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Mein Auslandssemester in Tel Aviv

Als ich mich für einen Auslandssemester interessierte und daraufhin informierte, war meine Intention, in ein Land zu gehen, ich dem ich Kurse auf Englisch habe, um somit mein Englisch vorrangig verbessern zu können. Da mir verschiedene Universitäten in England, welche im Erasmus Programm enthalten sind, nicht zusagten, informierte ich mich über weitere Partnerschaften der Universität Potsdam und stieß auf die mit der Universität in Tel Aviv. Sofort war ich von der Idee angetan, ein halbes Jahr in Israel zu verbringen, dieses Land, das mich schon immer angezogen hat und in das ich schon immer einmal reisen wollte, da auch eine gute Freundin von mir dort wohnt. Die Bewerbung erfolgte über das Akademische Auslandsamt mit Lebenslauf, Nachweis über Englischkenntnisse und Motivationsschreiben. Hatte man die erste Hürde überstanden, wurde man zu einem Auswahlgespräch eingeladen, in dem man seine genaue Motivation für das geplante Auslandssemester begründen sowie Studienziele darlegen sollte.


Studienfach: M. Sc. Psychologie

Aufenthaltsdauer: 09/2015 - 02/2016

Gastuniversität: Tel Aviv University

Gastland: Israel

Nachdem die positive Zusage kam, erfolgte die Kontaktaufnahme mit der Gasthochschule etwas schleppend und langsam. Für Die Bewerbung an der Gasthochschule war ein weiteres Motivationsschreiben auf Englisch, ein Nachweis über eine Auslandskrankenversicherung, Visum, gültiger Reisepass etc. notwendig.

Studium an der Gastuniversität

Insgesamt ist die Studienorganisation an der Universität von Tel Aviv etwas anders und man muss sich daran gewöhnen, sich aktiv selbst um seine Dinge zu kümmern und proaktiv das Studium zu gestalten. Der Semesterstart erfolgte etwas verplant und unorganisiert, allerdings sind alle Mitarbeiter sehr motiviert und freundlich und man wird immer beachtet, muss nur manchmal etwas geduldig sein, bis man die richtige und endgültige Information bekommt über bestimmte organisatorische Dinge. An den ersten Tagen waren dann an der Uni Einführungstage organisiert mit vielen Informations- und Essensständen und Musik. Ich selbst habe Kurse aus dem internationalen Masterprogramm „Coping with Stress, Crisis
and Trauma“ gewählt, welche zum Teil sehr interessant und anspruchsvoll, zum Teil jedoch auch ein wenig uninteressant und wenig anregend waren. Die Leistungsbewertung empfand ich jedoch immer als gerecht, wobei die formalen Ansprüche doch ein wenig niedriger sind als an deutschen Universitäten. Die Dozenten waren sehr freundlich und an einem engen Kontakt interessiert, immer motiviert, den Studierenden weiterzuhelfen. Insgesamt ist der Kontakt zischen Studierenden und Dozenten persönlicher und weniger anonym, was mir gut gefallen hat. Der Campus der Universität ist sehr schön und groß, es gibt viele verschiedene Bibliotheken in den unterschiedlichen Fakultätseinrichtungen und vielfältige Essens- und Caféangebote.

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Der Kontakt zu anderen Austauschstudenten fällt durch Facebook-Gruppen leicht, die einem ermöglichen, mit anderen Studenten, die zur selben Zeit ein Auslandssemester machen, in Kontakt zu treten. Außerdem habe ich mich im Vorhinein mit den anderen Austauschstudenten der Uni Potsdam ausgetauscht, die auch nach Tel Aviv gegangen sind. So konnten wir uns in der Anfangszeit in Tel Aviv verabreden und gegenseitig helfen und bestimmte Dinge gemeinsam regeln, sowie Freundschaften entwickeln. Auch der Kontakt zu Einheimischen kann relativ schnell zustande kommen, da ich die Israelis
als sehr offen, freundlich, interessiert und hilfsbereit wahrgenommen habe. Immer und überall gerät man in ein Gespräch und kann so leicht Kontakte knüpfen.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Da die Lebenshaltungskosten in Tel Aviv sehr hoch sind und sich somit der gesamte Aufenthalt als sehr teuer gestaltet hat, konnte ich mir persönlich einen Sprachkurs leider nicht leisten. Dieser kostet an der Universität 500 Dollar. Im Vorhinein habe ich aber einen kurzen Einsteigerkurs an der Universität Potsdam gemacht, welcher mir ein winziges Grundverständnis der Sprache und das Alphabet ein wenig näher brachte. Im Laufe der fünf Monate schnappte ich viele Worte auf und konnte zum Teil ein wenig verstehen, worum sich ein Gespräch drehte, solange ich den Kontext kannte. Richtig Hebräisch zu sprechen und mich in dieser Sprache auszutauschen, habe ich jedoch leider nicht erlernt. Allerdings ist dies kein großes Problem, da man mit Englisch wunderbar zurecht kommt.

Wohn- und Lebenssituation

Die Wohnungssuche in Tel Aviv erfolgt ziemlich kurzfristig. Ich selbst habe glücklicherweise für die ersten sechs Wochen ein WG-Zimmer über eine Freundin gefunden und dann vor Ort gesucht. Wer im Vorhinein etwas finden möchte, kann sich ganz leicht auf Facebook informieren. Hier gibt es zahlreiche Gruppen, auf denen jeden Tag neue Anzeigen gepostet werden, um Wohnungen zu mieten oder WG-Zimmer unterzumieten. Auf dem Campus gibt es auch Studentenheime, für die man sich über die Uni bewerben muss. Allerdings ist das Angebot ziemlich gering, die Preise im Vergleich relativ hoch und der Campus etwas außerhalb vom Zentrum der Stadt, weswegen ich persönlich eher empfehlen würde, sich selbst ein Zimmer zur Untermiete im Zentrum Tel Avivs zu suchen. Leider muss man mit hohen Mieten rechnen, zwischen 600 und 700 Euro pro Monat für ein WG-Zimmer ist normal in Tel Aviv. Auch die Kosten für Verpflegung, Supermärkte und Ausgehen sind sehr hoch, vor allem im Vergleich zu Berlin. Allerdings kann man super gut ausgehen, es gibt wunderbare Restaurants und Cafés an jeder Ecke und wenn man ein wenig spart, kann man es sich richtig gut gehen lassen und Spaß daran haben, kulinarisch zu genießen.

Die öffentlichen Verkehrsmittel in Tel Aviv funktionieren semi gut. Es gibt  eigentlich nur Busse; eine Tram wird gerade gebaut. Die Busse habe ich zur Uni genommen, wenn es regnete. Das hat meistens geklappt. Hierzu kann man sich eine „RavKav“ Karte an der Uni besorgen, die man entweder sofort zu Beginn mit einem Studententicket aufladen kann (um die 100 Euro), welche dann das ganze Semester gültig ist, oder man kann einzelne Geldsummen darauf laden, von denen dann bei jeder Fahrt der entsprechende Betrag abgezogen wird. Wenn es nicht regnete, bin ich jedoch immer und überall mit dem Fahrrad hingefahren. Ich würde jedem empfehlen, sich ein Fahrrad zuzulegen. Ansonsten kann man in Tel Aviv aber auch viel zu Fuß machen.

Um in Israel herumzureisen, gibt es Zug- und Busverbindungen. Hierbei muss man beachten, dass am Shabbat, also von Freitag Nachmittag bis Samstag Abend, alle öffentlichen Verkehrsmittel stillgelegt werden. Man kann sich aber auch gut und günstig ein Auto mieten, um Ausflüge oder kleine Reisen zu unternehmen. Hierzu gibt es günstige Autovermietungen in Tel Aviv. An der Universität gibt es zahlreiche Freizeit- und Sportangebote. Da Tel Aviv so international ist, gibt es aber auch viele private Sportclubs oder Vereine, die Sportkurse und andere Aktivitäten auf Englisch anbieten. Über die Facebook Gruppe „Secret Tel Aviv“ bekommt man auch immer zahlreiche Tips und Infos über schöne Aktivitäten.

Studienfach: M. Sc. Psychologie

Aufenthaltsdauer: 09/2015 - 02/2016

Gastuniversität: Tel Aviv University

Gastland: Israel


Rückblick

Insgesamt bin ich sehr glücklich, diesen Auslandsaufenthalt in Tel Aviv und damit so viele bereichernde und gewinnbringende Erfahrungen gemacht zu haben. Tel Aviv ist eine ganz besondere Stadt und das gesamte Land Israel sowie Palästina total faszinierend und interessant. Auch das Studium an einer anderen, neuen Universität und der Kontakt mit den Dozenten und Studierenden aus aller Welt hat mich persönlich weitergebracht und geprägt. Natürlich ist es am Anfang auch schwer, sich in einer so fremden Umgebung und Kultur zurecht zu finden, aber da Tel Aviv eine sehr westliche Stadt und weltoffen ist, wird es einem hier sehr einfach gemacht, sich wohl zu fühlen.

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