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Persönlicher Erasmus+ Erfahrungsbericht - Umeå Universitet

Das Erasmus-Programm dient dem Studienaustausch von Studenten zwischen den verschiedenen europäischen Ländern. Viele meiner Kommilitonen und Freunde haben an diesem Austausch teilgenommen und nachdem ich einen Auslandsaufenthalt seit der Oberschule immer herausgeschoben hatte, war ich mir nun sicher, dieses Abenteuer im Master wagen zu wollen.


Studienfach: Betriebswirtschaftslehre

Aufenthaltsdauer: 08/2016 - 01/2017

Gastuniversität: Umeå Universitet

Gastland: Schweden

Vorbereitung des Auslandsaufenthalts

Ich informierte mich über die verschiedenen Gastuniversitäten der Universität Potsdam für den Bereich Betriebswirtschaftslehre und war wie auch zuvor nicht unendlich begeistert. Liebend gerne wäre ich irgendwo nach Großbritannien gegangen, aber das stand für mich leider nicht zur Auswahl. Was könnte mich also noch interessieren, wo bin ich noch nie zuvor gewesen, wo versteht man mich? Am Ende musste ich mich dann zwischen Frankreich und Schweden entscheiden. Nach langer Bedenkzeit, vielen Pro/Contra-Listen und dem Lesen der verschiedenen Erfahrungsberichte von früheren Auslandsstudierenden habe ich Schweden gewählt. Eine sehr gute Entscheidung! Wie erwartet und von dem einen oder anderen Klischee suggeriert, ist die schwedische Organisation des Auslandsaufenthaltes sehr strukturiert und vorbildlich. Auf den Seiten der Universität findet man viele nützliche Informationen zur Bewerbung und co. und auch das International Office in Umeå antwortet schnell und mit großer Geduld. Die Bewerbungsunterlagen mussten lediglich online in ein landesweites Portal eingereicht werden. Die Informationen hierzu erhält man im Laufe des Bewerbungsprozesses vom International Office in Umeå, sobald man von der Universität Potsdam nominiert wurde. In dem genannten Portal muss man sich später auch für die einzelnen Kurse bewerben. Dies kann manchmal etwas verwirrend sein, aber wenn sich an die genauen Anweisungen des International Office gehalten wird, ist auch dies keine große Hürde. Über die für Austauschstudenten angebotenen Kurse kann man sich weit im Voraus auf den Seiten der Umeå Universitet informieren. Im Unterschied zu vielen anderen Ländern ändert sich das Kursangebot auch nicht mehr kurzfristig, sodass man sich der Auswahl seiner Kurse relativ sicher sein kann und auch das Learning Agreement Before Mobility oft auch weitgehend unverändert bleibt (sofern man für alle Kurse angenommen wird).

Studium an der Gastuniversität

Das Studium in Schweden unterscheidet sich sehr von unserem hier in Deutschland. Zwar beinhaltet jedes Semester ebenso 30 ECTS, aber dieses wird in Schweden in bis zu vier Kursabschnitte unterteilt, welche jeweils einen Monat andauern. Die Kurse sind zeitlich hintereinander angereiht und laufen NICHT wie bei uns in Deutschland parallel. Bei der Kurswahl sollte man dies unbedingt beachten, damit sich die Kurse nicht überschneiden! Meine Wahrnehmung ist, dass die schwedischen (Master-)Kurse mehr Aufwand erfordern als in Potsdam. Beinahe täglich findet ein Seminar oder eine Vorlesung statt oder man trifft sich für Gruppenarbeiten oder zum Lernen. Innerhalb eines Monats hat man meist mehrere Abgaben und Präsentationen und am Ende des Monats steht auch bereits die Prüfung für den jeweiligen Kurs an, für die man sich rechtzeitig vorbereiten sollte. Für eine Prüfung in Umeå hat man meist vier Stunden Zeit und fast alle Studenten schreiben ihre Prüfung am Monatsende an denselben zwei oder drei Tagen in einem gesonderten Prüfungsgebäude. In Schweden gibt es nur drei Benotungsstufen: VG (Väl godkänd: Passed with distinction), G (Godkänd: Passed) und U (Underkänd: Fail). G erreicht man normalerweise ab 50%, VG ab 75%. Übrigens: wer nebenher in Umeå noch Schwedisch lernen möchte, sollte sich davon nicht abbringen lassen! Das Pensum ist schaffbar und der Kurs läuft mit etwas geringerem Tempo neben den Fachkursen von September bis Dezember. Es ist die beste Gelegenheit, ein Gefühl für die Sprache zu bekommen und die schwedische Kultur etwas besser zu verstehen. Außerdem lernt man auch hier viele internationale Studierende kennen und kann die schwedischen Kommilitonen mit den neu gewonnenen Sprachkenntnissen erfreuen. Der A1-Schwedisch-Kurs ist meist relativ voll und nicht jeder bekommt einen Platz. Meine Empfehlung für Sprachbegeisterte ist daher, zuvor bereits an der VHS in Deutschland einen Schwedisch-Kurs A1 zu belegen. Das Studienklima in Schweden ist generell sehr angenehm und man wird von den schwedischen Kommilitonen freundlich in alle Gruppenarbeiten einbezogen. Alle sprechen gut Englisch und auch die Dozenten und Mitarbeiter der Universität haben immer ein offenes Ohr. Im sogenannten ‚Universum‘, ein zentrales Gebäude auf dem Campus, gibt es ein Infocenter, welches täglich für Fragen jeglicher Art zur Verfügung steht – sei es hinsichtlich der Unterkunft, organisatorischer Studienangelegenheiten, Fragen zur ärztlichen Versorgung, des Verkaufs von Briefmarken und Souvenirs der Uni, Verteilung von Dokumenten usw. Die Mitarbeiter dort sind ebenso sehr freundlich! Überall auf dem Campus gibt es zudem viele Sitzecken, Gruppenarbeitsräume und Lesetische, sodass man zumindest morgens noch eine große Auswahl an Orten fürs Lernen oder für Gruppebesprechungen hat. Einige Computer sind in der Bibliothek auch vorhanden, aber man sollte den eigenen am besten immer in der Universität dabei haben.

Kontakte zu  einheimischen und ausländischen Studierenden

Wie von vielen anderen Erasmus-Studenten oft gehört, stellte es sich auch in Schweden als nicht allzu einfach heraus, Kontakte zu einheimischen Studenten zu knüpfen. Durch die vielen Gruppenarbeiten in den Master-Kursen konnte ich jedoch einige Schweden kennenlernen. Allgemein ist das schwedische Völkchen sehr aufgeschlossen gegenüber Neuem und sehr hilfsbereit. Eine richtige Freundschaft aufzubauen und den Schweden näher zu kommen ist aber schwierig, vor allem wenn man nur ein Semester dort ist. Viele schwedische Studenten kennen sich schon seit der Schule und haben bereits ihre festen Freundeskreise. Zeigt man sich offen und neugierig gegenüber ihrer Kultur und ihren Eigenheiten, kann man gut ins Gespräch mit ihnen kommen und bekommt eventuell auch eine Einladung zu einer Weihnachtsfeier oder Party. Mit anderen ausländischen Studierenden freundet man sich deutlich schneller an, da alle quasi ‚im selben Boot sitzen‘ und ähnliche Herausforderungen oder Tagesabläufe haben. Allein durch die Orientierungswoche sowie die vielen Erasmus- und Buddy-Veranstaltungen lernt man viele neue Menschen kennen.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Mein Englisch war vor dem Auslandsaufenthalt bereits auf einem ziemlich guten Niveau (C2 laut UNICert). So war es auch absolut kein Problem, den Lehrveranstaltungen auf Englisch mühelos zu folgen und sich mit seinen Gruppenmitgliedern zu unterhalten. Wenn man wie ich jedoch noch keine längere Zeit im Ausland verbracht hat, wird der tägliche Gebrauch der Sprache noch natürlicher. Nach dem Auslandsaufenthalt war mein Englisch noch fließender und Wörter kamen mir schneller in den Sinn. Alles in allem hat sich meine Sprachkompetenz nur leicht verbessert, aber dies war auch nicht das Hauptaugenmerk meines Auslandsaufenthaltes. Wer intensiv an seinem Englisch arbeiten möchte, ist besser in einem Land aufgehoben, in dem dies die Amts- oder Muttersprache ist. Mein Schwedisch hat sich allerdings auf jeden Fall sehr verbessert – nicht nur durch den Sprachkurs vor Ort an der Universität, sondern auch durch den Besuch des Supermarktes, von Kinos oder Cafés.

Wohn-  und Lebenssituation

Eine Unterkunft in Umeå zu finden ist als Erasmus-Student einfach, denn das International Housing Office (IHO) hat ein ausreichendes Kontingent an verschiedenen Zimmern. Man muss dies nur direkt nach der Nominierung hier in Potsdam dem Erasmus-Beauftragten mitteilen, damit dieser die Information nach Umeå weitergibt! Anschließend läuft alles ziemlich reibungslos ab – nach einer Anzahlung von 8000 SEK (SEK = schwedische Kronen; etwa 800 Euro) bekommt man eine E-Mail, durch die sich jeder genau sein Wunschzimmer aussuchen kann. Vier Wohngebiete stehen für Internationals zur Verfügung (Nydalahöjd, Mariehem, Ålidhem und Berghem). Anschließend kann für jedes Zimmer im Wohnungsportal der individuelle Preis, die Größe und die Lage auf einem Grundriss angesehen werden, was die Auswahl deutlich einfacher macht. Schnell sein lohnt sich, um die beste Auswahl zu haben! Ohne das International Housing Office (IHO) ist die Wohnungssuche in Umeå relativ schwer und aufwendig, die Wartelisten sind lang und einige Studenten haben noch kurz vor oder nach ihrer Ankunft keine Unterkunft. Auch die Einheimischen sehen die Wohnungssituation als schwierig an, aber es wird bereits viel gebaut in der Stadt. Die Zimmer des IHO sind alle mit eigenem Bad ausgestattet. Jedes Wohnheim hat seinen eigenen Waschmaschinenraum mit Trocknern, der entweder per Liste oder Mini-Computer gebucht werden muss. Mein persönlicher Favorit unter den Wohnheimen ist Berghem. Hier gibt es im Keller eine eigene, für die Studenten frei zugängliche Sauna, zur Uni ist es ein Katzensprung von maximal fünf Minuten und in die Stadt etwa 25 Minuten zu Fuß. Die Gegend und auch das Wohnheim selbst sind eher ruhig und es ist nicht weit zum Busbahnhof am Universitätskrankenhaus. Die Zimmer sind relativ groß, aber etwas älter und teurer als die anderen angebotenen Zimmer. Ein Tipp für Berghem: ein Zimmer in Richtung Uni bzw. zur großen Straße beschert einem im Sommer viele Sonnenstrahlen und gute Laune (z. B. Zimmer 218). In Ålidhem hingegen wohnen die meisten internationalen Studierenden und dementsprechend geht es dort auch etwas turbulenter zu.
Die Lebenshaltungskosten sind in Schweden vergleichsweise hoch, vor allem Lebensmittel wie Fleisch, Fisch und Milchprodukte sind teurer als bei uns in Deutschland. Ungesalzene Butter ist in Schweden beispielsweise weniger populär und kann auch mal 25 SEK kosten. Das Supermarkt-Monopol hat auf jeden Fall die schwedische Kette „ICA“ inne – solch ein Supermarkt findet sich in jedem Bezirk. Preis und Qualität erinnern an Kaiser’s oder Rewe bei uns in Deutschland. In Ålidhem gibt es einen Lidl, der deutlich preiswerter ist.
Umeå bietet auf jeden Fall immer etwas zu tun! Ob Kino, Restaurants und Cafés, Lasertag, Veranstaltungen in der Stadtbibliothek oder in der Uni – es wird nicht langweilig. Einer der Lieblingsorte vieler Studierender und Einheimischer ist definitiv das hoch angepriesene IKSU, DAS Fitnesszentrum mit drei Standorten in der Stadt. Der größte Standort liegt 10 Minuten zu Fuß von der Uni entfernt und bietet eigentlich alles, was das Herz begehrt – ein kleines Schwimmbad, ein riesiges Kursangebot, viele Fitnessgeräte, eine Kletterhalle, Sauna, Indoor-Plätze für Badminton, Squash, Innebandy, Golf, Volleyball…auch wenn die Mitgliedschaft ziemlich kostspielig ist, sollte jeder, der kein kompletter Sportmuffel ist, dies in Erwägung ziehen. Das IKSU ist ein sehr guter Ausgleich zum eventuellen Stress in der Uni und vor allem in der dunklen Jahreszeit eine gute Möglichkeit, die Kraftreserven aufzutanken! Viele einheimische und internationale Studierende treffen sich im IKSU mit ihren Freunden, da dort der ideale Platz ist, um abzuschalten und gemeinsam Spaß zu haben. Während meiner Zeit in Umeå war ich sicher drei bis vier Mal die Woche im IKSU und habe viele unterschiedliche Sportkurse ausprobiert. Die Kurse sind meist auf Schwedisch, aber die Trainer wissen um die Internationalität der Kursteilnehmer und lassen sich auch gerne bitten, die Instruktionen oder sogar den gesamten Kurs auf Englisch zu leiten. Das IKSU bietet übrigens auch eine Reihe von Outdoor-Aktivitäten an, wie Wander- und Skiausflüge. Ich habe am Skitrip nach Hemavan im Dezember teilgenommen und es war sehr organisiert und hat viel Spaß gemacht – auch wenn wir teilweise minus 28 Grad hatten.
Die öffentlichen Verkehrsmittel im Nahverkehr bestehen aus mehreren Buslinien, die ziemlich beständig fahren. Mit der App ‚Ultra vill mer‘ kann man sich die verschiedenen Busverbindungen heraussuchen und auch Tickets für eine Fahrt kaufen. Dies geht nur per Kreditkarte und kostet 26 SEK pro Ticket. Fahrkartenautomaten gibt es kaum und sonst besteht noch die Möglichkeit beim Busfahrer selbst eine Fahrkarte zu kaufen – allerdings mit Preisaufschlag und bevorzugt mit Kreditkarte. Ein Studententicket wie in Potsdam für den VBB gibt es in Umeå nicht! Wer häufiger auf den Bus angewiesen ist, kann sich in einem Ticketschalter beim Krankenhaus ein aufladbares Ticket mit z.B. 10 Fahrten kaufen – pro Fahrt erreicht man so den geringsten Ticketpreis. Ich habe den Bus allerdings selten benutzt, denn das beste Verkehrsmittel ist und bleibt das Fahrrad oder bei Glätte bzw. zu viel Schnee die Füße! Die Schweden fahren sowieso bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad und so passt man sich an oder geht die Strecke zu Fuß. Teilweise ist man mit dem Bus nicht viel schneller und mit dem Rad oder zu Fuß bekommt man noch eine gute Portion frischer schwedischer Luft und Bewegung. Man sollte sich direkt nach der Ankunft in Umeå ein Fahrrad zulegen, denn alles wird damit einfacher. Fahrräder sind besonders zu Semesterbeginn sehr begehrt und schnell sein lohnt sich auch hier! Bei Facebook gibt es eine Gruppe, in der Second Hand-Räder zu guten Preisen verkauft werden („Umeå Students Secondhand Bikes Market“). Ab etwa 500 SEK geht es mit guten Rädern los – achtet darauf, dass das Rad gute Reifen und eine Rücktrittbremse hat (sicherer im Winter als eine Handbremse). Licht am Fahrrad ist ebenso wichtig, vor allem in der dunklen Jahreszeit, sowie auch ein gutes Schloss, falls das Fahrrad etwas neuer aussieht. Wollt ihr wirklich bei jedem Wetter fahren, dann legt euch noch einen Helm zu.
Banken gibt es vorrangig in der Innenstadt, aber auf dem Campus findet sich auch ein Bankautomat. Ich habe mir vor meiner Abreise nach Schweden genau die Konditionen meiner Bank durchgelesen – das ist wichtig, da viele Banken hohe Gebühren wegen des Wechselkurses erheben. Bisher war die DKB immer eine gute Wahl, da das Bezahlen und Bargeldabheben in Schweden kostenfrei war. Da die Konditionen sich auch hier momentan ändern, sollte eventuell nach weiteren Alternativen recherchiert werden.
Das Gesundheitssystem ist in Schweden ziemlich gut ausgebaut. Es gibt für jeden größeren Teil der Stadt ein Ärztezentrum, bei dem man zuvor einen Termin vereinbaren muss. Nach deren Schließzeiten und am Wochenende gibt es noch eine Art Notfall-Service – für Beschwerden, die gelindert werden müssen, aber noch nicht ‚groß‘ genug für das Krankenhaus sind. Ob in dieser Ambulanz oder im Krankenhaus, der Arztbesuch kostet stets 200 SEK. Verschreibt der Arzt ein Medikament, wird das Rezept direkt in einem System eingespeichert und man kann das Medikament bei der Apotheke unter Angabe seiner persönlichen Daten abholen. Mit der europäischen Gesundheitskarte ist die Behandlung kein Problem und durch eine zusätzliche private Krankenversicherung für den Aufenthaltszeitraum in Umeå werden die Kosten meist übernommen.

Studienfach: Betriebswirtschaftslehre

Aufenthaltsdauer: 08/2016 - 01/2017

Gastuniversität: Umeå Universitet

Gastland: Schweden


Rückblick

Als ersten Tipp würde ich nachfolgenden Schweden-Reisenden mit auf den Weg geben, sich ein Studententicket zu kaufen (ein ‚student union ticket‘, nicht zu verwechseln mit der Mitgliedschaft in einer Studentenverbindung). Denn in Schweden reicht nicht – im Gegensatz zu Deutschland – der Universitätsausweis, um Vergünstigungen zu erhalten oder in einige der Studentenpubs eintreten zu dürfen. Diese ‚Studentenausweise‘ sind nicht allzu teuer und können sich durchaus lohnen! Mit einem weiteren Studententicket von ‚mecenat‘ kann man unter der Woche ausgewählte, aktuelle Filme zu reduziertem Preis im Kino ansehen.
Mein zweiter Tipp ist, sich nicht von der schwedischen Dunkelheit im Wintersemester abschrecken zu lassen! Ja, es wird dunkler und ja, kurz vor Weihnachten ist es nur noch zwischen 9 und 13 Uhr hell. Da man jedoch seit August den langsamen Wechsel miterlebt, ist die Dunkelheit weitaus weniger schlimm als erwartet. Auf Vitamin D-Tabletten würde ich verzichten so lange es geht – man schafft den Zeitraum auch ohne und auch die meisten Schweden nehmen keine Vitaminpräparate. Die meiste Zeit ist man ohnehin beschäftigt oder wegen der Kälte nicht draußen – zudem würde ich raten, viel Sport zu treiben, sich in den hellen Stunden des Tages draußen etwas zu bewegen und Spaß zu haben mit Freunden. Dann drückt die Dunkelheit auch nicht sehr auf das Gemüt. Mit etwas Glück und bei gutem Wetter kann man im Herbst zudem die wundervollen Nordlichter (Aurora Borealis) erleben, welche besonders am Nydalasjö sehr eindrucksvoll sind. Sobald der erste Schnee liegt, wird auch die Dunkelheit weniger dunkel. Wann dies soweit ist, ist unterschiedlich – 2016 wurde die Stadt bereits im November von weißen Schneemassen bedeckt, 2015 erst im Januar. Zu Beginn des Sommersemesters ist die Schneesicherheit demnach hoch.
Drittens möchte ich unbedingt einige Ausflüge empfehlen. Der Besuch der Elchfarm (auch vom Buddy-Programm organisiert), eine Huskey-Tour und der Besuch der Mårdsele-Stromschnellen gehören sicher zu den Höhepunkten meines Schweden-Besuchs. Nimmt man nicht an einem geführten Ausflug dorthin teil, benötigt man in jedem Fall einen Mietwagen. Am preiswertesten ist Rent-A-Wreck, wobei die Autos älter, aber dennoch vertrauenswürdig sind. Europcar hat gute Angebote über das Wochenende und die Autos sind neuwertig. Sehenswert und zu Fuß oder mit Rad zu erreichen ist das Planetarium im Nordwesten der Stadt, wo etwa einmal im Monat eine Studententour angeboten wird (der Hinweis zur Anmeldung wird eine Woche vorher auf Facebook in der Gruppe „Erasmus Umeå 20xx-20xx“ gepostet). Ein weiteres Highlight ist der Nydalasjö, ein See im Osten der Stadt – ein tolles Ziel für einen Spaziergang im Sommer wie im Winter. Dort kann an festen Feuerplätzen gegrillt werden, sogar Feuerholz ist im Sommer vorhanden, oder spätestens ab Januar ist der zugefrorene See gut geeignet für Skilanglauf.
Als vierten Punkt möchte ich eine Selbstverständlichkeit in Schweden erwähnen: die Mikrowellen auf dem Campus. Da es keine ‚richtige‘ bzw. ähnlich preiswerte Kantine wie bei uns in Potsdam gibt, kochen die Schweden am Wochenende oder am Vorabend ihr Essen vor und erwärmen es pünktlich zur Mittagszeit in den Dutzenden Mikrowellen an allen Ecken des Campus. Das spart Geld und ist wirklich praktisch. Ab etwa 7€ kann man auf dem Campus jedoch auch das Uni-Buffet nutzen oder zwei verschiedene indische Buffet-Restaurants kosten. Am Donnerstag ist Eierkuchen- und Erbsensuppen-Tag am Uni-Buffet!
Zu guter Letzt noch ein Hinweis zur schwedischen Organisation. Jeder Schwede hat eine sogenannte ‚personnummer‘ – ähnlich wie unsere Identifikationsnummer, nur weitaus universaler einsetzbar und quasi überall benötigt. Allerdings kann man diese erst beantragen, wenn man sich mindestens ein Jahr in Schweden aufhält. Ohne diese Nummer ist es manchmal nicht allzu leicht, wie z. B. beim Arzt oder bei Prüfungen – erklärt man die eigene Situation als Austauschstudent jedoch, dann gibt es stets einen Um- oder Ausweg. Eine weitere schwedische Eigenart ist das Nummernziehen. Nur wird das nicht nur in Ämtern verwendet, sondern auch an der Fleisch- und Käsetheke im Supermarkt oder in der Apotheke. Also nicht vergessen!
Ein Auslandsaufenthalt in Umeå kann ich nur empfehlen!

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