kontakt (ich hatte die Stadt schon recht gut kennengelernt), sodass wir uns nie persönlich getroffen haben. Zu der technischen Ausstattung der Uni kann ich wenig Auskunft geben, da ich nie Bibliotheken, Computerpools und oder Mensen benutzt habe. Da sich die universitären Einrichtungen über die ganze Stadt verteilen, ist dies bei den Bibliotheken und Kantinen natürlich ebenso der Fall. Das öffentliche Nahverkehrssystem in Prag ist sehr gut ausgebaut, alle Einrichtungen lassen sich schnell erreichen. Zudem ist ein Studierendenticket sehr preiswert (ca. 50€ für 5 Monate). 
Das Freizeit- und Kennlernprogramm der Orientierungswoche war stark auf Erasmus-Studierende zugeschnitten. Die Veranstaltungen, Ausflüge und Partys wurden zwar von einheimischen Studierenden organisiert und betreut, teilgenommen haben aber fast ausschließlich ausländische Studierende. So habe ich in den ersten Wochen viele neue Menschen kennengelernt und es hat sich schließlich eine feste Gruppe herausgebildet, mit der ich in den folgenden Monaten viel unternommen habe. Tschechen waren nicht dabei. Einzig in meinem Volleyballkurs der Universität bin ich in den regelmäßigen Kontakt mit einheimischen Studierenden gekommen, die gemeinsamen Aktivitäten haben sich aber auf den Sportkurs beschränkt. Ich hatte anfangs aktiv nach einer tschechisch-sprachigen WG gesucht, bin aber nicht fündig geworden.

Sprachkompetenz vor und nach dem Aufenthalt

Bereits vor meinem Auslandssemester hatte ich den Englischkurs UniCert IV/2 der Universität Potsdam erfolgreich abgeschlossen und konnte meine Sprachkenntnisse hier weiter festigen, da ich in meinen Kursen ausschließlich und in meiner Freizeit überwiegend Englisch gesprochen habe. Zudem habe ich erfolgreich an dem Sprachkurs Tschechisch A1 der Universität Prag teilgenommen, was mir eine gute Einführung in die Sprache gegeben hat. Ich fand es angebracht, sich in einem fremden Land mit der Sprache auseinanderzusetzen und zumindest ein kleines Basiswissen aufzubauen. Einfache Konversationen – beim Einkaufen oder im Restaurant – konnte ich führen. Allerdings habe ich ansonsten – wie erwähnt – außerhalb der Universität kaum Tschechisch gesprochen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Tschechen, sobald sie merken, dass ich kein tschechischer Muttersprachler bin, auf Englisch wechseln. Deutsch wird ebenfalls viel in Prag gesprochen. Ich empfehle auf jeden Fall dennoch, fremde Menschen auf Tschechisch anzusprechen, z.B. beim Essen bestellen oder nach dem Weg fragen. Der oder die Gegenüber antwortet  meist direkt freundlicher.

Wohn- und Lebenssituation

In meiner Bewerbung hatte ich einen Wohnheimplatz abgelehnt, nachdem ich sehr gespaltene aber überwiegend negative Rezensionen gelesen hatte. Freunde, die hier im Wohnheim gelebt hatten, waren auch größtenteils unzufrieden. Da ich aber selbst keines besucht habe, möchte ich hier keine Meinung vorwegnehmen.  Bei meiner Wohnungssuche hatte ich recht viel Glück, circa einen Monat vor meiner Abreise hatte ich zwei Tage lang konsequent Menschen, die ein Zimmer anbieten, auf Facebook angeschrieben. Dafür hatte ich diverse „Flatshare“ Gruppen genutzt und war schließlich nach zwei Tagen fündig geworden. Meine WG lag sehr zentral in Prag 2 und war verkehrstechnisch gut angebunden. Die Miete entsprach mit umgerechnet 350€ ungefähr dem Prager Mietspiegel (für die Innenstadt). Ich hatte einen deutschen und einen amerikanischen Mitbewohner. Wir haben viel gemeinsam unternommen. Das – bereits erwähnte – Studierendenticket lohnt sich auf jeden Fall. Für umgerechnet 50€ für fünf Monate lassen sich sämtliche öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Es gibt zudem einen gut ausgebauten Nachtbetrieb. Sollte dies mal nicht ausreichen, kann ich die preiswerte Taxi-App „uber“ sehr für Prag empfehlen.
Nach meiner Ankunft in Prag sollte ich mich innerhalb von 30 Tagen bei der Polizei registrieren, sowie meine Krankenkassenkarte anerkennen lassen. Dazu gibt es dann aber weitere Informationen im Rahmen der Einführungswoche. Die Lebenserhaltungskosten sind relativ niedrig, neben den bereits erwähnten Miet- und Nahverkehrskosten, liegen die Lebensmittelkosten leicht unter denen in Deutschland. Als Richtwert: Im Restaurant essen kostet ungefähr 10€. Die Sportangebote der Universität waren sehr umfangreich und auch Prag selbst biete zahlreiche Möglichkeiten zur Freizeit- und Abendgestaltung. Es gibt viele verschiedene Parks, Clubs, Bars, Theater, Restaurants, sowie gute Lernmöglichkeiten. Sehr empfehlen kann ich das „Cafedu“ beim Nationalhistorischen Museum.

Studienfach: Politik- und Wirtschaftswissenschaften

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 02/2017

Gastuniversität: Univerzita Karlova

Gastland: Tschechien


Rückblick

Mir hat das Semester in Prag sehr gut gefallen. Auch wenn ich fast ausschließlich im Kontakt mit anderen Austauschstudierenden stand, so glaube ich doch, einen tiefen Blick in die tschechische Kultur bekommen zu haben. Die Kulturabende und -veranstaltungen des „International Club“ – organisiert von einheimischen Studierenden – haben mir dabei sehr geholfen, auch um neue Menschen kennenzulernen. Ich kann nachfolgenden Studierenden sehr empfehlen, diese wahrzunehmen. Ich empfehle zudem, sich wenigstens einige Phrasen der tschechischen Sprache anzueignen, da es das tägliche Leben angenehmer macht und überdies als Gast im Land mehr als angemessen ist.  Man sollte sich auch schnellstmöglich um ein Studierendenticket kümmern. Einzeltickets werden auf Dauer teuer und es wird sehr konsequent kontrolliert. Abschließend finde ich die gute Prager Lage erwähnenswert. Busfahrten in umliegende, aber auch weiter entferntere Städte, wie z.B. Budapest, Dresden, Krakau oder Wien, sind sehr preiswert und bieten eine gute Abwechslung. In diese und andere Städte werden auch Wochenendausflüge von der Universität angeboten.

Tschechien

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