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Universidad de Valladolid 2013/14

Als ich 2011 angefangen habe in Potsdam BWL zu studieren, hätte ich nie gedacht, dass es mich einmal für ein halbes Jahr nach Spanien verschlagen würde. Im 3. Semester bemühten sich auf einmal alle um ein Auslandssemester und auch ich wurde von der Idee angesteckt. Wenig später kam dann die Zusage für ein Auslandssemester in Valladolid. Folgende typische Fragen wurden mir fortan gestellt: „Wie kommt man denn darauf, als BWL Student nach Spanien zu gehen!?“, „Was, du kannst noch kein Spanisch!?“, „Wohin gehst du? Vallado-WAS!?“. Erst da fing ich an, mir bewusst zu werden, was das alles überhaupt bedeutete und was ich mir da „eingebrockt“ hatte. Ich als BWL Studentin, fast ohne ein Wort Spanisch zu sprechen (denn ich hatte lediglich einen Anfängerkurs abgeschlossen), wollte für ein halbes Jahr in ein fremdes Land. Ganz alleine. Aber ich kann alle beruhigen, ES GEHT. Und es macht riesigen Spaß!  


Valladolid

Studienfach: Betriebswirtschaftslehre

Aufenthaltsdauer: 09 /2013 – 02 /2014

Gastuniversität: Universidad de Valladolid

Gastland: Spanien

Valladolid ist mit seinen 300.000 Einwohnern keine riesige Metropole, für eine Studentenstadt hat es jedoch die perfekte Größe. Man kann alles zu Fuß erreichen, die Uni liegt ca. 20 Minuten zu Fuß vom Zentrum entfernt, man hat genügend Möglichkeiten seine Freizeit zu gestalten und es begegnen einem immer wieder bekannte Gesichter auf der Straße, was ich persönlich super finde.

In Castilla y Leon wird das reinste Spanisch gesprochen wird, weshalb diese Region auch beliebt für ein Auslandssemester ist. Man ist aber wirklich gezwungen, Spanisch zu sprechen. Denn in Valladolid, das sollte man wissen, kommt man mit Englisch nicht sehr weit. Sachen, die mit dem alltäglichem Leben zu tun haben, müssen auf Spanisch geklärt werden. Ob im Supermarkt, im Handyladen, auf der Straße oder auch in Bars oder Restaurants, fast keiner spricht Englisch.

Die Stadt ist so gut wie gar nicht touristisch geprägt und man hat die Möglichkeit das echte spanische Leben kennenzulernen - mit all seinen Traditionen und Gewohnheiten. Von der Siesta bis hin zu außergewöhnlichen Tapas Spezialitäten und Festen. Anfang September finden die Ferias in Valladolid statt, ein einwöchiges Festival, welches wirklich alle Menschen auf die Straße lockt. Die ganze Stadt wird geschmückt und es wird von morgens bis abends gefeiert. Wirklich toll und auf jeden Fall mitzunehmen!

Studienfach: Betriebswirtschaftslehre

Aufenthaltsdauer: 09 /2013 – 02 /2014

Gastuniversität: Universidad de Valladolid

Gastland: Spanien

Anreise

Valladolid hat zwar seinen eigenen kleinen Flughafen, von Deutschland aus ist es jedoch günstiger, nach Madrid zu fliegen und von hier aus entweder mit dem Bus oder mit dem Zug weiter nach Valladolid zu fahren.

Die ALSA Busse fahren mehrmals täglich direkt vom Flughafen (T4) nach Valladolid. Die Fahrt dauert ca. 3 Stunden und kostet nur ca. 15 €. Die Tickets können vorher im Internet oder direkt vor Ort am Schalter gekauft werden. Der Bus kann jedoch auch voll sein, daher würde ich empfehlen sie im Voraus online zu buchen. Unter http://www.alsa.es/ findet ihr die nötigen Informationen.

Mit dem Zug geht es etwas schneller ist aber auch etwas teurer. Man muss erst mit der Metro zum Bahnhof Charmatin fahren. Mit dem Schnellzug dauert es von hier aus nur eine Stunde, mit dem normalen Zug braucht man jedoch auch knapp 3 Stunden nach Valladolid (Campo Grande). Die Preise variieren dementsprechend. http://www.renfe.com/

Wenn man viel Gepäck hat, stellt der Bus meiner Meinung nach die deutlich bequemere und auch billigere Variante dar.

In Valladolid angekommen empfiehlt es sich, einen der vielen Handyläden aufzusuchen und sich eine spanische SIM Karte zu kaufen. Hier gibt es verschiedene Angebote mit Internet, Freiminuten und Frei-SMS. 

Wohnungssuche

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Wohnung zu finden. Bei der Online Anmeldung an der Uni kann man angeben, ob die Uni einem bei der Wohnungssuche behilflich sein soll. Es wird einem dann per Mail der Kontakt zu den Vermietern vermittelt. Ich persönlich habe das Angebot in Anspruch genommen, da ich so mit der Sicherheit, eine Wohnung zu haben, einen erleichterten Start vor Ort hatte. Diese Wohnungen sind meist nahe zur Uni gelegen und sind auch sehr preiswert (um die 180 € plus Nebenkosten). Aber lasst euch auf jeden Fall Fotos zuschicken! Auch bei Facebook gibt es einige Erasmus Gruppen, in denen gelegentlich Wohnungsanzeigen gepostet werden. Man kann natürlich auch direkt vor Ort auf Suche gehen und sich so selbst ein Bild machen, im Casa de Estudiante liegt ein großer Ordner, voll mit Annoncen und in Valladolid mangelt es auch definitiv nicht an freien Wohnungen bzw. Zimmern!! Von der Anmietung eines Zimmers im Studentenwohnheim würde ich jedoch abraten, da diese sehr spärlich ausgestattet und für spanische Verhältnisse sehr teuer sind. 

Universität

Bevor die Uni richtig losgeht, hat man einige organisatorische Dinge zu erledigen. Es ist daher ratsam, erst einen Tag vor Semesterstart anzureisen. Der erste Weg führt ins Casa de Estudiante, wo alles Organisatorische geregelt wird. Zunächst einmal muss man sich dort bei Fatima melden, die dann die weiteren Sachen mit einem durchgeht. Hier bekommt man den Namen seines Koordinators, seinen Studentenausweis und Infomaterial zur Uni und zur Stadt. Ob Probleme mit dem Learning Agreement, Fragen zur Kurswahl oder sonstiges, es wird einem immer geholfen. Viele Sachen erfährt man auch am Orientierungstag, welcher in der ersten Woche stattfindet.

Im Casa hat man auch gleich die Möglichkeit die ESN Karte für 10 € zu kaufen. Ausflüge, Partys und neue Bekanntschaften sind somit garantiert! Es wird alles von einheimischen Studenten organisiert. Das Team ist wirklich klasse und engagiert. Auch wenn man mal Fragen hat, stehen sie einem immer zur Verfügung. 

Es gibt verschiedene Uni Standorte, die meisten Fakultäten liegen aber dicht beieinander.

Das System an der Uni unterscheidet sich etwas von dem deutschen. Meist hat man einen Kurs jeden Tag in der Woche. Die meisten Professoren sind wirklich sehr nett und nehmen Rücksicht auf die Erasmusstudenten. Es heißt aber nicht, dass man einen Sonderstatus hat und es wird schon erwartet, dass man seine Leistungen abliefert. Für jede Fakultät gibt es Erasmuskoordinatoren, welche sich bestens mit dem Fachbereich auskennen und für spezielle Fragen, welche die fachspezifischen Kurse angehen, aufgesucht werden können. Auch das Learning Agreement muss von ihnen abgeglichen und unterschrieben werden. Vor der Ankunft wird das vorläufige Learning-Agreement ja schon an die Gastuni geschickt. Es ist aber überhaupt kein Problem die Kurse vor Ort noch einmal zu ändern. So hat man die Möglichkeit erstmal in die einzelnen Kurse hineinzuschnuppern und sich dann erst endgültig festzulegen. Hierfür sollte das „Changes-Formular“ unbedingt mitgebacht werden. Ich habe im Endeffekt keinen von meinen ursprünglich ausgeguckten Kursen belegt, und es war überhaupt kein Problem. 

Sprachkurse

Im Centro de Idiomas werden von der Uni semsterbegleitende Sprachkurse angeboten (200 € für 40 Std.). Man kann zusätzlich vor Beginn des Wintersemesters im September einen Intensiv-Kurs belegen. Der sprachliche Einstieg wird einem so erleichtert und man lernt auf Anhieb andere Erasmusstudenten kennen. Kann ich einem also echt nur ans Herz legen, vor allem wenn man sprachlich noch nicht ganz fit ist. So habe ich am Ende das Niveau B1 abgeschlossen und bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. 

Ausflüge

Wenn man die ESN Karte hat, hat man die Möglichkeit an organisierten Ausflügen teilzunehmen. Ob in den Süden Spaniens, an die Atlantikküste, in die Städte in der Umgebung oder nach Portugal – das Angebot ist riesig. Das Ganze kann man natürlich auch auf eigene Faust machen. Durch das gut ausgebaute Busnetz kann man mit den Fernbussen viele Touren starten. Aber auch mit dem Zug oder dem Flugzeug hat man innerhalb Spaniens gute Möglichkeiten. Nach Madrid braucht man mit dem Schnellzug nur eine Stunde und mit Ryanair kann man von Valladolid für nur knapp 30 € mal eben nach Barcelona fliegen! Auch mit BlablaCar habe ich in Spanien gute Erfahrungen gemacht und man kommt sehr günstig von A nach B. 

Sportmöglichkeiten

An der Uni gibt es direkt ein Fitnessstudio, für 30 € im Monat kann man jederzeit trainieren gehen. Es gibt verschiedene Kursangebote, eine Sauna und ein Schwimmbad. Was auch zu empfehlen ist, ist das kleine Zumba Studio am Plaza Circular. Hier kann man sich richtig auspowern und es macht wirklich super viel Spaß! Spanische Musik, eine tolle Lehrerin und viel Bewegung. 

Einkaufen/Shoppen

Was man nicht unterschätzen sollte, der Winter in Valladolid kann sehr kalt werden. Die Winterjacke und ein paar dicke Pullis sollten also auf jeden Fall mit in den Koffer. Ansonsten kann man auch sehr gut einkaufen gehen. In der Stadt befinden sich tolle Läden und vor allem zu den „rebajas“ macht das Shoppen richtig viel Spaß! Nicht nur direkt in der Innenstadt hat man die Möglichkeit, sich als Shopping-Queen auszutoben sondern auch die „Schuhstraße“ zwischen Plaza Espana und Plaza Circular bietet ungeahnte Möglichkeiten. Dann gibt es noch das Rio Shopping Center, eine riesige Shoppingmall. Mit dem Bus fährt man ca. 20 Minuten dorthin.

Für den täglichen Bedarf bekommt man alles in den Supermärkten, welche an jeder Ecke zu finden sind. Die Preise sind mit denen in Deutschland vergleichbar. Obst und Gemüse bekommt man meist günstiger in den kleinen Obstläden. Was mir aufgefallen ist, dass Drogerieartikel sehr teuer sind! 

Bars/Tapas/Cafés

Valladolid hat eine wirklich hübsche Innenstadt und rund um den Plaza Mayor gehen viele kleine Gassen ab, in welchen man unzählige Tapasbars, Restaurants und Cafés finden kann. Am Tapasdonnerstag bekommt man in vielen Bars Bier und Tapas für zusammen 2 €. Im „Manduca“ schmeckt es besonders gut und im „Jero“ bekommt man auch super Tapas, welche jedoch etwas teurer sind. Der Geheimtipp schlechthin ist jedoch das „3 Bellotas“. Die urige Bar befindet sich am Plaza Circular und man bekommt jeden Tag Tapas und Bier für jeweils 1 €. Hier ist es immer voll und laut, typisch spanisch halt! Möchte man mal eben noch für ein Bier in die Stadt, bietet sich das Café Berlin an, welches direkt an der Kathedrale liegt. Hier ist immer gute Stimmung und jeden Donnerstag findet hier ein deutsch-spanischer Tandemabend statt. Perfekt also um mit den Einheimischen ins Gespräch zu kommen und seine Sprachkenntnisse anzuwenden.

Auch frühstücken kann man in Valladolid gut und günstig. Für 2 € bekommt man ein komplettes Frühstück mit Toast/Bocadillo, Kaffee und Orangensaft. Hat man mal eine Freistunde bietet sich das Café Rebeka in der Nähe vom Unigelände an.

Das Feiern kommt in Valladolid natürlich auch nicht zu kurz. Viele Partys werden von dem ESN Team organisiert. Ob im Juanitas, Black Pearl, Low Cost, oder Sotabanco – ab Mitte der Woche ist überall was los. Eintritt muss man nicht zahlen, so dass man schon mit wenig Geld viel Spaß haben kann. Kommt man dann um 4 Uhr aus den einzelnen Locations, zieht es einen, wie von einer unsichtbaren Hand geführt, ins San Miguel. Hier gibt es die weltbesten Bocadillos. So kann man den Heimweg gestärkt antreten oder weiter ins Councoun ziehen.

Eins steht fest. Man bleibt nie an einem Ort, sondern folgt einem unsichtbaren Strom von einem Ort zum nächsten. Am Abend erwacht die Stadt zum Leben und man muss einfach aufspringen!


Rückblick

Abschließend kann ich nur sagen, dass es eine wirklich tolle Erfahrung war und ich es jedem nur empfehlen kann! Man trifft so viele tolle Menschen, man lernt das Land von einer ganz anderen Seite kennen und man taucht in eine andere Kultur ein. Die Erlebnisse, die man gemacht hat, kann einem keiner nehmen. Mich hat dieses halbe Jahr sehr weit gebracht: studientechnisch, sprachlich aber auch menschlich. Anfangs skeptisch was einen erwartet, blickt man am Ende zufrieden und glücklich zurück. Man sollte rechtzeitig anfangen, alles zu organisieren und dann steht einem super Auslandsaufenthalt nichts mehr im Wege!