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Univerzita Karlova 2015/16

Da für mich schon vor Studienbeginn feststand, dass ich ein Auslandssemester absolvieren möchte, hatte ich mich bereits im Voraus mit dem Konzept des ERASMUS Programms der EU auseinandergesetzt. Über die Infoveranstaltung des Akademischen Auslandsamts der Uni-versität Potsdam und den Informationen, die auf der Website der Universität Potsdam be-reitgestellt werden, habe ich die Details zum ERASMUS+ Programm und dem Bewerbungsab-lauf an der Universität Potsdam erfahren. Nachdem ich mich meine Bewerbung bei dem Ko-ordinator der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät eingereicht hatte und für die Karls Universität nominiert wurde, vergingen einige Monate ehe sich die Erasmus Koor-dinatorin der Karls Uni Prag mit mir in Verbindung gesetzt hatte. Mir wurden Informationen zum weiteren Bewerbungsverlauf und den einzureichenden Unterlagen zugeschickt. Alle wichtigen Informationen zu Bewerbung und Ankunft findet man aber auch auf der Website der Karls Uni: http://www.cuni.cz/UKEN-145.html. Einzuschicken waren ein Bewerbungs-formular, eine Leistungsübersicht sowie das Learning Agreement.

Der Kontakt mit dem Erasmus Koordinationsbüro (sowohl in Potsdam als auch in Prag) ver-lief sehr gut: Meine Emails wurden stets zeitnah und hilfreich beantwortet.


Studium an der Gastuniversität

Studienfach: Politik und Wirtschaft

Aufenthaltsdauer: 09 /2015 – 02 /2016

Gastuniversität: Karls Universität Prag

Gastland: Tschechien

Das Studium an der Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Karls Universität in Prag ist ein bisschen anders als das in Potsdam. Auch hier haben die Kurse meist zwischen fünf und sie-ben credits, was bedeutet, dass man circa fünf Kurse im Semester belegt. Allerdings sind die meisten Kurse sehr klein gehalten, sodass ich mich oft an eine Schulklasse erinnert gefühlt habe. Ich fand dies sehr positiv, da es dadurch öfter zum Dialog zwischen den Studierenden und den Dozierenden kam. Es ist auch nicht unüblich Hausaufgaben aufzubekommen (be-sonders in den wirtschaftlichen Kursen), die auch benotet werden und in die Gesamtnote miteinfließen. In den Politik Kursen gab es sehr viel Lektüre zu lesen, die auch manchmal durch Kurztests am Anfang der Unterrichtsstunde abgefragt wurde. Das ist aber von Do-zent*in zu Dozent*in anders. Insgesamt fand ich das Studium während des Semesters an-spruchsvoll, da es sehr zeitaufwendig war. Die Prüfungsphase am Ende des Semesters ist dafür dann aber nicht so intensiv wie zum Beispiel in Potsdam. Die Endprüfungen machen meist maximal 50% der Gesamtnote aus und gehen selten über den gesamten Stoff des Se-mesters. Die Notenvergabe ist allgemein sehr großzügig. Ich persönlich habe es als sehr leicht empfunden sehr gute Noten zu erhalten, sowohl in den Bachelor als auch Masterkur-sen, die ich belegt hatte.

Allgemein empfand ich das Studienklima als sehr angenehm. Das Verhältnis der Studieren-den zu den Dozierenden schien mir familiärer als es in Deutschland der Fall ist. Das einzige Störende ist die zerstreute Lage der Unigebäude. Da die Fahrtzeit vom einen Campus zum nächsten durchaus eine halbe Stunde betragen kann, es zwischen den Unterrichtsstunden jedoch nur ein Zeitfenster von 10 Minuten gibt, schränkt dies die Auswahlmöglichkeiten der Kurse, die man gerne belegen möchte, ein.

Die technische Ausstattung der Karls Universität ist nicht so gut wie die der Universität Pots-dam, genügt jedoch trotzdem vollkommen. Die Bibliotheken habe ich eigentlich nicht ge-nutzt, da ich am liebsten zu Hause lerne und hauptsächlich mit online Quellen, bzw. mit onli-ne verfügbaren Quellen gearbeitet habe.

Auch die Mensen, von denen meinem Wissen nach jeder Campus eine besitzt, habe ich nicht genutzt, da das vegetarische Angebot sehr kümmerlich ist. Es gibt nicht jeden Tag eine vege-tarische Alternative und wenn es sie gibt, dann handelt es sich meistens um eine Süßspeise, wie z.B. Milchreis. Dafür ist das Angebot an vegetarischen und veganen Restaurants und Ca-fés in Prag umso größer.

Studienfach: Politik und Wirtschaft

Aufenthaltsdauer: 09 /2015 – 02 /2016

Gastuniversität: Karls Universität Prag

Gastland: Tschechien

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Ich hatte hauptsächlich mit anderen internationalen und vor allem anderen Erasmus Studie-renden Kontakt. Ich habe genau einen tschechischen Freund gefunden und den lernte ich auf einer Kulturveranstaltung, also außerhalb der Uni, kennen. Auch hier schien sich eine Erasmus Blase zu bilden und so blieben Internationale und Einheimische eher jeweils unter sich. Mich hat das aber nicht gestört, denn inspirierende, liebe Menschen trifft man ja trotzdem.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Vor meinem Auslandsaufenthalt konnte ich kein Wort Tschechisch. Nun, nach einem Semes-ter Tschechisch Unterricht und 4-5 Monaten Leben in Prag würde ich mich auf A1 Niveau einschätzen. Ich komme gut durch den Alltag und weiß das Nötigste zu sagen bzw. zu fragen. Ich wäre jedoch nicht in der Lage ein richtiges Gespräch zu führen.

Wohn- und Lebenssituation

Ich habe mich von Anfang an eigenständig um eine private Unterkunft gekümmert, da die Studentenzimmer ausschließlich Doppelzimmer sind und die Wohnheime einen eher schlechten Ruf (weil sehr dreckig und alt) haben. Nach langem Suchen auf diversen Facebook Seiten und Gruppen, bin ich schließlich in einer fünfer WG im Prager Süden untergekommen. Ich bin auch spontan für zwei Tage nach Prag gefahren, um mir ein paar Wohnungen anzusehen, da es sich durch die geografische Nähe gut angeboten hat, aber prinzipiell genügt vielen auch ein Skype Interview.

Prag verfügt über ein sehr gutes öffentliches Verkehrsmittelnetz. Im Prinzip ist alles in maxi-mal 30 Minuten erreichbar. Mit dem Studentenausweis ist die Nutzung außerdem sehr günstig. Wer allerdings sehr zentral wohnt, braucht dies vielleicht gar nicht, da Prag wirklich sehr überschaubar ist und man vor allem im Zentrum auch gut und schnell zu Fuß vorankommt.

Die Tschechische Republik hat keinen Euro sondern tschechische Kronen. Es gibt wohl deut-sche Banken, die kostenfreies Abheben und Zahlen per Karte anbieten, meine tut das nicht. Daher habe ich ein tschechisches Konto eröffnet und einen recht großen Betrag, der für das ganze Semester reichte, von meinem deutschen Konto überwiesen. Ich hatte ein sehr gutes Angebot von der Raiffeisenbank (https://www.rb.cz/en/personal), aber auch die ČSOB (https://www.csob.cz/portal/people) soll sehr gute Angebote für Studierende haben.

Was die Krankenversicherung betrifft, so sollte man eigentlich keine Probleme haben, solange man eine Europäische Versichertenkarte besitzt. Allerdings bin ich trotzdem bei vielen Arztpraxen abgewiesen worden. Also am besten einfach nicht krank werden.

Meine Lebenshaltungskosten beliefen sich auf circa 500 bis 600 Euro im Monat. Man kann aber durchaus kostengünstiger in Prag leben. Meine Miete war mit ungefähr 315€ für Prager Verhältnisse nämlich recht hoch und ich habe mir auch vielerlei kulturelle Veranstaltungen, wie Ausstellungen, Konzerte, Partys und Festivals gegönnt. Prag hat in dieser Hinsicht wirklich eine ganze Menge zu bieten! Ich habe die Stadt als sehr lebendig empfunden vor allem im Verhältnis zu ihrer Größe. Es ist wirklich jedes Wochenende etwas Aufregendes geboten und auch unter der Woche kann man gut ausgehen. Der International Club der Karls Uni bietet auch viele Events und Reisen sowie Tagesausflüge an. Das Angebot habe ich aber kaum genutzt, da mir der klassische Erasmus Charakter der Veranstaltungen nicht so zusagte.


Rückblick

Ich hatte eine wundervolle Zeit in Prag! Ich habe viele neue, nette Menschen kennengelernt und auch einige gute Freundschaften geschlossen. Die Stadt ist unglaublich charmant mit ihren vielen kleinen Gassen, der Moldau und der Architektur, die an das 19. Jahrhundert erinnert. Es gibt wirklich viel zu entdecken und im Gegensatz zu mancher deutschen Stadt kann man sich das auch leisten.

Ich habe bis auf die Probleme mit der Aufnahme in einer Allgemeinarztpraxis keine schlechte Erfahrung in Prag oder mit den Tschechen gemacht. Zwar fällt es schon auf, dass die Tschechen, vor allem im Dienstleistungssektor bzw. in Service Berufen zu Unfreundlichkeit gegen-über Nicht – Tschechisch Sprechenden neigen, jedoch gewöhnt man sich schnell daran und kann darüber vielleicht auch lachen. Ich habe die unhöflichen Abweisungen oder Reaktionen jedenfalls meist mit Humor genommen. In der Umkehrung ist mir auch sehr oft mit großer Hilfsbereitschaft begegnet worden, wenn ich ein paar wenige Brocken Tschechisch hervor-brachte.

Insgesamt kann ich einen Auslandsaufenthalt über das Erasmus Programm uneingeschränkt empfehlen. Eine Zeit lang im Ausland zu verbringen erweitert stets den persönlichen Horizont und öffnet den Blick für Neues. Ebenso kann ich Prag als Zielstadt empfehlen. Ich habe mich in der Stadt willkommen und gut aufgehoben und gegen Ende hin sogar zu Hause gefühlt.

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