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Universidad de Murcia 2012/13

Bevor man sich zu einem Erasmussemester entschließt, sollte man sich klarmachen, was dies tatsächlich bedeutet: eine vorübergehende Trennung von Familie, Freunden und der gewohnten Umgebung, die Umgestaltung des Alltagslebens, das evtl. Untervermieten der Wohnung etc. Aber es bedeutet ebenfalls das Eintauchen in eine völlig neue Lebensform – und die könnte besonders in Spanien nicht unterschiedlicher ausfallen.

Murcia zählt zu den größten Studentenstädten Spaniens und gilt mit über 300 Sonnenstunden und Temperaturen von bis zu 45°C im August als heißeste Region Europas. Aber keine Sorge – das Mittelmeer erreicht ihr nach einer 45 bis 60 minütigen Busfahrt. Wohin ihr genau fahrt ist euch überlassen. Alicante hat neben einem endloslangen Sandstrand auch ein schönes Stadtzentrum zu bieten, ist aber besonders im Sommer stark von Touristen überlaufen. Städte wie Los Alcázares oder La Manga del Mar Menor sind weniger touristisch, aber mindestens genauso sehenswert – wenn auch um einiges kleiner als Alicante.

Trotz der rund 440.000 Einwohner ist das Zentrum der Stadt sehr überschaubar. Hier findet ihr alles, was man zum Leben braucht. Dreh- und Angelpunkt ist dabei der Plaza Santo Domingo – das Herz der Stadt. Neben einer Großzahl an Cafés findet ihr hier auch ein typisch Bayrisches Restaurant, eine Seltenheit im sonst von Tapasbars geprägten Murcia. Keine 5 Minuten entfernt befindet dich auch der Campus La Merced, welcher die Facultad de Letras, sowie die Facultad de Derecho beherbergt. Der zweite, weitaus größere Campus Espinardo liegt ein wenig außerhalb des Zentrums, ist aber gut mit der Tranvía zu erreichen. Erkundigt euch am besten vorher, wo ihr studieren werdet, da dies evtl. auch bei der Wohnungssuche berücksichtigt werden sollte.


Studienfach: Spanisch/Englisch
Aufenthaltsdauer: 01 /2013 – 06 /2013
Gastuniversität: Universidad de Murcia
Gastland: Spanien

Neben dem Studium spielt sich in Murcias Zentrum auch das Partyleben ab. Das Badulake lockt mit Freigetränken und unterhaltsamen Mottoparties und hilft euch besonders zu Beginn eures Aufenthaltes neue Leute kennenzulernen. Kleiner Tipp: vor 23 Uhr braucht ihr dort jedoch nicht zu erscheinen. Das spanische Nachtleben fängt erst nach 0 Uhr an zu pulsieren. Während man tagsüber nur wenig Leute auf der Straße antrifft, füllen sich diese ab 20 Uhr stetig. Wichtig zu wissen: zwischen 13:30 Uhr und 17:30 Uhr wird in den meisten Geschäften Siesta gehalten. Wer also 15 Uhr auf der Suche nach einem geöffneten Tabaco-Laden ist (hier bekommt ihr u.a. Briefmarken für eure Postkarten) wird vergebens danach suchen. Die großen Geschäfte auf der Gran Vía, Murcias größter Einkaufsstraße, bleiben jedoch überwiegend geöffnet.

Um überhaupt erstmal nach Murcia zu gelangen solltet ihr Alicante als Zielflughafen anstreben. Von dort aus gelangt ihr nach etwa 50 Minuten mit dem Bus zur Estación de autobuses in Murcia. Der Bus fährt alle 2 Stunden und kostet etwa 5€. Oft bieten Billigfluggesellschaften günstige Flüge nach Valencia an. Auch dies ist möglich. Hier müsst ihr allerdings noch mit einer etwa zweistündigen Busfahrt nach Murcia rechnen (Preis: 15-20€).

Studienfach: Spanisch/Englisch
Aufenthaltsdauer: 01 /2013 – 06 /2013
Gastuniversität: Universidad de Murcia
Gastland: Spanien

Die Wohnungssuche

Um das Finden einer passenden Wohnung braucht ihr euch wohl am wenigsten sorgen. Wenn es eins zur Genüge in Murcia gibt, dann sind es freie Zimmer. Dennoch solltet ihr euch natürlich rechtzeitig darum kümmern. Ihr habt die Wahl auf die uniinterne Wohnungsvermittlung zurückzugreifen (das Vimur-Programm: www.um.es/vimur) oder euch selbstständig vor oder kurz nach eurer Ankunft ein geeignetes Zimmer zu suchen. Das Vimur-Programm bietet den Vorteil, dass ihr außer dem Ausfüllen eines Fragebogens nichts weiter zu tun habt. Ihr werdet in einer Wohnung nahe des Campus La Merced gemeinsam mit anderen Erasmusstudenten oder in einer spanischen Familie (je nachdem wofür ihr euch entscheidet) wohnen. Da es sich hierbei um eine organisierte Wohnung handelt, kostet sie dementsprechend auch etwas mehr, als wenn ihr euch eigenständig auf die Suche macht. Dies könnt ihr z.B. über die Erasmusseite bei Facebook (einfach Erasmus Murcia eingeben und schon werden euch entsprechende Seiten angezeigt) oder vor Ort über Aushänge tun. Viele ausländische Studenten wohnen erst einmal für ein paar Tage in einem Hostel und suchen sich vor Ort eine passende Bleibe. Dies hat den Vorteil, dass ihr euch die Wohnungen anschauen und eure zukünftigen Mitbewohner vorher kennenlernen könnt und euch somit böse Überraschungen erspart bleiben. Wie gesagt- Angst, dass ihr keine passende Wohnung findet, braucht ihr nicht haben! Ihr solltet euch möglichst eine Wohnung im Stadtzentrum suchen. Als Orientierung im Süden dient dazu der Fluss, im Westen die Gran Vía, im Norden der Plaza Circular und im Westen der Campus La Merced. Wenn ihr im Campus Espinardo studieren solltet, empfiehlt sich, sich eine Wohnung nahe einer Haltestelle der Tranvía zu suchen (nahe des Plaza Circular). Außerdem ist es von Vorteil, sich eine Wohnung mit Spaniern zu teilen, da ihr die Sprache so am besten lernt. Da nur die wenigsten Wohnungen über eine Heizung verfügen, solltet ihr unbedingt eine warme Decke und eine Wärmflasche einpacken. Die Zimmerpreise liegen bei etwa 200€ im Monat. Erwartet aber bitte nicht den selben Standard wie in Deutschland. Warmes Wasser ist nicht immer garantiert.

Das Studium

Die Informationen, die ihr vor eurem Auslandsaufenthalt von der Universität Potsdam erhaltet, bereiten euch gut auf das bevorstehende Semester vor. Wichtig ist, dass ihr alle Unterlagen fristgerecht einreicht. Bei dem Learning Agreement spielt es erstmal keine Rolle welche Kurse ihr dort eintragt. Vor Ort habt ihr noch genug Zeit, eure Entscheidung noch einmal zu überdenken. Verlasst euch dabei aber nicht auf die Hilfe des deutschsprachigen Tutors – ihr müsst euch eure Kurse in den ersten Wochen selbst zusammensuchen. Dabei ist ratsam sich erst einmal mehrere Kurse anzusehen und dann zu entscheiden, welche ihr tatsächlich belegen wollt. Eine entsprechende Liste aller angebotenen Kurse wird vor Semesterbeginn auf der Uni-Homepage freigegeben. Die Kurse an spanischen Universitäten umfassen 4 SWS und finden zum Teil bis zu 4x die Woche statt (4 x eine Stunde). Pro Veranstaltung erhaltet ihr jedoch 6 credits. Mehr als 4 Kurse solltet ihr jedoch nicht belegen, da ihr damit schon mehr als genug zu tun haben werdet.

Die ersten zwei Wochen vor Semesterbeginn findet ein kostenloser Intensivsprachkurs statt, an dem ihr unbedingt teilnehmen solltet. Er hilft neben wichtigen Spanischkenntnissen auch dabei gleich zu Beginn des Semester neue Leute kennenzulernen. Ein semesterbegleitender Sprachkurs wird ebenfalls angeboten und kostet etwa 150€, ist aber ebenfalls sehr zu empfehlen.

Die Semester in Spanien verlaufen ein wenig anders als in Deutschland, was für diejenigen, die im SS nach Spanien möchten, zu einem Problem werden könnte. Das WS in Spanien geht etwa von September bis Januar, das SS schließt direkt daran an und endet im Mai/Juni. Somit überschneidet sich das WS in Deutschland mit dem SS in Spanien, was dazu führt, dass ihr entweder in dem Klausurenzeitraum (Februar/März) nicht mehr in Potsdam seid und euch somit um evtl. Klausurersatzleistungen kümmern müsst (was nicht immer möglich ist) oder den Beginn des Semesters in Murcia verpasst (was natürlich nicht ratsam ist). Meine Empfehlung daher: geht, wenn möglich, im WS nach Spanien. So habt ihr Zeit, euer Semester an der Universität Potsdam beenden und euch anschließend in Ruhe mit dem Kommenden zu befassen.

Kurz vor Beginn des Semesters findet eine Einführungsveranstaltung für alle ausländischen Studenten statt, an der ihr unbedingt teilnehmen solltet. Hier erfahrt ihr alles weitere, was ihr über euer Studium wissen solltet.

Nachdem ihr euch entschieden habt, welche Kurse ihr belegen wollte, tragt ihr diese im Learning Agreement ein und lasst es von eurem Tutor vor Ort unterzeichen bevor ihr es zurück nach Potsdam schickt. Macht euch keine Sorgen, wenn die Wahl der Kurse länger als eine Woche andauert – nicht selten fällt ein Kurs aus oder wird ohne euer Wissen in einen anderen Raum verlegt. Dies ändert sich auch im Laufe des Semesters nicht. Ich stand nicht selten vor verschlossener Tür und es hieß „Hoy no hay clases.“ – ihr werdet euch daran gewöhnen (müssen).

Freizeitangebote

Je nachdem wie viele Kurse ihr gewählt habt und wie viel Zeit diese in Anspruch nehmen habt ihr mehr oder weniger Zeit, um auch das Leben außerhalb Murcias zu entdecken. Meine persönlichen Empfehlungen sind: Andalusien (Granada & Sevilla), Barcelona und Valencia. Mit dem spanischen Busunternehmen ALSA (http://www.alsa.es/) gelangt ihr in nahezu alle Städte Spaniens. Wenn ihr früh genug bucht, könnt ihr jedoch auch ein billiges Zug- oder Flugticket ergattern. Erkundigt euch am besten rechtzeitig im Internet.

Um tolle Städte zu sehen müsst ihr jedoch gar nicht so weit fahren. Auch naheligende Städte wie Lorca oder die Küstenstädte Águilas, Mazarrón, Calblanque oder Cartagena sind sehr zu empfehlen. Solltet ihr euer SS in Murcia verbringen und über Ostern nicht in die Heimat zurückfliegen, ist es empfehlenswert in Murcia zu bleiben. Neben der in ganz Spanien gefeierten Semana Santa finden in Murcia anschließend die Fiestas de Primavera statt – ein Fest, das ihr euch nicht entgehen lassen solltet. Leute aus ganz Spanien kommen in diesen Tagen nach Murcia, um Zeuge des Spektakels zu werden (http://fiestas-primavera.laverdad.es/). Ansonsten bietet die dortige Erasmusorganisation ESN Murcia jede Menge Wochenendaktivitäten an, an denen ihr unbedingt teilnehmen solltet.


Fazit

Allgemein kann ich sagen, dass das ERASMUS-Semester in Murcia eine tolle Erfahrung für mich war. Ihr werdet euch schnell in das südländische Leben, die Kultur und Mentalität verlieben und diese spätestens nach eurer Rückkehr nach Deutschland zu schätzen wissen. Allerdings besteht immer die Gefahr sich zu sehr anderen Erasmusstudenten anzuschließen und somit den Kontakt zur spanischen Sprache zu verlieren. Daher ist es ganz wichtig, dass ihr versucht in einer WG mit Spaniern zu wohnen oder in der Uni den Kontakt zu diesen sucht. Ich hatte zwar eine unvergessliche Zeit in Murcia, habe viele tolle Leute kennengelernt und viel vom Land sehen und der Kultur erleben dürfen, habe meine Sprachkenntnisse aber auf Grund der überwiegend aus Deutschland und Großbritannien kommenden Austauschstudenten für mich nicht zufriedenstellend ausbauen können. Dennoch habe ich mich vom ersten Augenblick in die Stadt verliebt und ich bin mir sicher, euch wird es genauso gehen!

¡Viva Murcia!