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Erfahrungsbericht - Universidad Centroamericana, Managua

Ich plante, meine Bachelorarbeit über die sandinistische Revolution in Nicaragua sowie die aktuelle politische Situation des Landes zu schreiben und wollte in diesem Zusammenhang auch vor Ort recherchieren. Da ich jedoch nicht über die nötigen finanziellen Mittel für einen Forschungsaufenthalt in Nicaragua verfügte, informierte ich mich auf der Internetseite des akademischen Auslandsamtes näher über das PROMOS-Stipendium, von dem ich über einen Bekannten erfahren hatte.


Studienfach: Bachelor of Education (Spanisch, Englisch)

Aufenthaltsdauer: 04/2012 - 05/2012

Gastuniversität: Universidad Centroamericana, Managua

Gastland: Nicaragua

Ich wendete mich an meinen Dozenten Herrn Dr. Mackenbach, von dem ich wusste, dass er selber in Nicaragua gelehrt und sehr gute Kontakte in das zentralamerikanische Land hat. Er empfahl mir für meine Recherche die umfangreiche Bibliothek und das Archiv des Instituto Histórico de Nicaragua y Centroamérica (IHNCA) der Universidad Centroamericana (UCA) in Managua. Ich stellte den Kontakt zum historischen Institut in Managua her und fand in der Generaldirektorin Margarita Vannini eine zuverlässige Ansprechpartnerin, die mich ans IHNCA einlud.

Neben der literarischen Recherche an der Universidad Centroamericana wollte ich den geplanten Aufenthalt nutzen, um mit Zeitzeugen zu sprechen. Durch frühere Aufenthalte in Nicaragua verfügte ich bereits über die notwendigen Kontakte und organisierte Interviews mit ehemaligen Sandinisten sowie den Mitarbeitern des Revolutionsmuseums Museo de la Revolución in León.

Studienfach: Bachelor of Education (Spanisch, Englisch)

Aufenthaltsdauer: 04/2012 - 05/2012

Gastuniversität: Universidad Centroamericana, Managua

Gastland: Nicaragua

Vorbereitung

Da ich schon mehrfach in Nicaragua war, kannte ich das Land bereits sehr gut. Es ist immer gut, sich vorab über das Zielland zu informieren. Wenn du mehr über das Land Nicaragua, seine Menschen, Kunst und Kultur wissen möchtest, kannst du dich hier informieren: http://www.nicaraguaportal.de/

Du brauchst für Nicaragua bestimmte Impfungen, um die du dich rechtzeitig kümmern solltest. Wende dich am besten ans Tropeninstitut. Das Geld für die Impfungen wird dir je nach Krankenkasse ganz oder teilweise erstattet. Du solltest auf jeden Fall auch eine Auslandskrankenversicherung abschließen. Außerdem würde ich dir raten, eine Notfallapotheke mitzunehmen (u.a. mit eigenen Spritzen). Informiere dich vor deiner Abreise über die Sicherheitslage, aber lass dir davon keine Angst machen. Vor Ort ist es dann doch entspannter als es klingt, aber sei dir über potentielle Gefahren bewusst.

Für Nicaragua braucht man kein besonderes Visum, sondern bekommt bei der Einreise eine dreimonatige Aufenthaltsgenehmigung. Für diese sogenannte Touristenkarte muss man 10 US-Dollar bezahlen. Falls du bei der Einreise keine US-$ bei dir hast, wird dich ein Flughafenmitarbeiter zum nächsten Geldautomaten begleiten. Besser ist es jedoch, die 10 US-$ bereits bereitzuhalten. Wenn du länger als drei Monate in Nicaragua bleiben möchtest, beantragst du ein Visum oder reist zwischendurch nach Costa Rica oder Honduras aus und nach ein paar Tagen wieder ein, dann bekommst du eine neue Touristenkarte.

Die Gastuniversität

Im IHNCA arbeitete ich selbständig an meiner Bachelorarbeit, konnte mich aber immer an
die hilfsbereiten Bibliotheksmitarbeiterinnen wenden. Die Bibliothek des IHNCA ist sehr gut
ausgestattet und es herrscht ein sehr gutes Arbeitsklima. Der Campus der UCA ist sehr grün
und sicher.

Wohn- und Lebenssituation

Meine Unterkunft hatte ich über nicaraguanische Freunde bereits aus Deutschland organisiert. Ich wohnte mit einem Freund zusammen im Viertel Colonia Centroamerica. Dort ist es ziemlich sicher und ich konnte die UCA gut zu Fuß (15min.) oder mit dem Interlocal (5min – 5C$) / Taxi (30C$) erreichen. In der Colonia Centroamerica kostet ein Zimmer in einer WG / Familie etwa 100 - 130 $ oder mehr (je nachdem, wie das Zimmer ausgestattet ist). In der Gegend hinter der UCA (Reparto San Juan) kosten die Zimmer etwa 150 $. In bestimmten Teilen der Stadt kriegt man zwar auch Zimmer für etwa 60 $, dort ist es dann aber auch etwas gefährlicher und ich würde davon abraten. Am besten suchst du die Unterkunft vor Ort. Wenn Zimmer zu vermieten sind, hängen Zettel an den Häusern.

Vor meiner Reise nach Managua rieten mir viele meiner nicaraguanischen Freunde, die nicht aus Managua sind: „Fahr bloß nicht Taxi, fahr auch nicht Bus und geh nicht alleine durch die Stadt!“ und ich fragte mich, wie ich mich denn überhaupt in Managua fortbewegen sollte. Wenn du in Managua Taxi fährst, achte darauf, dass du nur in offizielle Taxis einsteigst und handel den Preis aus, bevor du einsteigst (je selbstbewusster du auftrittst und je besser du Spanisch sprichst, desto einfacher ist es, einen guten Preis auszuhandeln). Es ist nicht ungewöhnlich, dass man sich das Taxi mit mehreren Personen teilt, die in dieselbe Richtung müssen. Manchmal sitzen schon einige Personen im Taxi und du steigst hinzu oder der Taxifahrer sammelt auf deiner Strecke noch einige ein. Es ist in letzter Zeit wohl vermehrt zu Überfällen von Taxibanden gekommen, sei also vorsichtig. Ich habe nur sehr gute
Erfahrungen mit den Taxifahrern in Managua gemacht.

Ich habe versucht, die öffentlichen Busse zu meiden, da sie sehr voll und nicht immer sicher sind. Stattdessen bin ich innerhalb Managuas wenn möglich mit den Interlocales (Busse zwischen Managua und anderen Städten) oder Expresos (Kleinbusse zwischen Managua und anderen Städten) gefahren. Das ist zwar teurer (5C$ statt 2C$), aber sicherer. Innerhalb Nicaraguas ist alles sehr gut mit Bussen zu erreichen und außerhalb der Hauptstadt kann man entspannter Bus und Taxi fahren oder durch die Stadt laufen, da die Kriminalität in allen anderen Städten und Dörfern nicht so hoch ist. Aufpassen solltest du aber trotzdem immer und bestimmte Gegenden solltest du lieber meiden.

Bankgeschäfte

In Managua gibt es an jeder Ecke Bankautomaten. Wenn du Geld abhebst, können die Gebühren hoch sein, das kommt auf deine Bank an. Ein Konto, bei dem du kostenlos im Ausland Geld abheben kannst, lohnt sich. Sehr zu empfehlen ist das Girokonto von Comdirect. Du bekommst eine kostenlose Visakarte dazu (auch, wenn du keinen regelmäßigen Geldeingang hast), mit der du kostenlos und so oft du möchtest im Ausland Geld abheben kannst. So kannst du immer kleine Beträge abheben, dann hast du nicht so viel Geld im Portemonnaie, falls du mal ausgeraubt werden solltest. Ich habe sicherheitshalber immer mehrere Karten dabei, falls mir eine geklaut wird. Die Sparcard von der Postbank (sparcard 3000 plus direkt) ist im Ausland auch gut – damit kannst du pro Jahr 10x kostenlos im Ausland Geld abheben.

Beim Geldabheben kannst du entscheiden, ob du US-$ oder Córdoba (C$) haben möchtest. In den meisten Geschäften kannst du mit beiden Währungen zahlen, allerdings oft nur mit kleinen Dollarscheinen. Dein Wechselgeld kriegst du in der Regel in C$. Im Supermarkt kriegst du den offiziellen Kurs, aber in einigen Geschäften oder Bars einen ziemlich schlechten. Geldwechseln kannst du bei den Coyotes auf der Straße, die wechseln auch sehr gerne Euros. Zähl auf jeden Fall im selber noch mal nach.

Lebenshaltungskosten

Das Leben in Nicaragua ist insgesamt sehr günstig. Du kannst mit sehr wenig Geld auskommen, aber meistens gibt man dann doch mehr aus. Ich denke, du brauchst so um die 600 US-$ pro Monat.

Freizeitangebote

In Managua gibt es Freizeitangebote wie in jeder anderen Stadt: Museum, Theater, Kino, Bars, Clubs etc. In der Nähe von Managua sind sehr schöne Lagunen (z.B. die Laguna de Apoyo), du kannst Vulkane besteigen oder an den Strand fahren.


Rückblick

Der Forschungsaufenthalt in Nicaragua war eine tolle Erfahrung. Die Nicaraguaner, die ich kennengelernt habe, waren sehr interessiert an meiner Forschung und begeistert von meinem Interesse für ihr Land und ihre Geschichte. Ich habe viele individuelle Darstellungen über die sandinistische Revolution und das Leben danach gehört, die ich sonst so nie erfahren hätte. Insgesamt war der Auslandsaufenthalt sehr gut und hat nicht nur meine Abschlussarbeit bereichert, sondern auch meine Persönlichkeit. Die Konfrontation u.a. mit der Armut des Landes regt zur Reflektion der eigenen Lebensweise in Deutschland an. Daher kann ich einen Auslandsaufenthalt, sei es in Nicaragua oder einem anderem Land, nur jedem empfehlen. Es lohnt sich, einen Einblick in das Leben und die Kultur eines anderen Landes zu bekommen.

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